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Die verrückte ALLSTAR-Premiere 1987: Punkterekord, Dunkings satt und der Traum von einem...

Die verrückte ALLSTAR-Premiere 1987: Punkterekord, Dunkings satt und der Traum von einem...

25 lange Jahre ist es mittlerweile her, als das erste „All-Star-Spiel“ der höchsten deutschen Spielklasse über die Bühne ging. Wenn man sich die Premiere genauer anschaut, wirkt es fast wie eine Reise in die (Basketball-)Steinzeit. Denn das erste Treffen der Alphamännchen der Liga war am 19. Dezember 1987 mehr die erste, zarte Verwirklichung einer vagen Fantasie eines Basketballfestes, denn die Umsetzung eines perfekt durchorganisierten Show-Events.
Da die geplante Großveranstaltung in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle nicht durchgeführt werden konnte, wählten die Organisatoren die deutlich kleinere Rundsporthalle in Ludwigsburg als Austragungsstätte aus. Positiver Nebeneffekt: Das Ganze hatte einen sehr familiären Rahmen. „Wir wollen etwas schaffen, das zum Höhepunkt des Basketball-Geschehens werden kann, quasi ein alljährliches Basketball-Fest, das bald größere Hallen benötigt. Aber das Ludwigsburger Publikum wird schon für einen würdigen Rahmen sorgen“, sagte Cheforganisator Günther Bullinger damals – und sollte Recht behalten.

Die Qual der Wahl für die Trainer

1326791086/img_Harnisch2.jpgDen perfekten sportlichen Rahmen bekam das „ALLSTAR-Debüt“ vor allem dank der Vereine, denn 1987 wurden die Spieler von den Klubs gemeldet. Die Trainer hatten dann bei der Zusammenstellung der Kader die Qual der Wahl, da der Andrang riesig war. „Wir kannten ja alle das All-Star-Game aus der NBA und waren daher heiß, selbst so ein Spiel zu bekommen und dabei mitzuspielen“, sagt der Vizepräsident von ALBA BERLIN, Henning Harnisch, der damals als 19-Jähriger für den MTV 1846 Gießen auf Korbjagd ging.

330 Punkte und Dunks am Fließband

So waren fast sämtliche Stars der Liga am Start: Die Nationalspieler Mike Jackel, Hansi Gnad, Stephan Baeck (alle BSC Saturn Köln), Armin Andres (1. FC Bamberg) und Christoph Körner (TSV Bayer 04 Leverkusen) sowie die US-Ausnahmekönner John Johnson, John Deveraux (beide TSV Bayer 04 Leverkusen), George Devone, Cedric Robinson (beide FC Bayern München) und Ralph McPherson (BSC Saturn Köln), nur um einige zu nennen. Die beiden bestens besetzten Teams rissen die Fans reihenweise von den Sitzen. Und das ohne Vorbereitung, denn ein gemeinsames Training der beiden Auswahlteams hatte es nicht gegeben. Jegliche Art von Verteidigung übrigens ebenfalls nicht. Dafür aber ein Offensiv-Feuerwerk in vier zwölfminütigen „Akten“ mit insgesamt 330 Punkten - bis heute Rekord für ein ALLSTAR-Game.

1326793244/img_Markus_Jochum_III.jpg„Wir haben uns in der Halle getroffen, uns kurz aufgewärmt und dann Spaß gehabt“, sagt der ehemalige Trainer von EnBW Ludwigsburg, Markus Jochum, der 1987 in der Starting Five der Süd-Auswahl stand. „Wir wollten den Fans eine tolle Show bieten, Defense war da nicht angesagt.“ Anders ist das von zahlreichen Dunkings, No-Look-Pässen und „Alley-Oops“ geprägte 179:151 von Jochums Farben auch nicht zu erklären.

Auszeichnungen für John Deveraux und Lokalmatador Hans Wichary

Den rund 1.500 Fans in der altehrwürdigen Rundsporthalle in Ludwigsburg war dies egal, sie waren begeistert von der Basketball-Gala ihrer Bundesligastars. Erster „Slam-Dunk-Champion“ wurde übrigens Vielflieger John Deveraux, der mit amtlichen 28 Punkten auch zum Topscorer avancierte. Den Titel des besten Dreierschützen räumte Lokalmatador Hans Wichary von der SpVgg 07 Ludwigsburg ab.
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