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Unangenehme Aufgabe in Göttingen

Unangenehme Aufgabe in Göttingen

Nach vier Siegen aus den letzten fünf Spielen herrscht bei den WALTER Tigers Tübingen Aufbruchstimmung. Mit einem Sieg gegen die BG Göttingen könnten die Tigers ihren Vorsprung auf die Abstiegsränge weiter vergrößern. Dass das Spiel gegen die Veilchen alles andere als ein Selbstläufer wird, weiß Head Coach Igor Perovic bereits im Vorfeld: „Das Spiel am Samstag wird sehr schwierig. Um dort bestehen zu können, müssen wir unsere beste Leistung abrufen.“
In der Tat sind die Veilchen in ihrer aktuellen Situation ein unberechenbarer Gegner. Mit nur einem Sieg aus elf Partien steht der EuroChallenge-Sieger von 2010 als Tabellenletzter mit dem Rücken zur Wand. Dabei verloren die Niedersachsen die letzten neun Spiele in der Beko BBL. Die Verantwortlichen zogen aus dem schlechten Saisonstart ihre Konsequenzen. Head Coach Stefan Mienack, der im Sommer die Nachfolge von John Patrick übernahm, musste nach dem zehnten Spieltag und 13 verlorenen Pflichtspielen die Göttinger verlassen. Mit Michael Meeks, welcher noch im letzten Jahr das Göttinger Trikot überstreifte, übernahm Mienacks bisheriger Assistenztrainer die Leitung am Spielfeldrand. Bisher zeigte der Trainerwechsel jedoch keine Wirkung. Gegen den BBC Bayreuth verloren die Veilchen nach langer Führung am Ende noch deutlich mit 65:79. Und auch in der EuroChallenge läuft es für den Playoff-Teilnehmer der letzten Saison weiterhin nicht rund: Am Mittwoch kassierten die Niedersachsen gegen den niederländischen Meister ZZ Leiden die fünfte Niederlage im fünften Gruppenspiel und sind bereits als Gruppenletzter ausgeschieden.

Doch trotz der zwei Niederlagen unter ihrem neuen Übungsleiter dürfte sich die Göttinger Mannschaft in der letzten Woche neu gefunden und Meeks’ Philosophie weiter verinnerlicht haben. Auch die beiden Neuzugänge Matt Bauscher und Jarel Allen werden die letzten beiden Spiele genutzt haben, um sich weiter in das Teamgefüge zu integrieren. Bereits bestens eingelebt in Göttingen hat sich Center Sean Evans. Mit durchschnittlich 12,7 Punkten und starken acht Rebounds avancierte der von den Gloria Giants Düsseldorf (Pro A) kommende US-Amerikaner in nur drei Spielen zum zweitbesten Punktesammler und stärksten Rebounder der Göttinger. Gegen den BBC Bayreuth zeigte Evans auch am vergangenen Wochenende mit 15 Punkten und überragenden 15 Rebounds eine bärenstarke Leistung. Auf ihn sowie auf den Göttinger Topscorer und Centerkollege Raymond Sykes müssen die Raubkatzen ein besonderes Augenmerk unter den Körben legen. Sykes blieb im bisherigen Saisonverlauf nur zwei Mal unter zehn erzielten Punkten und arbeitet besonders am offensiven Brett äußerst effektiv. Fast die Hälfte seiner durchschnittlich 6,9 Rebounds holt sich der sprunggewaltige Centerspieler unter den gegnerischen Körben. Gerade dieses produktive Duo macht die Göttinger Mannschaft laut Perovic „sehr gefährlich“ und verleiht der Mannschaft „viel Qualität“.

Qualitativ hochwertig sind die Göttinger auch im Spielaufbau besetzt. Mit Rookie Paris Horne konnten die Göttinger eine wahre Offensiv-Waffe verpflichten. Vor allem zu Saisonbeginn war der 24-Jährige nicht zu stoppen, ließ in den letzten Wochen jedoch zunehmend an Konstanz vermissen. Nichtsdestotrotz spielt Horne nach dem Kreuzbandriss von Louis Dale die erste Geige unter den Göttinger Guards. Dennoch dürften die Tigers gerade hier ihre Vorteile haben: Nach Horne können die anderen kleinen Göttinger Spieler offensiv nur wenig Zählbares aufweisen. Aufbauspieler Kwadzo Ahelegbe ist mit 8,1 Punkten im Schnitt der viertbeste Offensivspieler der Veilchen. Ihm folgen Guard Kyle Bayley und Philipp Noch, die zusammen 11,9 Punkte pro Partie erzielen.

Perovic: "Wir müssen eine hohe Intensität an den Tag legen."

Für die Tigers gilt es, die Göttinger von Beginn an unter Druck zu setzen. Offensiv scheinen die Tigers kleine Vorteile zu haben: Die Raubkatzen erzielen im Schnitt 13 Punkte mehr als die Veilchen, könnten aber im Rebound gegen die starken Göttinger Center Schwierigkeiten bekommen. Um die zu verhindern fordert Perovic von seiner Mannschaft eine hochkonzentrierte Leistung: „Das Spiel gegen Bayreuth hat gezeigt, dass die Göttinger sehr aggressiv spielen und alles geben um zu gewinnen. Wir müssen unbedingt die gleiche Intensität wie in den letzten drei Wochen auf das Parkett legen und unter den Körben weiter hart arbeiten.“ Psychologisch gesehen kehren die Göttinger am Samstag in erfolgreichere Zeiten zurück: Da die neue Spielstätte der Göttinger, die „Sparkassen Arena“ am Wochenende nicht zur Verfügung steht, kehren die Veilchen ausgerechnet für das eine Spiel gegen die Tigers in die „Lok-Halle“ zurück. Im Hexenkessel der Lok-Hölle erwartet die Schwaben ein heißer Tanz.

Mit mindestens 80 mitgereisten Fans im Rücken soll dieser mit Bravur gemeistert werden. Diese erneut hervorragende und vor allem nötige Unterstützung verdanken die Tigers dem Fanclub Neckar Tigers e. V. Der Fanclub finanzierte wie bereits beim Auswärtsspiel in Hagen einen Bus und ermöglicht seinen Mitgliedern so eine kostenlose Fahrt nach Göttingen. Ein besonderer Dank gilt neben dem Fanclub auch der Walter AG, GMG Color und Eroglu, die einen zweiten Bus für die Fans der WALTER Tigers finanzierten.
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