FB Twitter Instagram YouTube Google+
Zum Tode von Michael Lion: Aus Liebe zum Sport

Zum Tode von Michael Lion: Aus Liebe zum Sport

Michael Lion hatte stets klare Vorstellungen von dem, wie Sport im Fernsehen sein sollte. „Das Interesse an linksdrehenden Überkopf-Kamera-Pirouetten oder untersichtigen Doppelmoderationen im Wiege-Gleichschritt“, hatte er 2007 in einem Interview mit dem „Kicker“ erklärt, ...
image_1296461745127.jpeg... „halte sich beim Zuschauer womöglich in engen Grenzen“.

Worauf es ankomme, sei die Kompetenz und das Engagement des Kommentators und, natürlich, die Liebe und die Begeisterung für dieses Spiel. Emotionen und Fachwissen anstelle von Technik – das waren nach Lions Verständnis die entscheidenden Komponenten für eine gelungene Übertragung aus dem Sportbereich.

Dieses Spiel, das Michael Lion selbst so faszinierte, hieß Basketball und sollte den gebürtigen Brandenburger über Jahre hinweg intensiv begleiten. 1999 trafen sich Lion, der zuvor als Sport-Chef bei RTL gearbeitet hatte und nun in gleicher Position bei SAT.1 beschäftigt war, und Otto Reintjes, der damalige Commissioner der Basketball Bundesliga, zu Gesprächen über eine mögliche Basketball-Berichterstattung in SAT.1 und dem Deutschen SportFernsehen (DSF). Er habe, sagt Reintjes, sehr schnell gemerkt, dass Lion über eine sehr hohe fachliche Kompetenz und die Liebe zum Sport verfüge. So war es Lion, der mit „ran“ ein neues, wegweisendes Fußball-Format in der Fernsehlandschaft etabliert hatte. Dass am 1. August 2000 der Vertrag zwischen der Liga und der Kirch-Gruppe ratifiziert wurde, war auch ein Stück weit das Verdienst von Michael Lion. Er hatte die Parteien davon überzeugt, dass es wichtig sei, neue Standards zu setzen. Fortan war die Liga nicht nur mit einem Live-Spiel im DSF, sondern auch mit einem Magazin auf SAT.1 zu sehen.

„Er hat die Berichterstattung über die Basketball Bundesliga in den vergangenen zehn Jahren entscheidend geprägt. Seine Ideen, seine Innovationen und seine Liebe zum Detail haben zu einer erheblichen Qualitätssteigerung bei den Übertragungen aus den Basketball-Arenen geführt“, gab der Geschäftsführer der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL), Jan Pommer, zu Protokoll, „und er hatte den unbedingten Willen, das TV-Produkt stets zu verbessern.“

Als sich die Basketball Bundesliga zusammen mit der TOYOTA Handball-Bundesliga im Januar 2007 dazu entschloss, ihre Live-Übertragungen künftig auf einem eigenen Sender auszustrahlen, war erneut Michael Lion als Sport-Chef von sportdigital.tv (später sportdigital / BBL.TV) wichtigster Ansprechpartner der Liga. „Michael Lion war sofort Feuer und Flamme für dieses neue Projekt. Er hatte zahlreiche tolle Ideen“, erinnert sich Jan Pommer an die Anfänge der Zusammenarbeit.

Dass Lion, der seine journalistische Karriere 1974 als Redakteur im Sportressort von „Der Abend“ (Berlin) begonnen und dessen weiterer Weg ihn zum Sender Freies Berlin (SFB) geführt hatte, durchaus ein streitbarer Geist sein konnte, ist einem ehemaligen Mitarbeiter in Erinnerung geblieben. Stefan Koch, einst BBL.TV-Kommentator und heute Trainer der Artland Dragons, charakterisiert seinen ehemaligen Vorgesetzten „als einen Menschen, dem sehr viel an der Sache gelegen war“. War er von einer Idee überzeugt, hat er darum gekämpft, diese auch durchzusetzen. Gleichwohl, so Koch weiter, sei dessen Umgang mit Kollegen „sehr warmherzig und liebenswert“ gewesen.

Nach zwei Jahren Zusammenarbeit trennten sich im Juli 2009 die Wege von Liga und sportdigital. Während die Beko BBL einen neuen Fernsehvertrag mit SPORT1 abschloss, sendete sportdigital weiter aus Hamburg Live-Sport – mit Michael Lion an der Spitze. Sport war Lions Leben bis zu einem plötzlichen Tod. Am vergangenen Dienstag verstarb der Fernseh-Mann unerwartet im Alter von 67 Jahren. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Die Beko BBL trauert um Michael Lion und wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Telekombasketball.de

Alle Spiele LIVE und in HD!

easyCredit Telekom TipBet Spalding Ranko Kinder plus Sport