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Spanien: Der komplette Top-Favorit

Spanien: Der komplette Top-Favorit

Mit Spanien trifft die DBB-Auswahl in Vilnius gleich im ersten Zwischenrundenspiel am Mittwoch (7. September, 14.30 Uhr) auf den Titelverteidiger Spanien, der mit seiner vermeintlich besten Formation (allein fünf NBA-Akteure) antritt und deshalb als der große Titelfavorit gilt.
1315320952/img_Sergio_Scariolo_Spanien_EM_2011.jpgWie sehr auch dieses spanische Team von seinen Stars abhängig ist, zeigte sich allerdings im letzten Jahr beim enttäuschenden WM-Auftritt in der Türkei (Aus schon im Viertelfinale), wo mit Center Pau Gasol und Spielmacher Jose Calderon gleich zwei „Anführer“ fehlten und am Ende schmerzlich vermisst wurden.

image_1288779294890.pngTeam Germany berichtet live von der EM.

Beide sind in Litauen dabei, weshalb die Erwartungen in Spanien enorm in die Höhe schießen.

Sergio Scariolo unter Druck

1315321024/img_Pau_Gasol_Spanien_EM_2011.jpgSergio Scariolo, der erste nicht-spanische Trainer in der Geschichte der spanischen Auswahl, erlebte als solcher mit dem Gewinn der EM 2009 und dem Scheitern bei der WM 2010 in seiner erst zweieinhalbjährigen Amtszeit schon die ganz Bandbreite dessen, was einem als spanischer Nationaltrainer widerfahren kann.

Noch ein Turnier ohne Medaille wird man dem Italiener aber kaum verzeihen – schon gar nicht mit diesem Team, das speziell im Frontcourt so stark wie noch nie besetzt ist.

Spaniens Frontcourt mit drei NBA-Akteuren

Welch großen Unterschied dabei die Rückkehr von Pau Gasol nicht nur als Topscorer (im Schnitt 21,8 Punkte in der Vorrunde), sondern auch als ein den Gegner einschüchternder Verteidiger ausmacht, wurde am letzten Vorrundenspieltag noch einmal eindruckvoll unterstrichen.

Als Spanien ohne den mit einem verstauchten Knöchel aussetzenden Star prompt 57:65 gegen die Türkei verlor.

Gegen Deutschland will Pau Gasol wieder auf dem Parkett stehen, und er wird dabei mit seinem Bruder Marc Gasol (bisher 8,0 Rebounds pro Spiel) und dem athletischen Serge Ibaka (ein kürzlich eingebürgerter Kongolese) gleich zwei weitere Mitstreiter aus der NBA an seiner Seite haben.

Auf den kleinen Positionen traditionell stark besetzt

1315320997/img_Juan_Carlos_Navarro_EM_2011.jpgAuf den kleinen Positionen ist Spanien sowieso seit jeher stark besetzt. Mit Jose Calderon und Ricky Rubio wechseln sich zwei der besten Spielmacher Europas ab.

Hinzu kommen der „Kunstschütze“ Juan Carlos Navarro (bei der EM mit 3,2 Assists pro Spiel auch bester Passgeber Spaniens), der pfeilschnelle Sergio Llull und sowie der aggressive und athletische Rudy Fernandez (in der Vorrunde 1,8 Steals pro Spiel), der angesichts des in der NBA drohenden Lockouts gerade bei Real Madrid angeheuert hat. Keine Frage: Gegen diese Hochkaräter werden speziell die deutschen Guards über sich hinauswachsen müssen.

Aus ACB wird „Liga Endesa“

Seit diesem Sommer gibt die spanische Liga ihren traditionellen Namen „ACB“ (Vereinigung der Basketballclubs) auf und heißt stattdessen „Liga Endesa“. Hinter diesem Namenswechsel, dem ersten in der über 30-jährigen Geschichte der Liga, steht ein lukrativer Sponsorenvertrag mit dem Energiekonzern Endesa, der in den nächsten vier Jahren dafür 30,5 Millionen Euro in die Liga steckt.

Trotz einiger von der Finanzkrise verursachten Rückschläge und finanziellen Engpässen bei einigen Klubs stellt die spanische Liga weiterhin das Nonplusultra im europäischen Vereinsbasketball dar.

Barca und Real sind die Lokomotiven

1315320977/img_Felipe_Reyes_Spanien_EM_2011.jpgLandesweit gibt es in Spanien ein vorbildliches Netz von kleinen Klubs mit gut ausgebildeten Trainern, die dafür sorgen, dass Talente früh erkannt und gefördert werden.

In der Top-Liga stecken mit dem FC Barcelona und Real Madrid die namhaftesten Fußballklubs des Landes viel (auch anderswo rekrutiertes) Geld in ihre Basketballabteilungen und funktionieren damit als Lokomotiven, die in anderen Städten den Ehrgeiz lokaler Geldgeber anstacheln. Lukrative TV-Verträge mit autonomen Regionalsendern spülen wie die hohen Zuschauerzahlen (zuletzt im Schnitt 6.200) zusätzliches Geld in die Vereinskassen.

Spaniens EM-Aufgebot im Stenogramm

Guards

Jose Calderon (29, 192, Toronto/NBA)
Ricky Rubio (20, 190, Minnesota/NBA)
Sergio Llull (23, 192, Real Madrid)
Victor Sada (27, 192, FC Barcelona)

Forwards
Juan Carlos Navarro (31, 192, FC Barcelona)
Rudy Fernandez (26, 195, Real Madrid)
Fernando San Emeterio (27, 199, Vitoria)
Victor Claver (23, 205, Valencia)

Center
Pau Gasol (31, 215, LA Lakers/NBA)
Marc Gasol (26, 215, Memphis/NBA)
Serge Ibaka (21, 207, Oklahoma/NBA)
Felipe Reyes (31, 206, Real Madrid)

Headcoach: Sergio Scariolo (50, Mailand/ITA, zweite EM)

Spanien: Goldmission mit kriselndem Chorknaben

Aus Vilnius berichtet Michael Spandern (SPORT1)

1315321067/img_Rudy_Fernandez_Spanien_EM_2011.jpgJorge Garbajosa steht für zwei ganz bittere Momente in der Geschichte des spanischen Basketballs.

Beim sensationellen Viertelfinal-Aus des Titelverteidigers bei der WM 2010 ließ er Milos Teodosic kurz vor Schluss etwas Platz abdrücken, wohl im Fehlglauben, der Serbe könne aus neun Metern nicht treffen. Im Gegenzug vertändelte Garbajosa den Ball.

Und bei Spaniens letzter Niederlage gegen Deutschland bemühte er sich vergeblich, Dirk Nowitzki am Gamewinner zu hindern.

Es war das Halbfinale der EM 2005. In das Zwischenrunden-Duell bei der aktuellen EM (Mi., ab 14.00 Uhr live im TV auf SPORT1 und im Live-Ticker) gehen die Spanier aber mit Serie von fünf Siegen über die Alemannen - mit durchschnittlich 19 Punkten Vorsprung.

Calderon nach drei Jahren zurück

Auch wenn der damalige Toronto-Raptors-Profis Garbajosa Nowitzki 2006 bei der Journalisten-Wahl zum Mr. Europa beerbte:

Es ist so seltsam wie bezeichnend, dass der offizielle Medien-Guide den Rücktritt des 33-Jährigen aus dem Nationalteam nach 165 Länderspielen als eine der wenigen Schwächen des "Dream Teams" nennt.

Denn an „Scharfschützen“ mangelt es der Seleccion nun wirklich nicht: Mavericks-Neuzugang Rudy Fernandez, "La Bomba" Juan Carlos Navarro oder auch Spielmacher Jose Manuel Calderon, der nach drei Jahren wieder an Bord ist, sind gefürchtete Dreierwerfer.

Reyes, der unscheinbare Deutschland-Schreck

Allerdings haben Fernandez (4 von 13) und der so ballsichere Raptors-Regisseur Calderon (5 von 16) bei der EM noch nicht genau justiert.

1315321042/img_Marc_Gasol_Spanien_EM_2011.jpgDas ist egal, solange das neue Prunkstück der Spanier - die lange Garde - vollständig aufläuft.

Neben dem zweimaligen NBA-Champion Pau Gasol und seinem Bruder Marc, Starter bei den L.A. Lakers beziehungsweise Memphis Grizzlies, treibt unter den Körben der unscheinbare Felipe Reyes sein Unwesen.

Real Madrids Kapitän, nach dem aufständischen Sklaven "Spartacus" genannt, hebt sich seine besten Auftritte gerne für Deutschland auf und hat in der Defensive gegen Dirkules oft einen tadellosen Job erledigt.

"Air Congo" blockt für guten Zweck

Zu allem Überfluss ist nun auch noch "Air Congo" beim Team von Sergio Scariolo gelandet. Power Forward Serge Ibaka von Oklahoma City Thunder, im Juli eingebürgert, ist der vielleicht spektakulärste „Flieger“ dieser EM.

Zwar konnte er in den Halbfinals der NBA Nowitzki nicht stoppen, doch mit 2,42 Blocked Shots pro Spiel lag er in der abgelaufenen Saison ligaweit an dritter Stelle.

Über die zurückgewiesenen Würfe des drittjüngsten von 17 Geschwistern, dessen Mutter früh starb und dessen Vater im Zweiten Kongolesischen Krieg inhaftiert wurde, freuen sich nicht nur die Spanier: Der 2,08 Meter große Modellathlet stiftet für jeden 100 Euro ans Kinderhilfswerk UNICEF.

Ein Konzert gegen die Litauer

1315322348/img_Ricky_Rubio_Spanien_EM_2011.jpgDass Spanien als erstes Team nach Jugoslawien im Jahre 1997 seinen EM-Titel verteidigt, ist keine Expertenmeinung - es ist die allgemeine Erwartungshaltung, besonders im eigenen Lager.

Erst Recht nach der Demonstration gegen Gastgeber Litauen, selbst ein Medaillenkandidat, der die Seleccion in der Vorbereitung noch bezwang.

Die erste Spielhälfte, die 62:36 endete, nannte die Sportzeitung "AS" ein Konzert, bei dem sich allerdings Pau Gasol am rechten Knöchel verletzte.

Zweifel am Chorknaben

Ohne ihn folgte ein gehöriger Dämpfer, als die Spanier am Montag im Schlussviertel nur noch zwei Pünktchen schafften und der Türkei unterlagen.

Der Topscorer (21,8 Punkte pro Partie über 65 prozentiger Trefferquote) versprach aber via Twitter, gegen Deutschland wieder dabei zu sein.

Das Einzige, was dem Titelverteidiger wirklich Sorge machen könnte, ist die Verfassung ihres "Wunderkindes" Ricky Rubio: Der mittlerweile 20-jährige Spielmacher mit dem Chorknaben-Gesicht hat sich zwar zwei Jahre nach seinem Draft entschieden, in die NBA zu gehen.

Bei der EM (1,8 Punkte, 1,4 Assists) nährte er aber ebenso wie vorige Saison beim FC Barcelona (4,8 Zähler, 4,1 Vorlagen) Zweifel an seiner Tauglichkeit.
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