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Telekom Baskets überzeugen defensiv gegen Ulm

Telekom Baskets überzeugen defensiv gegen Ulm

Am 29. Spieltag in der Beko Basketball Bundesliga haben die Telekom Baskets Bonn mit 71:68 (21:16, 18:20, 19:8, 13:24) gegen ratiopharm Ulm gewonnen. Ausschlaggebend für den Erfolg war eine vorbildliche Verteidigungsleistung der gesamten Mannschaft, die den Gästen im dritten Viertel arg zusetzte und die Weichen damit auf Sieg stellte. Zwischenzeitlich betrug die Führung der Rheinländer 19 Zähler, ehe die Schwaben im Schlussakt noch einmal verkürzen konnten. Treffsicherster Baskets-Akteur war Chris Ensminger mit 19 Punkten und fünf Rebounds.
Die Gäste aus Ulm hatten vor den Augen von Herren-Bundestrainer Dirk Bauermann den besseren Start (0:4, 2. Minute), mussten sich allerdings dem wachsenden offensiven Druck der Hausherren am Brett geschlagen geben. Chris Ensminger und Jacob Jaacks vollstreckten in der Zone und brachten die Baskets erstmals in Führung (6:4, 4. Minute). Den Schwaben gelang es dank des gut aufgelegten Rocky Trice das Momentum zurück zu gewinnen, doch mit zwei vielumjubelten Dreiern markierten Jeremy Hunt und Tim Ohlbrecht die Höhepunkte eines Bonner 10:0-Laufs, der den Rheinländern wieder die Lufthoheit gab (24:16, 10.).

Ohlbrecht machte dort weiter, wo er vor der Viertelpause aufgehört hatte und landete den nächsten Treffer von jenseits der 6,75m-Linie. Als auch Hunt seinen zweiten Dreier einnetzte, bedeutete dies zugleich die erste zweistellige Führung der Baskets (31:20, 13. Minute), bei denen zwischendurch auch Sajmen Hauer als Pointguard auf dem Parkett stand, um so Teamkollege Nic Wise die wichtigen Erholungspausen zu ermöglichen. Richtig laut wurde es im Rund des Telekom Dome mit der Einwechslung von Patrick Flomo, der nach überstandenem Außenbandriss in gewohnt energetisierender Manier mithalf, die Führung zu verteidigen (37:26, 16. Minute). Damit wollte sich Trice jedoch nicht zufrieden geben und motivierte seine Mitspieler dazu, die Differenz in kleinen Schritten abzutragen. Nach einem Bonner Ballverlust war es dem Linkshänder vorbehalten mit dem Pausenhorn weit von jenseits der Dreierlinie den Anschlusstreffer und damit den Halbzeitstand von 39:36 zu landen. Näher sollten die Schwaben allerdings nicht mehr an Bonn heran kommen, die auf Fabian Thülig verzichten mussten. Der Bonner A2-Nationalspieler prallte am vergangenen Freitag unglücklich beim Training mit Chris Ensminger zusammen und muss nun wegen eines Schleudertraumas einige Ruhetage einlegen.

Im dritten Spielabschnitt wurde mit deutlich gestiegener Intensität in der Verteidigung dem Ulmer Angriffsspiel ein Riegel vorgeschoben, ehe der eigene Abschluss in Betracht gezogen wurde. Nach einem Ballgewinn schnitt der mit der zweiten Welle kommende Chris Ensminger über die Mitte durch die Gäste-Zone, wurde postwendend gefüttert und vollendete per Dunking. Die 5.050 Zuschauer auf den Rängen brachen in wahre Jubelstürme aus, da der 37-Jährige sonst nur für seine ehrliche Reboundarbeit und filigranen Hakenwürfe bekannt ist (45:38, 25. Minute). Ulm wirkte daraufhin wie gelähmt, kam in der gegnerischen Hälfte sechs Minuten lang nicht zum Abschluss und sollte insgesamt in diesem 3. Viertel nur acht Punkte erzielen. Eine deutliche Bonner 58:44-Führung nach 30 Minuten war die logische Folge.

Und es sollte noch besser kommen: Es dauerte über sechs Minuten im letzten Spielabschnitt, ehe Bonn den Gästen den nächsten Feldkorb erlaubte. Die Baskets hatten scheinbar spätestens nach einem Dreier von Nic Wise vollständig die Kontrolle über das Geschehen übernommen (63:44, 33. Minute). Damit nicht genug, untermauerte Mark Tyndale mit einem brachialen Block an Trice seinen Status als guter Flügelverteidiger.

Ulms Headcoach Mike Taylor nutzte eine Auszeit, um seinen Mannen mit einer agilen Ball-Raum-Deckung aufs Feld zurück zu schicken. Die Zone brachte den Bonner Rhythmus außer Tritt, was den Gästen umso mehr Möglichkeiten gab, den Rückstand Punkte für Punkt zu verkürzen. Die Baskets hatten ihre Konzentration in der Offense verloren und sollten ihrerseits ab der 33. Minute keinen Feldkorb mehr erzielen. Spätestens nach einem Dreier von Ulms Nationalspieler Robin Benzing kam im Telekom Dome noch einmal Unruhe auf (65:61, 39. Minute). Doch dank der Abgebrühtheit von Mark Tyndale und Nic Wise an der Freiwurflinie blieben die wichtigen zwei Meisterschaftspunkte auf dem Hardtberg.

Michael Koch (Coach Telekom Baskets Bonn):

„Ich möchte einmal ein Lob für die Ulmer Mannschaft aussprechen, die heute alles gegeben und sich nicht aufgegeben hat, obwohl es für sie nach der Tabelle eigentlich um nichts mehr geht. Sie haben uns heute alles abverlangt. Das dritte Viertel war wichtig, weil wir nur acht Punkte zugelassen haben. Trotz der scheinbar schwachen Ausbeute bin ich mit dem Angriffsspiel zufrieden. Wir hatten für unsere Verhältnisse viele Assists. Leider haben wir vergessen, den Sack zuzumachen, als wir am Ende zuviel von außen geworfen haben. Unsere Prämisse lautet klar "Inside-Game". Das haben wir am Schluss zu wenig beherzigt. Wir müssen uns im Moment jeden Sieg erkämpfen, das erhält allerdings die Hoffnung auf einen Playoff-Platz. Uns fehlte heute Fabian Thülig, der mit einem Schleudertrauma nach einem Trainingsunfall nicht spielen konnte."

Mike Taylor (Coach ratiopharm Ulm):

„Meinen Glückwunsch an Michael Koch und seine Baskets. Wir hatten in dieser Saison schon viele Spiele wie dieses. Erst liegen wir zurück und versuchen dann, verzweifelt wieder heranzukommen. Mit dem Kampf meiner Mannschaft bin ich heute sehr zufrieden, wir haben bei unseren Comebacks viel Herz gezeigt, spielen allerdings mit viel zu wenig Konstanz. In dieser Saison haben wir zu viele Ballverluste. Das ist unser Hauptproblem. Das dritte Viertel war heute wohl entscheidend. Da hatte Bonn einen super Lauf, wir haben zwar alles gegeben aber der Sieg für Bonn ist verdient."

Telekom Baskets Bonn:
Hauer (3), Ensminger (19, 9 Rebounds), Hunt (9/2 Dreier), King (4), Wise (14/1) Jaacks (4), Flomo (2), Ohlbrecht (11/2), Koch (dnp), Tyndale (5)

ratiopharm Ulm:
Mason-Griffin (6), Günther (10), Betz (0), Sonderleiter (dnp), Wenzl (2), Heberlein (dnp), Benzing (12/2), Humphrey (0), Trice (17/2), Fitzgerald (6/2), Collins (0), Bryant (15, 9 Rebounds)
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