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Wie immer eng gegen die Eisbären

Wie immer eng gegen die Eisbären

Eine hart umkämpfte Partie mit dem glücklichen, aber nicht unverdienten Sieger Bremerhaven: die TBB verliert ihr Heimspiel mit 71:73. - John Bynum Topscorer mit 15 Punkten, Stewart und Dojcin mit je 14. - "Wir haben nach zwei Siegen in letzter Sekunde heute in letzter Sekunde verloren - in Bonn greifen wir wieder an."
Trier tat sich vor 3595 Zuschauern anfangs schwer, den Einstieg in die Partie zu finden. Die Eisbären, die auf ihren Topscorer Torrell Martin verzichten mussten (Handverletzung nach Sturz im Training, noch ohne genaue Diagnose), starteten statt seiner mit John Allen und konnten nach einer beidseits von Ballverlusten geprägten Anfangsphase nach zweieinhalb Minuten mit 5:0 in Führung gehen. Vor allem dank einer sehr ordentlichen Dreierquote und harter Verteidigung dominierten die Gäste das erste Viertel, die TBB musste sich mühsam mit Punkten von Dru Joyce und Philip Zwiener und getroffenen Freiwürfen von Barry Stewart und John Bynum ins Spiel kämpfen. Bynum sollte am Ende der einzige Trierer mit einer 1005igen Freiwurfquote sein – spielentscheidend. Mit 15:18 ging man in die erste Pause, Bremerhaven hatte bis dahin schon drei Dreier getroffen – keiner davon ein Notwurf, vor allem Neuzugang Tyron Brazelton machte einen guten Eindruck.

Henrik Rödls Team hatte sich zu Beginn des zweiten Viertels gefangen und startete einen 11:4-Lauf – George Evans mit Ablauf der Schussuhr zum 17:18, Dragan Dojcin mit einem Dreier und der heute gegen seinen Ex-Club sehr stark aufspielende John Bynum, der erst einen Dreier trifft und anschließend einen rotzfrechen Steal gegen Jan Lipke verwertet: Trier war aufgewacht, Doug Spradley nahm flugs die Auszeit, um Schlimmeres zu verhindern. Es gelang ihm – seine Eisbären, allen voran der Ex-Trierer Maksym Shtein erobern die Führung zurück. Doch die letzten Minuten der Halbzeit gehören wieder den Hausherren: Dru Joyce bedient George Evans mit einem schönen Blindpass nah ans Brett, der legt zum 36:32 ein – für Trier war hier alles drin.

Doch die vier Punkte Vorsprung reichten nicht gegen ein Bremerhavener Team, das hochmotiviert versuchte, den Ausfall seines Topscorers zu kompensieren; Brazelton, John Allen und im dritten Viertel vor allem Craig Callahan zeigten nach der Pause wesentlich strukturierteren Offensivbasketball, während bei den Gastgebern die Wurfquoten zu schwach waren – Trier war zwar im Rebound immer noch überlegen, konnte diesen Vorteil aber nicht ausspielen. Die Uhr zeigte noch 4:43 Minuten im dritten Viertel, als Philip Zwiener Tyrone Brazelton in Höhe der Mittellinie foulte und direkt danach ein Technisches Foul bekam – sein viertes. Bremerhaven erobert an der Freiwurflinie mit 42:43 die Führung zurück, Andrew Drevo baut per Dreier zum 45:50 aus, das Viertel endet 47:50 aus Trierer Sicht.

Wieder startet Trier gut in den Spielabschnitt, Barry Stewart trifft den Dreier zum 50:52 und nimmt gleich danach ein Offensivfoul von Brazelton auf: die Arena wurde laut. Sie wurde noch viel lauter, als Dru Joyce zwei Dreier hintereinander traf und damit die TBB auf 60:54 absetzen konnte. Doch wieder brachte Doug Spradley mit einer Auszeit sein Team zurück in die Spur, John Allen konnte mit vier Punkten in Folge den Anschluss wieder herstellen. Auch als Dragan Dojcin mit Bonusfreiwurf zum 63:58 traf, konnten die Hausherren nicht entscheidend wegziehen – nicht zuletzt auch dank des wieder eingewechselten Maksym Shtein, der an alter Wirkungsstätte ein starkes Spiel machte. Auch ihm gelang ein Dreipunktspiel zum 65:65-Ausgleich, das außerdem Philip Zwieners fünftes Foul bedeutete. Trier schickt die Eisbären beim Stand von 65:67 gut eine Minute vor Ende an die Freiwurflinie und kann mit einigen guten Aktionen (ein Dreier von Dragan Dojcin und ein schnelles Solo von John Bynum) den Vorsprung nochmals verkürzen – doch die Gäste treffen ihre Freiwürfe besser als die Hausherren. Eine Sekunde vor Ende der regulären Spielzeit hat Bynum noch die Möglichkeit, Trier in die Verlängerung zu schießen, doch er kann den Einwurf von Dru Joyce nicht kontrollieren. Eine hart umkämpfte Partie endet 71:73, die Eisbären Bremerhaven gewinnen glücklich aber nicht unverdient und sind jetzt Tabellenachter, Trier steht auf dem neunten Platz.

Doug Spradley, Headcoach Eisbären Bremerhaven: "Erstmal ein Riesenkompliment an meine Jungs – sie haben nicht immer hochklassig gespielt, aber sie haben gekämpft und an sich geglaubt, sich Chancen erarbeitet. Wir hatten einige gute Stops, gute Fastbreak-Punkte und konnten uns einen Rhythmus aufbauen. Insgesamt haben wir ein hart umkämpftes Spiel gesehen, einen "Dogfight" zweier Mannschaften, die alles geben, um in die Playoffs zu kommen. Ich bin sehr froh, weil ich weiß, wie schwer es ist, hier in Trier zu gewinnen. Die Mannschaft wollte das Spiel für Torrell Martin gewinnen – das ist ihr gelungen."

Henrik Rödl, Headcoach TBB Trier: "Glückwunsch an Doug und seine Mannschaft. Es war das erwartet schwere, erwartet umkämpfte Spiel. Wir haben auch erwartet, dass es auch wieder in die letzte Sekunde gehen könnte. Wir haben zwei Wochen hintereinander in der letzten Sekunde gewonnen, ich denke, dass man auch mal in der letzten Sekunde verlieren darf, auch wenn man das nicht möchte. Und natürlich sind wir enttäuscht. Die Statistik zeigt, dass wir 15 Freiwürfe liegen gelassen haben, in so einem Spiel ist das ärgerlich. Wir konnten phasenweise nicht das abrufen, was wir können, aber wir haben gekämpft. Bremerhaven hatte in den letzten Minuten einige zu einfache Körbe, die weh getan haben. Unser Saisonziel war, zu beweisen, dass wir konkurrenzfähig sind – das haben wir, lange vor Saisonende, geschafft. Wir freuen uns auf das nächste Auswärtsspiel in Bonn, wo wir wieder angreifen wollen."
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