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Vom Allerfeinsten

Vom Allerfeinsten

Das 19. Derby zwischen Ulm und Tübingen endet mit einem 77:92-Auswärtssieg (41:41) für ratiopharm ulm und einer Feier, die dank 500 mitgereister Ulmer Fans euphorisch ausfällt.
Am Ende sah sich Sebastian Betz von seinen Teamkameraden umringt, die ihn feixend und johlend anfeuerten. Der gebürtige Bayer ging tief in die Hocke, klatschte sich auf die Oberschenkel und wiederholte das Ganze wieder und wieder. Nicht nur in seiner Heimat nennt man das einen Schuhplattler. Und dieses Ritual führt nur auf, wer etwas zu feiern hat. Und das hatten die Ulmer samt ihrer rund 500 Anhänger, die den 77:92-Erfolg in Tübingen miterlebt hatten. "Ich muss unseren Fans ein riesen Kompliment machen. Sie haben dieses Derby zu einem ganz besonderen Abend gemacht", strahlte Head-Coach Thorsten Leibenath nach seiner Premiere im Schwabenduell. Doch nicht nur die lautstarke Kulisse hatte sich ein Extralob verdient. Auch an der Leistung seines Teams hatte der 36-Jährige nichts auszusetzen. "Wir haben es heute geschafft über 40 Minuten konzentriert zu spielen und das vor einer sehr hitzigen Kulisse", so Leibenath, der die Ulmer Offensive gar "vom Allerfeinsten" nannte. Doch nicht nur hier setzte sich das ratiopharm Team durch: Mit 31:38 wurde das Rebound-, mit 12:18 das Vorlagen- und mit 3:8 das Steal-Duell gewonnen. Kurz: "Der Ulmer Sieg war absolut verdient", wie Tübingens Coach Igor Perovic es ausdrückte.

Doch die Überlegenheit der Gäste kam erst mit einiger Verzögerung zum Tragen, denn das einzige, was den Ulmern beim 19. Derby misslang, war der Start. Das Loch, das sich die Gäste zu Beginn gegraben hatten, war sogar ziemlich tief: um genau zu sein zehn Punkte tief. Denn ehe sich die ganz in weiß gekleideten Ulmer Fans versahen, war ihre Mannschaft in einen zweistelligen Rückstand geraten. Und dem lief sie auch den größten Teil des ersten Viertels hinter. Doch die Ulmer behielten trotzdem kühlen Kopf. Angeführt vom überragenden Big John Bryant, der bereits nach zehn Minuten 12 Punkte aufgelegt hatte, buddelte sich ratiopharm ulm aus dem Loch heraus und glich in der 7. Minute durch Per Günther zum 14:14 aus. Die erste Führung erzielte dann Rocky Trice mit einem Buzzer-Beater zur Viertelpause (21:22).

Hatten die Tübinger das Tempo zu Beginn des zweiten Viertels durch ihre Zonenverteidigung etwas verschleppt (26:24, 15), lösten sich die Gäste wenig später aus der taktischen Umklammerung. Mit zwei Dreiern (Esterkamp, Swann) gefolgt von einem Korbleger durch Günther, übernahm ratiopharm ulm in der 16. Minute die Führung (32:34). Doch ein Derby gewinnt man nicht in der ersten Halbzeit, schon gar nicht in fremder Halle. Nach 20 Minuten war alles wieder auf null gestellt und die schwäbischen Rivalen verließen beim Stand von 41:41 das Parkett.

Die zweite Halbzeit begann dann schon viel mehr nach dem Geschmack von Coach Leibenath: Nämlich nach dem Motto "Attacke" und mit ganz viel Dampf. In den ersten 2:20 Minuten legte sein Team einen 9:0-Lauf hin und setzte sich auf 41:50 ab. Und so effektiv die Ulmer nun in der Offensive abschlossen, so konsequent packten sie in der Defensive zu: So wie Steven Esterkamp, dessen Steal in einem Alley-oop mündete, den Dane Watts, abschloss nachdem ihm Isaiah Swann den Ball punktgenau aufgelegt hatte (43:55). In der nun folgenden Phase jagte ein Highlight das nächste: der 26. Punkt von Big John (27.), oder der kraftvolle Dunking von Dane Watts, um nur einige zu nennen. Bis zur 27. Minute hatten die Ulmer in diesem Viertel 24, die Gastgeber lediglich 10 Punkte erzielt (51:65). Doch Tübingen ließ sich nicht abschütteln. Mit einer Serie von drei Dreiern verkürzten sie bis zum Ende des Viertels auf 62:69.

Und dieses Spiel war noch längst nicht entschieden, auch nicht, als Adnan Hodzic in der 32. Minute zum 66:71 verkürzte. Die wirklich großen Momente dieses Derbys sollten erst noch kommen, nämlich genau jetzt: Zunächst versenkte Per Günther einen Dreier zum (66:74), dann vollendete Dane Watts ein Dreipunktspiel und schließlich vollendete Captain Steve die 8:0-Serie. Und als es gegen Ende erneut hitzig zu werden drohte, kühlte wieder Esterkamp die Gemüter und die aufkeimenden Tübinger Hoffnungen mit einem staubtrockenen Dreier ab (71:84, 38.). Der Rest des Spiels war zum Genießen, endete in Bastis Schuhplattler und fand seinen Höhepunkt vor dem Mannschaftsbus, wo eine überglückliche Masse Ulmer Fans ihr Team feierte.

Ein Video mit Stimmen zum Spiel finden Sie unter: www.facebook.com/ratiopharm.

Für ratiopharm ulm spielten:
Isaiah Swann (9), Tommy Mason-Griffin (2), Per Günther (21), Sebastian Betz (4), Femi Oladipo (dnp), Michael Wenzl (dnp), Marcel Heberlein (dnp), Rocky Trice (6), Steve Esterkamp (13), Dane Watts (9), Keaton Nankivil (2), John Bryant (26).

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