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Zweite Niederlage innerhalb von fünf Tagen - 64:82 in Gießen

Zweite Niederlage innerhalb von fünf Tagen - 64:82 in Gießen

Große Chance vertan, so kann man die 64:82 (42:46)-Niederlage der WALTER Tigers Tübingen bei den LTi Gießen 46ers in nur drei Wörtern treffend zusammenfassen. Gegen den Tabellensechzehnten fand die Mannschaft von Tigers-Cheftrainer Igor Perovic über die gesamte Spieldauer nicht ins Spiel und verlor die vorgezogene Partie des 30. Spieltags gegen die Hessen auch in dieser Höhe verdient. Nach der klaren 73:113-Niederlage bei den Brose Baskets Bamberg mussten sich die Tübinger somit innerhalb von fünf Tagen das zweite Mal geschlagen geben.
Mit dieser Niederlage haben sich die Schwaben im Kampf um die Play-off-Plätze wohl verabschiedet. So war Perovic nach der schwachen Vorstellung seiner Schützlinge tief enttäuscht und rang nach passenden Worten. „Wir konnten nicht die notwendige Intensität an den Tag legen, mir kam es vor, als ob die Spieler keine Energie für dieses wichtige Spiel aufbringen konnten. Gießen hat härter gespielt und uns immer wieder weh getan. In der Offensive hatten wir einfach zu viele Ausfälle, nur Anatoly Kashirov konnte dagegen halten. Diese Niederlage ist sehr bitter“, erklärt der 37-Jährige und fügt hinzu, „dass wir uns am Mittwoch gegen Frankfurt deutlich besser präsentieren müssen.“

Der stark angeschlagene Chris Oliver versuchte sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen, wirkte aber zumeist unglücklich und verständlicherweise nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Trotzdem Respekt für den Einsatz des 25-Jährigen. Kashirov war mit 26 Punkten und zwölf Rebounds bester Korbjäger der Partie. Auf Seiten der Hessen überzeugten Elvir Ovicina (18 Zähler), der wiedergenesene Maurice Jeffers (15) und Jannik Freese (12). Tigers-Spielmacher Branislav Ratkovica kam erstmals in dieser Spielzeit auf keinen einzigen Assist. Gießen hat mit diesem Sieg nun die letzten Sorgen im Kampf um den Klassenerhalt ausgeräumt. Für die Schwaben bleibt die bittere Erkenntnis, dass sie am Samstagabend eine große Chance leichtfertig vergeben haben.

Ungewöhnliche Stimmung in der Sporthalle Ost

Die Tübinger begannen mit Ratkovica, Johannes Herber, Jay Thomas, Dane Watts und Kashirov. Oliver blieb zunächst auf der Bank und wartete vor den Augen seines Vaters gespannt auf seinen Einsatz. Die Partien zwischen Gießen und Tübingen hatten es sich in der Vergangenheit immer schon in sich, beide Fangruppen puschten sich gegenseitig auf und unterstützten ihre Teams stets prächtig. Doch dieses Mal war es irgendwie anders. Die Sporthalle Ost in Gießen wies einige Lücken auf und die Unterstützung des Fanclubs fehlte von Beginn an nahezu gänzlich. Wohl eine Frustreaktion der Gießener Anhänger auf die Auftritte ihrer Lieblinge in den letzten Begegnungen. Bekundungen wie „Freese go hard, Peaock go Dachcafe“ unterstrichen die merkwürdige und ansonsten ungewohnte Stimmung der Gießener Anhänger. Erst im dritten Viertel feuerten die Gießener Anhänger dann ihre Mannschaft lautstark an.

46ers-Cheftrainer Steven Key schickte zu Beginn des Spiels Michael Jordan, Tim Schwartz, Anthony Smith, Elvir Ovcina und jenen Freese in die Partie. Und der Liebling der Fans bestätigte seine Startnominierung und zahlte sie mit guten Leistungen zurück. Satte zehn Punkte des Centers in den ersten zehn Spielminuten. Die Gießener starteten mit einem Dreier von Smith in die Begegnung. Die Führung des Gastgebers konterten Herber und Ratkovica nach 180 Sekunden zum 5:3 für die Tübinger. Im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts kam die Key-Truppe jedoch immer besser ins Spiel und hielt die Schwaben auf Distanz. Das 25:18-Viertelende war zugleich der erste Vorsprung des Gründungsmitgliedes der Beko Basketball Bundesliga. Oliver kam nach sechs Minuten ins Spiel und konnten in der zehnten Minuten noch zum zwischenzeitlichen 16:19 verkürzen. Von Beginn an standen bis auf Kashirov freilich alle Tigers-Akteure neben sich und taten sich sehr schwer, sich in das Spiel zu kämpfen.

Auch im zweiten Viertel änderte sich nicht viel. Gießen spielte mit mehr Intensität und Leidenschaft. So konnten die Hessen ihren Vorsprung Schritt für Schritt weiter ausbauen. Nach einem Korb von Freese vergrößerte sich der Rückstand der Perovic-Truppe auf 13 Zähler (23:36). Vor allem Kashirov war es, der die Gäste mit seinen Punkten (neun Zähler im zweiten Viertel) noch im Spiel hielt. Nach einem Dreier mit Brett von Watts wenige Sekunden vor der Halbzeit keimte beim 42:46 wieder Hoffnung auf bei Tübingen. Doch bezeichnend für die Leistung der Schwaben wurde Jeffers Bruchteile vor der Sirene unnötigerweise gefoult. Der 32-jährige US-Amerikaner traf jedoch nur einen seiner zwei Freiwürfe zum 46:42 aus Sicht des Gastgebers. Sowohl Freese als auch Kashirov trafen alle ihre sechs Würfe in der ersten Halbzeit und boten beide bis dahin eine sehr überzeugende Leistung. Freese kam auf zwölf Punkte, Kashirov auf 15 Zähler, der dazu noch alle seine drei Würfe von der Freiwurflinie traf.

Nur neun Punkte im dritten Viertel

Wer gedacht hatte, dass die Schwaben in zweiten 20 Minuten nun zur Aufholjagd blasen würden, der hatte sich getäuscht. Und zwar gründlich, denn bei den Gästen vom Neckar sollte vor allem im dritten Viertel nichts gelingen. Nur magere neun Punkte erzielten die Perovic-Schützlinge in diesem Spielabschnitt. Insgesamt natürlich viel zu wenig, um diese Partie noch zu drehen. In den ersten fünf Minuten trafen beide Mannschaften nur zwei Zähler und so war beim Stand von 46:48 aus Tübinger Sicht die Hoffnung auf einen Auswärtssieg auf jeden Fall durchaus noch vorhanden. Doch mit einem 15:5-Lauf der 46ers führten sie die Schwaben auf die Verliererstraße – 51:63 lautete das bittere Ergebnis nach 30 Minuten.

Und auch im letzten Viertel ließen sich die Hessen den Vorsprung nicht mehr nehmen und brachten den Vorsprung sehr sicher über die Zeit. Nach dem 74:59 in der 37. Minute durch 46ers Spielmacher (zehn Punkte, sieben Assists) war die Messe gelesen und die Tigers mussten sich mit der zweiten Auswärtsniederlage in Folge abfinden. Positives Highlight im Schlussviertel war ein Monsterblock von Kashirov gegen Ryan Brooks (34.). Jeffers war es vorbehalten mit zwei verwandelten Freiwürfen den 82:64-Endstand zu markieren. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Tübinger vor allem in der zweiten Halbzeit deutlich abbauten und den Gastgebern nichts mehr entgegen zu setzen hatten. Da half auch die Unterstützung der 25 mitgereisten Fans der WALTER Tigers nichts. Bitter und schade, dass die Tübinger dieses wichtige Spiel so leichtfertig und größtenteils ohne richtige Gegenwehr haben abgeben müssen. Mit einem Erfolgserlebnis wären die Schwaben weiter im Kampf um die Play-off-Plätze dabei gewesen.

Nun müssen sich die Perovic-Schützlinge wieder hinten anstellen und gegen den Tabellenzweiten DEUTSCHE BANK SKYLINERS am Mittwochabend (20 Uhr – Paul Horn-Arena) um den besten Spieler der Beko BBL, DaShaun Wood, kräftig ins Zeug legen, um wieder ein Erfolgserlebnis feiern zu können.
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