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Die Serie hält auch gegen Bayreuth

Die Serie hält auch gegen Bayreuth

Das schönste Kompliment erhielt Thorsten Leibenath nach dem souveränen 74:52-Erfolg von seinem Bayreuther Trainerkollegen. „Ulm hat heute verdient gewonnen, da gibt es keine Diskussion“, stellte der Niederländer Marco van den Berg nach dem 16. Ulmer Saisonerfolg unumwunden fest. „Das Niveau gegen den Tabellenzweiten war für uns heute einfach zu hoch“, so van den Berg weiter, der gleich auch noch die Erklärung für den deutlichen Ulmer Erfolg lieferte: „Ulm hat in der Zone 24 Punkte mehr als wir erzielt, hier liegt der Unterschied.“ Hauptverantwortlich für diesen Unterschied war einmal wieder Topscorer John Bryant mit 18 Zählern. Doch Thorsten Leibenath wäre nicht der ehrgeizige Coach, der er ist, betonte er nicht die Umstände, unter denen der Erfolg zustande kam: „Der Sieg heute war sicher davon beeinflusst, dass Bayreuth stark ersatzgeschwächt war“, so der 36-Jährige.
Und auf die kurze Bayreuther Rotation hatte Leibenath dann auch seine Strategie aufgebaut. Sein Team sollte die ersatzgeschwächten Gäste unter Druck setzen, mürbe machen – so der Plan. Im ersten Viertel müsste sich sein Team dafür allerdings ganz „schön strecken“ (Leibeanth). Denn „verwundete Tiere“, wie es der Head Coach vor dem Spiel formuliert hatte, sind häufig besonders angriffslustig.

Das musste ratiopharm ulm bei seinem fünften Auftritt in der erneut ausverkauften Arena von Beginn an erfahren. Die stark dezimierten Gäste hatten das Spiel anfangs im Griff. 18:21 wies die Anzeigetafel nach den ersten zehn Minuten aus. Das lag zum einen an drei Dreiern der Gäste – bei null der Hausherren – vor allem aber an einer Chancenauswertung, die aus Ulmer Sicht stark ausbaufähig war. Mehrmahls entschied sich ein Ball, der schon sicher in den Bayreuther Korb gefallen schien, doch wieder dafür heraus zu rollen. Auch Allstar MVP John Bryant war von dieser Abschlussschwäche nicht verschont, punktete mit 8 Zählern dennoch am verlässlichsten. „Zu Beginn haben wir nicht konsequent genug gespielt. Diese Tendenz hatten wir jetzt schon häufiger und müssen sie abstellen“, ärgerte sich Leibenath über die fehlende Spannung zu Beginn.

Wenngleich Ulm sich im zweiten Durchgang besser auf die Bayreuther Distanzschützen eingestellt hatte, änderte sich zunächst nichts am Spielverlauf. Die Oberfranken verteidigten konsequent und ließen so nicht einen der gefürchteten Ulmer Schnellangriffe zu. Erst in der 14. Minute war es Rocky Trice, der mit einem Mitteldistanzwurf die erste Führung der Hausherren erzielte (26:25). Auch ein über mehrere Passstafetten herausgespielter Dreier von Per Günther zum 29:27 in der 18. Minute veränderte das Kräfteverhältnis auf dem Parkett zunächst nicht. Erst ein Siebenpunkterun in den letzten 70 Sekunden der 1. Halbzeit – abgeschlossen vom zweiten Günther-Dreier – brachte Ulm einen entscheidenden Vorteil: Beim Stand von 36:27 gingen die Teams in die Kabinen.

Wenngleich die zweite Halbzeit nach einem unsportlichen Foul von Ibekwe an Bryant und vier daraus resultierenden Punkten für Ulm zunächst gut begann (42:32, 22.), der Tabellenelfte blieb der unangenehm kämpfende Gegner. Mit zunehmender Spieldauer machte sich allerdings bei den Gästen den Kräfteverschleiß bemerkbar – sehr zu Freude der Zuschauer. Denn Mitte des dritten Viertels war es Zeit für einige Highlights: Mit zwei krachenden Dunkings – beide Male vorbereitet von Isaiah Swann – hämmerte Big John Bryant das 48:35 (26.) durch die Reuse. Und spätestens nachdem Rocky Trice vier Punkte in Folge (54:35) ablegte, war die Arena in Feierstimmung: „Ulmer! Ulmer!“ hallte es durch das ausverkaufte Rund. Schließlich hatte ratiopharm ulm mit einem 14:0-Lauf der Partie soeben einen vorentscheidenden Impuls gegeben (58:35, 29.).

Das abschließende Viertel nutze Leibenath, um die volle Tiefe seiner Bank auszunutzen. Ohne einen einzigen Starter auf dem Parkett verbrachte sein Team die ersten zwei Minuten des vierten Spielabschnitts (62:44, 33.). Und auch der „zweite Anzug“ passte: Unterstützt vom überragenden John Bryant dominierten die Ulmer „zweite Fünf“ die nun erschöpften Bayreuther (70:45, 37.). Passend zur Spendenaktion für den Bau eines Trainingszentrums für den Ulmer Nachwuchs checkte dann mit Julian Buntz 90 Sekunden vor dem Ende auch noch ein ganz junger ratiopharm-Akteuer ein. Dem Spendenaufruf war zuvor neben vielen Fans und zahlreichen Firmen auch Box-Weltmeisterin Rola el-Halabi gefolgt. Die Ulmerin bewies im „Shoot-out“ ihre Wurfqualitäten und spendete 50 Euro für die Renovierungsarbeiten.

Für ratiopharm ulm spielten:
Swann (2, 6 Assists), Günther (10), Esterkamp (4), Watts (14), Bryant (18), Mason-Griffin (10), Betz (4 Rebounds), Trice (10, 6 Reb.), Nankivil (4), Julian Buntz.

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