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Beko BBL-Miniturnier in Göttingen: Bugs Bunny und Berliner Talente sorgen für Begeisterung

Beko BBL-Miniturnier in Göttingen: Bugs Bunny und Berliner Talente sorgen für Begeisterung

Zum krönenden Abschluss bildete sich eine Traube aus Spielern des TuS Lichterfelde, die unter den Augen von rund 1.000 anfeuernden Kindern im Finale der U12 über Stadtkonkurrent VfL Lichtenrade mit 39:19 triumphierten. „Meine Spieler fühlen sich wie frischgebackene Deutsche Meister“, schwärmte TusLi-Coach Florian Brill. Damit war das Beko BBL-Miniturnier in Göttingen zum Höhepunkt abermals fest in Berliner Hände. „Eine solch großartige Atmosphäre ist den immensen Arbeitsaufwand allemal wert“, zog Turnier-Initiator Wessel Lücke (BG 74 Göttingen) ein positives Fazit.
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Insbesondere aber glänzten zahlreiche Kinderaugen beim größten Mini-Basketballturnier in Europa mit 138 Mannschaften und 340 Spielen an zwei Tagen. „Es ist absolut super“, betonte der elfjährige Niklas Bennet-Schulze vom Heesseler SV bei Hannover-Burgdorf. Sein Mitspieler Felix Dietz war hingegen nicht ganz zu euphorisch und locker. Allerdings entlud sich die Aufregung schnell, denn der lebensgroße Bugs Bunny von Turnier-Partner Warner Bros., war, so hatte es den Anschein, auf dem zentralen Turniergelände an den Sporthallen des Felix-Klein-Gymnasiums, omnipräsent und avancierte zum beliebtesten Fotomotiv. „Der ist echt lustig und richtig schön weich“, freuten sich beispielsweise die Zwillinge Birger und Jasper Lüer, die zudem noch den Turniersieg ihrer BG 74 Göttingen unter Trainer und Vater Christian Lüer in der U10 bejubeln durften.

Im Großeinsatz befanden sich auch die Schiedsrichter, die vom Turnier-Fahrdienst im Minutentakt mit Kleinbussen samt darin sich befindender Kinder von Halle zu Halle befördert wurden. „Ich bin zwar ziemlich kaputt, aber durch die vielen Zuschauer und die extrem motivierten Eltern ist jede Partie einzigartig“, schnaufte ein sichtlich erschöpfter Referee Felix Gerland nach 13 geleiteten Begegnungen.

Bereits im achten Jahr begleitet das Münchner Basketballartikel-Geschäft For Three das bunte Treiben am eigens errichteten Turnier-Zeltplatz. „Die Minis sind traditionell die besten Abnehmer von Shirts und Accessoires“, sagte Geschäftsführer Max Teschemacher. Noch viel mehr als über den erzielten Profit freute sich der Bayer über die abermalige Einladung nach Göttingen. „Dieses Event strotzt nur so vor familiärem Flair und ist nicht vergleichbar mit anderen Turnieren in Deutschland.“

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Nachdem die Beko BBL das Miniturnier vergangenes Jahr erstmalig als Schirmherr unterstützte, sagte Jens Staudenmayer, Leiter Sport Beko BBL, bereits Unterstützung fürs kommende Jahr zu. „Das Niveau verbessert sich stetig. Dazu kommt eine hervorragende Organisation von Seiten Wessel Lückes. Europaweit gibt es nichts Vergleichbares“, konstatierte der 44-jährige ehemalige Spitzen-Schiedsrichter. Zudem sprach der gebürtige Berliner vom „jährlichen Saisonhöhepunkt eines jeden Mini-Basketballers“.

Traditionell stark vertreten waren die lokalen Teams aus der Leinestadt. Während die meisten der jungen „Veilchen“ (BG 74 Göttingen) und „Königsblauen“ (ASC 46 Göttingen) über Siege jubelten, bliesen die Lokalmatadorinnen Melanie Crowder und Louisa Hackbusch Trübsal. „Wir hatten uns mehr als Platz fünf ausgerechnet“, analysiert die zwölfjährige Melanie, deren Schwester Jennifer in der Junioren-Nationalmannschaft spielt, treffend. „Immerhin haben wir hier wieder viele Bekannte und Freunde aus anderen Vereinen getroffen“, betonte die gleichaltrige Louisa.

Auch Kölns Theo Markert hätte sich mit seiner U12 mehr als den fünften Rang gewünscht, doch der Trainer-Veteran erkannte den Berliner Erfolg neidlos an: „Wir hatten in einigen Spielen Pech, aber die Qualität der Hauptstädter ist seit Jahren unbestritten“. Währenddessen nahm Turnier-Leiter Wessel Lücke in aller Ruhe bereits die ersten Anmeldungen aus Frankreich und Luxemburg fürs kommende Jahr entgegen. „Die Plätze werden schnell vergeben sein“, konstatierte der 74-Jährige.

Jens Staudenmayer im Interview:
„Verbindung von Schule und Sport ist die große Herausforderung“

1339674337/img_jens.JPGJens Staudenmayer ist als Leiter Sport der Beko BBL hauptverantwortlich für die Rahmen gebenden Strukturen der Nachwuchsarbeit der Erstliga-Standorte. Der 44-Jährige koordiniert zudem die Schulprogramme der Beko BBL in Zusammenarbeit mit den Vereinen. Beim Beko BBL-Miniturnier in Göttingen zog Staudenmayer, der seine hauptsächlichen basketballerischen Stationen beim hessischen TV Langen und in Berlin beim TuS Lichterfelde genoss, ein äußerst positives Fazit zur Situation des Mini-Basketballs in Deutschland und einer äußerst erfreulichen Entwicklung.



Welche Bedeutung spielt das Miniturnier der Beko BBL für den Mini-Basketball in Deutschland?
Jens Staudenmayer: „Das Miniturnier ist die größte Veranstaltung seiner Art in Europa. Entsprechend ist es aus unseren Planungen nicht wegzudenken und als Aushängeschild des Mini-Basketballs absolut unumstritten. Für Spieler der Altersklassen U12 und jünger ist es der jährliche Saisonhöhepunkt. Daher plant die Beko BBL eine langfristige Kooperation und Schirmherrschaft.“

Wie würden Sie die Entwicklung des Turniers in der vorangegangenen Dekade beschreiben?
„Das Niveau hat sich konstant gesteigert. Grundlage dafür ist auch eine hervorragende Organisation des Events. Wir sind in der Breite wesentlich besser aufgestellt – und das macht sich natürlich in der Leistungsspitze bemerkbar. Die Vereine leisten hier großartige Arbeit im Training. Die Umstrukturierungen und Neu-Regelungen im Mini-Basketball sind mittlerweile von jedem Klub angenommen worden. Die spielerische Klasse beim Turnier ist von Jahr zu Jahr gewachsen.“

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Wo liegen noch Schwachpunkte im Mini-Basketball und wo gibt es Reformansätze?
„Langfristig ist das Ziel, möglichst viele Spitzensportler zu entwickeln. Die große Herausforderung ist die Verbindung von Schule und Sport. Hierzu arbeiten wir ein Schulprogramm aus, das auf AGs abzielt und mehr Kinder zu unserem Sport bringen soll. Besonders bei Ganztagsschulen wird die Grenze zwischen Bildungsstätte und Sportverein künftig verschmelzen. Zudem geht der Trend ganz klar in Richtung hauptamtlicher Trainer, da sie den gestiegenen organisatorischen wie sportlichen Aufwand besser bewältigen können.“

Sie sind selbst als Trainer der U10 des TuS Mondorf aktiv. Inwiefern hilft Ihnen das bei den anstehenden Projekten?
„Es hilft extrem, da ich einen Einblick in die Problembereiche, aber auch Stärken im Tagesgeschäft eines Basketballvereins erhalte. Letztlich beginnt hier auch der Ansatz unserer Arbeit.“

Was macht das besondere Flair des Göttinger Miniturniers aus?
„Neben dem bereits erwähnten hohen Niveau, sind es die unzähligen glücklichen Kinder, die man hier trifft. Die familiäre Atmosphäre hat ihren ganz eigenen Charme. Hier treffen die stärksten Teams in der Spitze aufeinander, so dass sich die Kinder erstmals richtig messen können. Aber auch in der Breite ist das Turnier bestens aufgestellt.“

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