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Thriller mit doppeltem Nachschlag

Thriller mit doppeltem Nachschlag

ratiopharm Ulm schlägt den TBB Trier nach zweifacher Verlängerung mit 90:85 (43:34, 73:73, 80:80). NBBL komplettiert "Trier Wochenende" mit einem 79:74-Erfolg im zweiten Play-off-Spiel.
Um 18:17 Uhr war es dann endlich so weit: Nach 2:17 Stunden, zwei Verlängerungen oder 50 effektiven Spielminuten besiegelte ein Dunking von Coleman Collins den 90:85-Sieg von ratiopharm Ulm über den TBB Tier. "Es war vielleicht das intensivste Spiel der bisherigen Saison, eine echte Schlacht", sagte dann auch ein von den Anstrengungen sichtlich gezeichneter Gästecoach Henrik Rödl. "Entscheidend waren am Ende Kleinigkeiten. Letztlich ist dann eben einer der Kontrahenten stehengeblieben, der andere umgefallen." Dass es die Ulmer waren, die am Ende stehenblieben, hat viel mit John Bryant zu tun und seinen 27 erzielten Punkten bzw. 18 gesicherten Rebounds. "John war eine echte Macht", lobet dann auch ratiopharm Ulms Head Coach Mike Taylor seinen Big Man der den imposanten Zahlen noch 5 Blocks hinzufügte. .

Und dass Big John gegen Trier eine wichtige Rolle spielen sollte, wurde schon nach wenigen Minuten klar. Mit 11 Punkten im ersten Viertel legte der 2,11 Meter große Center offen, wo ratiopharm Ulm im Vorteil war. Nämlich in der Zone. Doch die Dominanz unter den Brettern hatte auch eine Kehrseite: Das 20:20, das Tommy Mason Griffin kurz vor Viertelende per Jumpshot einstreute, war der einzige Ulmer Feldkorb, der nicht direkt in der Zone erzielt wurde.

Und Mason-Griffin blieb auch bis zu seiner Verletzung im zweiten Viertel (Schulterzerrung) eine verlässliche Option aus dem Feld: Sein Sprungwurf markierte das 24:23. Der Dreier, den Dan Fitzgerald zum 27:25 (13.) folgen ließ, war der einzige Ulmer Distanztreffer der ersten 20. Minuten. Wenngleich Per Günther im Anschluss seinen alten Lehrmeister Dru Joyce vernaschte und auf 31:25 erhöhte - so recht kam der ratiopharm-Express nicht ins Laufen (was nicht unentscheidend mit der drittbesten Verteidigungsmannschaft der Beko BBL zu tun hatte).

Doch wenn gar nichts geht, John Bryant geht immer: In der 18. Minute legte der Hüne seine Punkte 14 und 15 in den Korb. Gefolgt von vier Coleman-Collins-Punkten sah das Ergebnis plötzlich ganz anders aus (41:29, 19). Den absoluten Höhepunkt der ersten Halbzeit lieferte allerdings Rocky Trice: Mit einem gewaltigen Dunking donnerte er das 43:34 durch die Reuse.

Doch Trier ließ sich nicht abschütteln: In der 22. Minute brachte der 40-jährige George Evans das 45:40 im Korb unter. Jetzt entwickelte sich das von Mike Taylor erwartete Half-Court-Spiel. "Hier haben wir nicht sehr intelligent gespielt und einige schlechte Entscheidungen getroffen", so Taylor Später. Denn Punkte fielen bis Mitte des dritten Viertels wenig. Und wenn doch, dann für Trier: In der 25. Minute traf Dragan Dojcin zum 45:47. Die Antwort lieferte Fitzgerald aus dem Dreipunkteland (48:47). Nach einem harten Schlag ins Gesicht, der Rocky Trice niederstreckte, erwachte die Kuhberghölle: Die 2.700 Zuschauer feuerten ihr Team an und wurden durch einen Dreier von Fitzgerald belohnt (54:49, 27.).

Mit einem Dreier eröffnete Per Günther das vierte Viertle (64:55), das dann allerdings durch Punkte von Dru Joyce (66:62, 32) wieder zu einer ganz "engen Kiste" wurde. Nach zwei Ulmer Ballverlusten begannen die letzten fünf Minuten beim Stand von 70:69. Als dann Mike Zirbes sein Team mit 70:71 in Front brachte, beantragte Mike Taylor eine Auszeit. Den Ulmern war der Druck jetzt anzumerken, denn sie blieben sechs Minuten lang ohne Korberfolg. Als noch 27 Sekunden auf der Uhr verblieben waren, brachte Robin Benzing den Ball beim Stand von 70:73 ins Spiel. Der landete in den Händen von Dan Fitzgerald, der per Dreier zum 73:73 ausglich. "Dan hat uns heute von der Bank mit seinen Dreiern enorm geholfen", so Taylor. Der anschließende Trier Angriff blieb ohne Erfolg.

Die Nervenschlacht ging also in die Nachspielzeit, in der Robin Benzing endlich ein Distanzwurf gelang (78:75). Das 78:79 erzielte Oldie Evans im Rückwärtsfallen und Per Günther besorgte 12,3 Sekunden vor dem Ende das 80:79 von der Freiwurflinie. Im Gegenzug verwarf Dru Joyce einen von zwei Freiwürfen (80:80), so dass eine zweite Extraschicht anstand.

Nach Mittlerweile über 47 gespielten Minuten dann so etwas wie die Vorentscheidung: John Bryant sicherte von der Freiwurflinie einen Dreipunktvorsprung (83:80). Als Benzing nachlegt stand es 85:81, was allerdings immer noch nicht die Entscheidung war. Denn Trier kam noch einmal auf 85:85 (49.) heran, ehe Big John und dann Collins den Sieg sicherten.

Für Ulm spielten
Mason-Griffin (4), Günther (11), Betz, Sonderleiter (2), Wenzl, Heberlein, Benzing (11), Humphrey, Trice (9, 8 Rebounds), Fitzgerald (15, 4 Dreier), Collins (11, 2 Blocks), Bryant (27, 18 Rebounds, 5 Blocks).

NBBL erzwingt drittes Play-off-Spiel
Den Auftakt des "Trierer Wochenendes" machte zwei Stunden zuvor das NBBL-Team von Coach Rainer Bauer. In ihrem zweiten Play-off-Spiel schlugen sie das Trierer Junior-Team mit 79:74 und glichen dadurch die "best of three" Serie mit 1:1 aus. Das entscheidende dritte Spiel findet nächsten Sonntag wieder in Trier statt. Überragender Spieler auf Ulmer Seite war Andreas Wenzl, dem nur wenigen Wochen nach seinem Bänderriss 25 Punkte und 16 Rebounds gelangen. Ebenfalls zweistellig punkteten: Deon McDuffie (12, 10 Assists), Steven Bryant (10, 8 Rebounds) und Tim Steiner (12).

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