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BEKO Leagues Cup: Istanbul und Moskau im Finale, Bayern am Sonntag gegen Kaunas

BEKO Leagues Cup: Istanbul und Moskau im Finale, Bayern am Sonntag gegen Kaunas

ZSKA Moskau und Besiktas Istanbul bestreiten das Finale der ersten Auflage des BEKO Leagues Cups, Gastgeber FC Bayern München trifft am Sonntag auf Zalgiris Kaunas. Die Bayern hatten ihr erstes Spiel gegen den Favoriten aus der russischen Hauptstadt mit 66:87 verloren, der litauische Meister musste sich Istanbul mit 57:75 geschlagen geben.

FC Bayern München unterliegt ZSKA Moskau


Im zweiten Spiel des BEKO Leagues Cup 2012 verlieren die Basketballer des FC Bayern München gegen den russischen Serienmeister und zweimaligen Euroleague-Gewinner ZSKA Moskau deutlich mit 66:87 (38:40). Ein qualitativ hochwertigerer Gegner in einem Vorbereitungsspiel ist kaum zu bekommen, und so kamen trotz des Oktoberfest-Auftaktes immerhin 2.770 Zuschauer in den Audi Dome und verfolgten mit gespanntem Interesse, wie sich das Bayern-Team mit den Neuen Tyrese Rice, Brandon Thomas, Yotam Halperin und Lawrence Roberts präsentieren würde.



Drei der vier Neu-Münchner standen in der Anfangsformation, die Coach Dirk Bauermann auf das Parkett schickte: Rice, Benzing, Halperin, Roberts und Homan. Das Spiel begann mit einem eher höflichen Abtasten, bevor Milos Teodosic die Moskauer mit zwei Punkten in Führung brachte. Die Münchner bemühten sich, fanden aber noch nicht richtig zum notwendigen Rhythmus – so konnten sich die Russen nach wenigen Minuten absetzen und lagen nach etwas mehr als vier Minuten bereits mit 10:1 vorne. Neu-Bayer Lawrence Roberts überwand die beachtliche russische Verteidigungswand und traf zum 3:10 (6. Spielminute). Allmählich legte Bayern die übertriebene Ehrfurcht ab und kämpfte sich heran, hierbei konnte sich wiederholt Nationalspieler Jan Jagla erfolgreich in Szene setzen und Treffer um Treffer erzielen, ihm gelangen allein im ersten Viertel 10 Punkte. Der Anschluss war wieder hergestellt (14:16/9.), und das Viertel endete mit einer eher knappen Führung für den russischen Meister – 16:20.

Im zweiten Spielabschnitt setzte sich der Aufwärtstrend der Bayern fort, Chevon Troutman traf nach zwei Minuten zum 22:22-Ausgleich. Jetzt war es eine Partie auf Augenhöhe, doch wenig später legten die Moskauer vor allem in der Verteidigung nochmal eine Schippe drauf und machten den Bayern das Durchkommen zum Korb und das Werfen extrem schwer. Auf diese Weise zwang der russische Rekordmeister die Münchner zu Ballverlusten. Zur Mitte des Viertels hatten sich die Gäste wieder etwas abgesetzt (27:33/16.). Das Spiel plätscherte munter dahin, ehe Robin Benzing die Fans entzückte, indem er einen Dreier aus rund acht Metern Entfernung nahtlos versenkte. Yotam Halperin zog im nächsten Angriff der Bayern energisch zum Korb und schloss zum 34:36 (18.) ab, schon war wieder Leben in der Bude. Ärgerliche Ballverluste der Münchner wurden von ZSKA eiskalt ausgenutzt (35:40/19.), ein erfolgreicher Drei-Punkte-Wurf von Tyrese Rice zwölf Sekunden vor der Pause verkürzte den Rückstand auf zwei Punkte – Halbzeitstand 38:40.

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Nach dem Seitenwechsel steuerte Yotam Halperin den Ball mit Ablauf der 24 Sekunden gefühlvoll per Floater in den Korb und glich zum 40:40 (22.) aus. Jared Homan traf einen von zwei Freiwürfen und markierte so die erste Führung der Isarstädter (41:40). Das Spiel nahm nun ordentlich Fahrt auf, Moskau hatte jedoch etwas mehr Glück im Abschluss und führte nach 25 Minuten 46:51. Bayern München spielte zu diesem Zeitpunkt der Partie gegen die derzeit wohl beste Vereinsmannschaft Europas frech auf und konnte zumindest dranbleiben – allerdings klappte während der letzten drei Minuten des Viertels nicht mehr viel, das Team von Coach Dirk Bauermann musste mitansehen, wie die mit Stars gespickte Mannschaft aus Russland den Vorsprung bis zum Ende des dritten Viertels zweistellig werden ließ – 53:64.

Auch zu Beginn des letzten Spielabschnittes beeindruckte der Euroleague-Finalist mit einer atemberaubend intensiven Verteidigung, die das Team aus München vor erhebliche Probleme stellte: Die ersten Punkte für die Hausherren gelangen Robin Benzing erst nach zweieinhalb Minuten von der Freiwurflinie, doch da waren die Moskauer schon enteilt (55:68/33.). ZSKA agierte nun im Stile einer europäischen Spitzenmannschaft, verteidigte exzellent und zeigte auch im Angriff Basketball vom Feinsten: Die Systeme wurden exakt und gewitzt heruntergespult, die Chancenauswertung war geradezu furchterregend sicher. Vier Minuten vor dem Ende waren die Gäste 20 Punkte in Front (55:76/36.). Das Spiel war verloren, doch Bayern war um wichtige Erkenntnisse reicher: Auf dem Weg zur angestrebten europäischen Spitze besteht noch Aufholbedarf, und die Erfahrung, sich gegen das Spitzenteam aus Moskau ordentlich verkauft zu haben, wird mit Sicherheit in der bevorstehenden BBL-Saison nützlich sein. Schön war auch, dass die Nachwuchstalente Bogdan Radosavljevic und Mauricio Marin in den letzten zwei Minuten wertvolle Spielzeit erhielten. Mit der Schlusssirene erhielten die Fans noch einmal die Gelegenheit zum Jubeln, denn Tyrese Rice traf den Buzzer Beater aus acht Metern.

Ettore Messina, Trainer von ZSKA Moskau, meinte nach dem Spiel: "Dieses Spiel war für uns eine wichtige Erfahrung. In der ersten Hälfte haben die Bayern den Ball gut rotieren lassen, gute Würfe kreiert und das Spieltempo bestimmt. In der zweiten Hälften konnten wir die Intensität jedoch erhöhen. Der Gegner hat uns heute alles abverlangt. Das ist ein klares Signal, dass die Bayern auf dem richtigen Weg sind. Ich wünsche ihnen alles Gute für die weitere Saison."

FCB-Coach Dirk Bauermann meinte: "Es gibt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Wir haben uns über 28 Spielminuten sehr gut verkauft und waren einigermaßen auf Augenhöhe mit dem Gegner. Moskau hat dann die Intensität angezogen und die Führung mit der zweiten Fünf ausgebaut. Sie haben den Ball gut bewegt und immer wieder den freien Mann gefunden. Wir hingegen haben es auf eigene Faust versucht und hatten in dieser Phase einige Ballverluste. An die gute Leistung in den ersten 28 Minuten müssen wir morgen im Spiel um Platz drei gegen Zalgiris Kaunas anknüpfen."

Für den FC Bayern München spielten: Tyrese Rice (13 Punkte/3 Dreier), Robin Benzing (13/2), Jan Jagla (13), Jared Homan (7), Brandon Thomas (5/1), Chevon Troutman (4), Yotam Halperin (4), Lawrence Roberts (4), Demond Greene (2), Bogdan Radosavljevic und Mauricio Marin.

Besiktas besiegt die lange Garde von Zalgiris Kaunas


Am Ende war es ein Sieg, der auch in dieser Höhe nicht unverdient war. Istanbuls Headcoach Erman Kunter konnte vor allem in der zweiten Hälfte mit seinem Team sehr zufrieden sein. Kaunas dagegen konnte die Ausfälle von Combo-Guard Rimantas Kaukenas (früher in Bonn aktiv) und Centerhüne Robertas Javtokas nicht kompensieren und zeigte über weite Strecken des Spiels nicht mehr als Stückwerk.



Nach einem nervösen Auftakt mit harter Defense und einigen Fehlwürfen auf beiden Seiten ging Kaunas durch Ksistof Lavrinovic mit 8-4 in Führung. Erst wurde der litauische Nationalspieler durch Oliver Lafayette per Pick-and-roll in Szene gesetzt, anschließend vollendete er einen Ballgewinn per Dunk. Aber in der zweiten Hälfte des ersten Viertels kam Istanbul besser ins Laufen. Erst netzte der Slowene Gasper Vidmar einen Hookshot zum 8-9 ein, nach sieben Minuten glich Flügelspieler Patrick Christopher per Drive zum 10-10 aus. Obwohl Kaunas weiter stark im Offensivrebound war, ging Istanbul in Führung. Erst erhöhte Power Forward Vladimir Dasic (Foto) auf 16-10, dann Damir Markota kurz vor der Pause aus der Distanz auf 19-12. Nach weiteren vier schnellen Punkten zum Auftakt des zweiten Viertels baute Istanbul die Führung erstmals auf zehn Punkte aus (24-14) und kontrollierte die Partie dank der abgeklärteren Spielweise. Lafayette verkürzte für Zalgiris kurz vor der Halbzeit per Dreier, sodass der Rückstand zur Pause mit sieben Zählern (37-30) im erträglichen Bereich blieb.

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Auch der Start in die zweite Hälfte war auf beiden Seiten durchwachsen und eher von der Defensive geprägt. Aber wieder fing sich Besiktas zuerst: Christopher setzte sich mit sechs Punkten in Serie in Szene, vollendete erst per Dunk, um sich anschließend zwei Mal unter dem Korb durchzutanken und die Führung auf 47-34 für den türkischen Meister auszubauen. Joan Plaza nahm sich daraufhin als neuer Headcoach des litauischen Champions in einer Auszeit sein Team lautstark zur Brust, aber auch das half nur wenig. Nach schönem Passspiel Istanbuls vollendete Dasic frei unter dem Korb zum 51-36 für die Türken, um anschließend noch einen erfolgreichen Dreier einzustreuen (54-38). Aber Kaunas hatte die Hoffnung noch nicht aufgeben, vor allem da Lafayette mit der Schlusssirene des dritten Viertels mit einem Zauberwurf von der Mittellinie den Rückstand auf 13 Punkte verkürzte.

Tremmell Darden brachte den Rückstand für Kaunas acht Minuten vor dem Ende wieder in den einstelligen Bereich (54-45). Der Small Forward punktete anschließend trotz Foul, verwandelte auch den fälligen Bonusfreiwurf und hielt sein Team so im Spiel. Aber trotz verbesserter Offensive hatte Kaunas hinten weiter Probleme, Körbe der Gegner zu verhindern. Besiktas-Aufbau Curtis Jerrells erhöhte per Korbleger die Führung wieder auf zwölf Zähler und Serhat Cetin traf vier Minuten vor dem Ende mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr einen Dreier zum 67-54. Nach einem weiteren Distanzwurf durch den türkischen Flügelspieler zum 73-57 war die Partie anderthalb Minuten vor dem Ende entschieden.

Um 14:30 spielen der FC Bayern München und Zalgiris Kaunas um den dritten Platz, ab 17 Uhr treffen Besiktas Istanbul und ZSKA Moskau im Finale des BEKO Leagues Cup aufeinander. Tickets für die beiden Begegnungen gibt es unter www.fcb-basketball.de oder ab 13 Uhr an der Tageskasse des Audi Dome. Zudem werden beide Partien von SPORT1+ und per Livestream von SPORT1.de übertragen.
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