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Tigers entscheiden Herzschlagkrimi für sich

Tigers entscheiden Herzschlagkrimi für sich

Eine Woche nach dem sportlichen Tiefpunkt mit der 53:69-Heimniederlage gegen den BBC Bayreuth haben sich die WALTER Tigers Tübingen in der Beko Basketball Bundesliga eindrucksvoll zurückgemeldet. In einer von Spannung nicht zu übertreffenden Begegnung setzten sich die Schwaben nach zweifacher Verlängerung mit 111:104 (92:92; 83:83; 48:33) durch. Vor 2811 Zuschauern in der ENERVIE Arena – darunter über 100 Tübinger Anhänger – gelang den Raubkatzen im neunten Spiel der so wichtige zweite Saisonerfolg.
Phoenix-Trainer Ingo Freyer hatte vor der Partie einen neuen Dezibel-Rekord gefordert, um die Partie gegen die Neckarstädter für sich zu entscheiden. Nach einer großartigen Aufholjagd musste sich der Gastgeber aber am Ende geschlagen geben. Freyer war nach der Partie enttäuscht: „Wir haben uns hammerhart auf dieses Spiel vorbereitet, vielleicht war der Druck zu groß. In der ersten Halbzeit haben wir überhaupt nicht den Rhythmus gefunden, wir hatten keine Aggressivität im Spiel. Mit den restlichen 30 Minuten kann ich zufrieden sein. Auch wir hätten das Spiel gewinnen können, leider hat es nicht gereicht“, sagte Freyer nach dem Spiel. Große Erleichterung herrschte dagegen bei Tigers-Cheftrainer Igor Perovic: „Uns war klar, dass es in Hagen sehr schwierig zu gewinnen sein wird. Sie spielen sehr schnell und sind immer brandgefährlich. Das haben sie gezeigt und einen hohen Rückstand aufgeholt. Ich bin stolz auf meine Spieler, dass sie das Spiel noch gewonnen haben. Aufgrund der Leistung in der zweiten Verlängerung ist der Sieg verdient“, berichtete der 37-Jährige auf der Rückfahrt nach Tübingen. Bei den Tübinger Fans kannte der Jubel nach der Begegnung keine Grenzen mehr, Aman Abraham vom Fanclub Tuefosi10 stimmt das UMBA noch in der Halle an, wenig später wurde Abraham mit einem zweiten UMBA vor dem Tübinger Mannschaftsbus von Ruben Spoden unterstützt. Überall sah man glückliche Gesichter auf Tübinger Seite. Tigers-Manager Robert Wintermantel organisierte spontan eine Kiste Bier, mit der Fußball-Bundesliga im aktuellen Sportstudio machte sich der Tübinger Tross entspannt auf die Heimfahrt nach Baden-Württemberg.

Tigers mit furiosem Start

Der Tabellenvorletzte kam gut ins Spiel und führt nach vier Minuten mit 10:4, Freyer nahm seine erste Auszeit in Anspruch und versuchte seine Spieler neu einzustellen. Doch es ändert sich nichts, die Gäste bestimmten das Spielgeschehen und erhöhten den Vorsprung auf stets knapp zehn Zähler. Über die Spielstände 16:6 (6. Minute) und 21:10 (10.) ging es mit einem Vorsprung von zehn Punkten in den zweiten Spielabschnitt (23:13). Die beiden Bigman Pavelas Cukinas und Tyrone Nash dominierten zu Beginn das Insidespiel der Schwaben und erzielten jeweils sechs Zähler für die Tübinger. Die Mannen um Kapitän Louis Campbell (elf Punkte, sieben Rebounds, sieben Assists) konnten die Anweisungen ihres Trainers perfekt umsetzen und ließen die Hagener nicht ins Rollen kommen. Bezeichnend: Hagen gelang im ersten Viertel keine einziger Dreier, auch sonst verteidigten die Perovic-Schützlinge sehr ordentlich.

Auch im zweiten Abschnitt ändert sich nicht viel vom bisherigen Spielgeschehen. Tübingen spielte weiter munter und erfolgreich nach vorne und konnte den Vorsprung weiter erhöhen. Nach 15 Minuten führten die WALTER Tigers mit 33:20, Nash kämpfte weiter aufopferungsvoll unter den Körben und erzielte vier Zähler. Unterstützt wurde er durch vier Punkte von Josh Young, Teamkollege Reggie Redding steuerte zwei Zähler bis dato im zweiten Spielabschnitt bei. Mit einem 9:2-Lauf erhöhten die Gäste auf 42:20 (16.), die Fans von Phoenix Hagen trauten ihren Augen nicht, was sie bis dahin mit ansehen mussten. Die Freyer-Truppe ohne Biss, Kampfkraft und weiterhin wenig Fortune aus der Distanz. Es schien alles auf einem klaren Auswärtssieg für den Underdog herauszulaufen. Doch fortan kämpften sich die Westfalen zurück in die Partie und konnten den Rückstand bis zur Halbzeit auf 15 Punkte (33:48) reduzieren. Spielmacher Jason Crown erzielte in der 13. Minute den ersten erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf für seine Farben (18:27). Tristan Blackwood (fünf Punkte), Edward Seward (vier), der bärenstarkle T.J. Carter (vier) und Kruel (ein) waren verantwortlich, dass Hagen nicht schon zur Halbzeit aussichtlos zurück lag. Noch waren 20 Minuten zu spielen – und das Spiel plötzlich wieder offen.

Hagen lässt nicht locker und holt Punkt für Punkt auf

Und die Westdeutschen legten nach Wiederanpfiff los wie die Feuerwehr. Innerhalb von 80 Sekunden konnte der Rückstand auf 39:48 minimiert werden und man musste sich ernsthaft Gedanken um den zweiten Saisonerfolg der Schwaben machen. Doch die Tübinger wollten diesen Sieg unbedingt und warfen alles in die Waagschale. Cukinas (vier) und Vaugn Duggins (zwei) konterten den guten Start der Feuervögel (54:39, 24.). Doch bb sofort nahmen Carter und Brandon Brooks beim Gastgeber das Zepter in die Hand und verkürzten auf 48:57 – der Vorsprung schmolz wieder unter zehn Punkte. „Storch“ Kruel legte einen verwandelten Freiwurf zum 49:57 (27.) nach. Bitter in dieser Phase: Duggins kassierte seinen viertes Fould und musste den Rest des Viertels von den Bank aus verfolgen. Doch Tübingen ließ nicht locker und schaltete wieder einen Gang hoch. Ein 9:2-Lauf zum 68:52 sorgte für einen vorerst beruhigenden Vorsprung für die Perovic-Schützlinge. Nico Simon gelang in dieser Phase zwei immens wichtige Drei-Punkte-Würfe. Kapitän Campbell sorgte mit einem Buzzer-Beater jenseits der 6,75 Meter Linie für den 71:56-Zwischenstand nach 30 Minuten – es sollte jedoch noch immer keine Vorentscheidung sein.

Ausgleich 1,4 Sekunden vor Spielende

Hagen setzte nochmals alles auf eine Karte und überrannte die Tübinger in den ersten sechs Minuten des Schlussabschnitts. Ein 19:5-Run der Phoenixe war verantwortlich, dass die Schwaben nur noch mit einem mickrigen Zähler in Front lagen (76:75, 36.). Vor allem Carter und Brooks bekamen die Raubkatzen überhaupt nicht in den Griff und die beiden US-Amerikaner punkteten nach Belieben. Spannung und Dramatik pur prägten in der Folge die letzten 240 Sekunden die Partie. Als Brooks die Feuervögel in der 38. Minute mit 79:78 erstmals in Führung brachte, tobte die alte Ischelandhalle, während es dem Tübinger Anhang richtig mulmig wurde. Doch die treuen Tigers-Fans schrien ihre Lieblinge weiter nach vorne. Als der starke Redding die Schwaben elf Sekunden mit 83:81 in Führung brachte, musste der Tabellen-17. bangen, dass Hagen nicht mit einem Dreier den Traum vom zweiten Saisonsieg zerstören sollte. Noch 1,4 Sekunden zu spielen, Einwurf Phoenix Hagen unter dem Tübinger Korb. Ähnlich wie bei der Partie bei den Artland Dragons schliefen die Perovic-Schützlinge tief und ermöglichten Jordan Hasquet der 83:83-Ausgleich – Verlängerung.

Sieg in zweiter Overtime überzeugend herausgespielt

Die ersten fünf Minuten des Nachschlags dieses unglaublich spannenden Spiels verliefen sehr ausgeglichen. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Immer wieder wechselte die Führung, Campbell war es letztlich, der seine Truppe in der letzten Minute der Verlängerung in die zweite Verlängerung warf. Der Tigers-Kapitän traf zum 92:92 (45.). Keinen der Zuschauer hielt es mehr auf den Sitzen.

In den zweiten fünf Minuten der Extraspielzeit demonstrierten die Tübinger dann mentale und spielerische Stärke. Zunächst traf Duggins mit einem Dreier zum 95:92 (46.), Redding erhöhte mit vier Zählern in Folge auf 100:92 (48.) und der Sieg war nun erneut zum Greifen nahe. Young war es dann vorbehalten, 70 Sekunden vor dem Ende auf 105:96 erhöhen. Diesen Vorsprung sollten die Schwaben nun gekonnt und sicher nach Hause bringen. Die letzten Zähler der Gäste steuerte Nash zum 111:101 bei (50.). Der Power Forward war neben Redding mit 25 Punkten und elf Rebounds bester Spieler auf dem Platz. Crowe konnte letztendlich mit einem Dreier nur noch Ergebniskosmetik zum 111:104 betreiben. Mit Ertönen der lang herbeigesehnten Schlusssirene kannte der Jubel wie schon erläutert keine Grenzen mehr.

Zuletzt gewannen die Tigers in der Saison 2008/2009 ein Spiel nach zweifacher Verlängerung. Am 18.10.2008 setzten sich die Schwaben mit 102:100 bei der TBB Trier durch - damaliger Co-Trainer: Igor Perovic! Am kommenden Samstagabend (20 Uhr – Paul Horn-Arena) gastiert mit den New Yorker Phantoms Braunschweig ein Team mit Playoff-Ambitionen im Tübinger Dschungel. In der schweren Partie wollen die Schwaben den Sieg natürlich bestätigen. Campbell blickt vorsichtig optimistisch, aber gezielt nach vorne: „Wir wollen unseren Fans endlich den ersten Heimsieg schenken. Sie haben es verdient“, so der 32-Jährige. Diesen Worten ist nichts mehr hinzuzufügen.

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