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Spitzenspiel im Telekom Dome

Spitzenspiel im Telekom Dome

Zu einem echten Spitzenspiel kommt es am 8. Spieltag in der Beko Basketball Bundesliga. Die Telekom Baskets Bonn empfangen im Telekom Dome um 1700 Uhr den Deutschen Meister der vergangenen zwei Jahre, die Brose Baskets aus Bamberg. Die Franken sind in der laufenden Saison 2011/2012 im Ligabetrieb noch ungeschlagen und rangieren folgerichtig auf dem ersten Tabellenplatz, Gastgeber Bonn liegt mit nur einer Niederlage auf dem Konto unmittelbar dahinter. Es geht demnach um nichts weniger als die Spitzenposition, wenn die zwei auch im internationalen Geschäft auflaufenden Mannschaften aufeinanderprallen.
Ungeachtet der Tabellensituation erübrigt sich der Hinweis, dass die Gäste aus Bamberg als klarer Favorit im Telekom Dome auflaufen. Mit vier Meisterschaften in den vergangenen sechs Jahren (2005, 2007, 2010, 2011) sowie dem doppelten Gewinn des Pokalwettbewerbs (2010, 2011) hat sich die Truppe von Trainerfuchs Chris Fleming eine Dominanz in der Liga erarbeitet, die an die Glanzzeiten von Bayer Leverkusen oder ALBA Berlin anmuten. Die Verteidigung von Meisterschaft und Pokal im Frühjahr unterstreicht die Ausnahmestellung der Franken, die damit in einen äußerst exklusiven Club eingetreten sind: Nur Leverkusen (1970/1971 und 1990/1991) sowie den „Albatrossen (2002/2003) gelang bisher das Titel-Double-Double! Die personellen Schachzüge im Sommer lassen zudem keinen Zweifel daran, dass Bamberg das „Triple-Double“ - was bis dato noch keiner Mannschaft gelang - ins Auge gefasst hat.

Lediglich drei vakante Stellen mussten Fleming und Manager Wolfgang Heyder im Sommer neu besetzen. In PJ Tucker (12,3 PpS, 4,5 RpS) konnte einer der vielseitigsten und physischsten Forwards der Liga verpflichtet werden, mit der fleischgewordenen Abrissbirne Marcus Slaughter (10,3 PpS, 5,2 RpS) wurde ein Überathlet für die Arbeit in Brettnähe geholt. Die meiste Aufmerksamkeit aber generierte der Wechsel von Julius Jenkins (10,7 PpS, 3,2 ApS), der den Berliner Großstadtdschungel gegen die fränkische Idylle tauschte. Gemeinsam mit Brian Roberts, dem wohl besten Clutch-Player der Beko BBL, bildet der Shooting Guard ein Backcourt-Duo, das selbst gegnerische Fans mit der Zunge schnalzen lässt. Mit den alteingesessenen Predrag Suput, Anton Gavel, Kapitän Casey Jacobsen (11,5 PpS), Adlerträger Tibor Pleiß (11,0 PpS, 6,0 RpS) und A2-Nationalspieler Karsten Tadda fügt sich für Coach Fleming so eine Neuner-Rotation zusammen, bei der kein Akteur im Schnitt länger als 24 Minuten auf dem Platz steht.

Mit dem per Doppellizenz auch bei Kooperationspartner TSV Tröster Breitengüßbach spielberechtigten Youngster-Quartett um Daniel Schmidt (Jahrgang ´90), Philipp Neumann (´92), Steven Monse (´90) und Maurice Stuckey (´90) scharrt im zweiten Glied auch schon die nächste Generation mit den Hufen.

Das Erfolgsrezept der Borse Baskets ist simpel wie effektiv. Durch eine an beiden Enden des Feldes selbstlose Spielweise geht es bei Bamberg nur um den Teamerfolg - Punkt. Fleming hat stets frische Beine auf dem Parkett, die in der Verteidigung so viel Druck machen, dass die Baskets im Schnitt magere 64,3 gegnerische Punkte kassieren. Ballgewinne und gutes Passspiel führen auf der anderen Seite dazu, dass Bamberg selbst satte 93,5 Punkte pro Spiel auflegt.

International tritt Bamberg in der Euroleague an, wo bislang vier Spiele zu bestreiten waren. Einem klaren 96:65-Auftakterfolg gegen den kroatischen Meister KK Zagreb folgte eine ernüchternde 74:94-Pleite bei ZSKA Moskau sowie eine unglückliche 78:79-Niederlage vor eigenem Publikum gegen Unicaja Malaga. Nach dem Gastantritt bei Zalgiris Kaunas am Donnerstagabend, bei dem der Deutsche Meister mit einem 70:81 seine dritte Niederlage in der Gruppe B hinnehmen musste, reist der Franken-Tross von Litauen direkt nach Bonn.

Die letzten drei Begegnungen der Brose Baskets (Beko BBL):
Brose Baskets - FRAPORT SKYLINERS 97:63
Phoenix Hagen - Brose Baskets 76:106
Brose Baskets - New Yorker Phantoms Braunschweig 95:57

Die Telekom Baskets Bonn gehen mit frischeren Beinen in die Partie, da sie bereits am Dienstagabend international aktiv waren und nach einem Ruhetag am Mittwoch voll in die Vorbereitung auf das Bamberg-Spiel einsteigen konnten. „Bamberg ist eine Mannschaft, die aus der Verteidigung heraus eine sehr gute Transition spielt und dort auch viele frühe Würfe nimmt“, schaut Michael Koch voraus. „Mit einer tiefen Bank, die ligaweit in ihrer Qualität herausragt, fahren sie viel offensives Potenzial auf.“ Um den Gästen offensiv einen Riegel vorzuschieben setzt der Bonner Chaftrainer auf zwei entscheidende Punkte. „Wir müssen im Angriff selbst viel Zeit von der Uhr nehmen, um die Zahl der Ballbesitze niedrig zu halten. Zudem dürfen wir in der Verteidigung nicht zu weit von den Außenspielern absinken, da die meisten Bamberger über einen ordentlichen Wurf aus der Distanz verfügen.“

Gerade vor heimischem Publikum möchten die Telekom Baskets der Begegnung ihren Stempel aufdrücken. Koch: „Das bedeutet, dass wir unsere Optionen am Brett, wo wir mit Chris Ensminger, Zvonko Buljan und Tony Gaffney gut vertreten sind, forcieren und dort Druck machen.“ Davon abgesehen bekommt der Bonner Backcourt einen Spezialauftrag, um das Aufbauspiel der Gäste zu stören. „Nach dem Ausfall von John Goldsberry fehlt der Mannschaft ein reiner Einser, so dass Roberts, Jenkins und Gavel sich diese Aufgabe teilen - da müssen wir defensiv ansetzen“, so Koch.
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