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"Ausnahmestellung im deutschen Basketball" - Stephan Baeck in seiner Kolumne

Die Hinrunde in der Beko BBL ist beendet, 17 Spieltage sind absolviert. Zeit für eine Zwischenbilanz. Die grandiose Leistung der Brose Baskets Bamberg muss man wirklich hervorheben. Sie schaffen es, das dritte Jahr in ...
1326265656/img_Stephan_Baeck.jpg... Folge sehr dominanten und attraktiven Basketball zu spielen. Die Verantwortlichen haben einen Riesenjob gemacht. Die Mannschaft wurde immer nur punktuell verändert. Man wurde zweimal hintereinander Meister und Pokalsieger, spielt in der Euroleague.

image_1288779294890.png.

All das weckt bei den Spielern natürlich Begehrlichkeiten, sie bekommen Angebote anderer namhafter Klubs. Dennoch blieb die Mannschaft zusammen. Das spricht für ein gutes Gespür der Verantwortlichen und die Zusammenstellung des Teams. Und die wenigen Neuzugänge bringen eine neue Qualität. Die Brose Baskets nehmen ganz klar eine Ausnahmestellung im deutschen Basketball ein. Deshalb freut es mich umso mehr, dass das Team für diese Leistung "Die SPORT1" erhalten hat.

Die Würzburger haben bisher genauso positiv überrascht, wie es Göttingen in den letzten Jahren getan hat. Sie tragen die Handschrift von Trainer John Patrick, der immer die passenden athletischen und wieselflinken Spieler verpflichtet hat, die über vierzig Minuten bedingungslos verteidigen. Mit dieser Verteidigung lassen sie den schlechteren Teams keine Chance. Und sie haben immer die Chance, auch gegen die größeren zu gewinnen.

Auch Ulm schreibt bisher eine sehr schöne Geschichte. Besser kann es für einen Verein kaum laufen. Man zieht in eine neue Halle ein und ist sportlich gleichermaßen erfolgreich. Die Entwicklung von Zuschauern, Popularität und Mannschaft geht dort Hand in Hand. Mich freut, dass mit Per Günther ein junger deutscher Pointguard die Mannschaft sehr erfolgreich lenkt. Die deutschen Aufbauspieler werden von vielen als die Achillesferse im deutschen Basketball bezeichnet - das ist ein schönes Gegenbeispiel.

Von Überraschungsmannschaft kann man eigentlich gar nicht mehr sprechen, weil die Ulmer bislang wirklich konstant spielen und zurecht an zweiter Stelle stehen. Außerdem hat man es geschafft, John Bryant, der erneut eine Bombensaison spielt, längerfristig zu binden. Er ist für mich der Spieler der Vorrunde. Er ist einer der besten Center der Liga, ist groß, ein sehr guter Rebounder mit gutem Stellungsspiel und hat sehr gute Hände. Viele Vereine suchen händeringend nach so einem guten und vor allem bezahlbaren Center. Den Ulmern ist mit der Verpflichtung ein Kunststück gelungen.

Nun zu den unteren Tabellenregionen. Auch die Ludwigsburger, die in den letzten Jahren immer um die Playoffs mitgespielt haben, waren bislang deutlich schwächer als erwartet. Trainer Markus Jochum musste schon seinen Hut nehmen. Es gelingt ihnen nur schwer, mit wirklicher Kontinuität auf der Trainerposition zu arbeiten.

Generell ist die Liga wieder sehr ausgeglichen besetzt, es gibt viele spannende Spiele, die Hallen sind gut besucht, das Event Basketball funktioniert. Aber auch von der ganzen Struktur haben alle Teams viel von langjährigen Top-Mannschaften wie Berlin oder Bamberg gelernt. Deshalb sehe ich den Basketball auf einem sehr guten Weg. Die Liga hat sich vorgenommen, bis 2020 eine der besten in Europa zu sein. Das ist ein großes Ziel. Ich denke, die Liga ist dazu bereit, wenn auch nicht alles Gold ist was glänzt.

Auch wegen dieser Ausgeglichenheit freue ich mich auf die Rückrunde. Es kann noch so viel passieren im Kampf um die Playoffs und den Klassenerhalt. Durch das Playoff-System bleibt es bis zum letzten Spiel spannend. Natürlich strotzen die Bamberger derzeit vor Selbstvertrauen, aber vielleicht kann die eine oder andere Mannschaft noch über sich hinauswachsen.

Also, auf eine noch schönere zweite Halbzeit!

In diesem Sinne, NEXXT!

Stephan Baeck

Stephan Baeck, 46, erzielte in 133 Länderspielen 1210 Punkte für Deutschland und wurde 1993 in einem dramatischen Finale gegen Russland Europameister. Der Shooting Guard holte zudem drei Meistertitel mit Bayer 04 Leverkusen, zwei mit dem BSC Saturn Köln und einen mit ALBA Berlin. Mit den "Albatrossen" gewann er 1995 zudem den Korac-Cup. Von 2000 bis 2009 arbeitete Stephan Baeck als Geschäftsführer, Sportdirektor und Head Coach für das Kölner Bundesliga-Team und führte es zu drei Pokalsiegen und zum Meistertitel 2006.

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