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EuroChallenge: Artland Dragons empfangen Besiktas Istanbul mit Carlos Arroyo und Adam Morrison

EuroChallenge: Artland Dragons empfangen Besiktas Istanbul mit Carlos Arroyo und Adam Morrison

Acht deutsche Klubs starteten in den drei europäischen Wettbewerben. Nachdem sieben davon im Verlauf der Saison auf der Strecke geblieben sind, gilt es nun, dem Klub, der als letzter auf europäischer Ebene die Fahne der Beko BBL hochhält, die Daumen zu drücken. Auch, wenn der Gegner mehr als prominent besetzt ist …
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Am Dienstag (13. März, 19:30 Uhr) starten die Artland Dragons mit einem Heimspiel gegen Besiktas Istanbul ins Playoff-Viertelfinale der EuroChallenge. Am Mittwoch geht es dann gleich in den Flieger Richtung Türkei, denn das zweite Spiel in der Serie „best-of-three“ steht bereits am Donnerstag (15. März, 18 Uhr MEZ) in der 3.500 Zuschauer fassenden Besiktas Milangaz Arena auf dem Programm (diese Partie wird bei www.fibatv.com/europe live und kostenfrei übertragen). Steht es danach 1:1, kommt es am 20. März, wieder in Quakenbrück, zu einem entscheidenden dritten Spiel.

Besiktas für die EuroChallenge eine Nummer zu groß?

Den in solchen Playoffs so bedeutenden Heimvorteil haben die Artland Dragons auf ihrer Seite. Das Team von Trainer Stefan Koch, das sich diesen als Gruppensieger der Zwischenrunde verdient hat, wird mit ihm am Dienstag aber sorgsam umgehen müssen, denn gegen einen auf dem Papier übermächtig wirkenden Gegner könnte es der größte Trumpf der Artländer sein. Die EuroChallenge ist nämlich für den Klub vom Bosporus, der in dieser Saison in der boomenden türkischen Liga (Beko TBL) zu den „großen Fünf“ zählt, die sich an der Tabellenspitze aktuell ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, allenfalls ein Trostpreis. Das Augenmerk der Vereinsführung und von Trainer Ergin Ataman war zu Saisonbeginn ganz auf den höheren Eurocup gerichtet, wo man sich spätestens seit der Verpflichtung des NBA-Stars Deron Williams (Olympiasieger 2008 mit den USA) große Chancen ausgerechnet hatte.

Aber schon in der Eurocup-Qualifikation gab es die erste große Enttäuschung, denn Besiktas traf gegen den belgischen Pokalsieger Mons auf einen Gegner, der den hochkarätig besetzten Türken Ende September eines voraus hatte: Mons hatte sein Team über den Sommer kaum verändert, ging entsprechend eingespielt in die Eurocup-Quali und war in der Addition der zwei Quali-Spiele drei Punkte besser als Besiktas. „Dann gewinnen wir eben die EuroChallenge“, entschied Trainer Ataman trotzig und zumindest in der Vorrunde sah es danach aus, als ob nichts und niemand die Türken im dritthöchsten Wettbewerb würde stoppen können. Vor allem Deron Wiliiams kam immer besser in Fahrt. Seine 50-Punkte-Gala am 22. November gegen die BG Göttingen zählt zu den Highlights der laufenden Europapokalsaison:



Fünfzig Punkte von Deron Williams kassiert zu haben, muss den Göttingern übrigens nicht peinlich sein. Der mittlerweile in seine Heimat zurückgekehrte NBA-Allstar machte kürzlich in der NBA mit den New Jersey Nets gegen die Charlotte Bobcats gar 57 Punkte.

Toller Lauf in der Türkei – Pech in der EuroChallenge

Das Ende des NBA-Lockouts und der Verlust seiner beiden NBA-Profis Deron Williams und Semih Erden zwang Trainer Ataman, sein Team zum Jahreswechsel für die Last16 noch einmal umzubauen. Dass dabei mit dem Puertoricaner Carlos Arroyo (an diese Szene hier von den Olympischen Spielen 2004 werden sich viele Basketballfans sowie Amar'e Stoudemires Knöchel noch erinnern) für die Eins und dem Briten Pops Mensah-Bonsu für die Vier zwei Nationalspieler ihren Weg zu Besiktas fanden, die man zuvor allenfalls aus der NBA oder der Euroleague kannte, unterstreicht, in welchen Dimensionen derzeit am Bosporus gedacht wird. Auch, als sich nach einer Verletzung von Marcellus Kemp (seit einigen Wochen zurück im Team) eine Lücke auf dem Flügel auftat, wurde es mit der Verpflichtung des früheren NCAA-Topscorers Adam Morrison (hier einige NBA-Highlights) umgehend hochkarätig gestopft.

8:1 Siege seit Januar in der türkischen Liga und vor allem der Gewinn des Final8-Turniers um den türkischen Pokal vor vier Wochen weckten den Eindruck, dass Besiktas in der neuen Zusammensetzung eher stärker als vor Weihnachten einzuschätzen ist. In der Last16-Gruppe K wartete aber in Gestalt des spanischen Erstligisten Fuenlabrada eine böse Überraschung auf Ataman. Die Spanier überraschten Besiktas in Madrid mit 72:70 und konnten anschließend auf der PK einen echt angefressenen Ergin Ataman erleben:





Von der Pressekonferenz des Rückspiels existiert leider keine Aufzeichnung, was aber vielleicht auch besser ist, denn Trainer Ataman konnte sein vollmundiges Versprechen aus dem zweiten Video „die zwei Punkte aus dem Hinspiel locker wettzumachen“, nicht in die Tat umsetzen. Fuenlabrada war mit einer hochkonzentrierten und geschlossenen Teamvorstellung auch in Istanbul erfolgreich und sicherte sich mit einem 78:77-Sieg (Highlights) den Gruppensieg vor einem Besiktas-Team, das sich zu sehr auf die Einzelaktionen ihrer Stars Mensah-Bonsu (24 Punkte), David Hawkins (15) und Zoran Erceg (15) verließ.

Besiktas’ verpasster Last16-Gruppensieg: Gut für die Dragons?

Etwas überraschend treffen die Artland Dragons somit nun schon im Viertelfinale auf den zu Saisonbeginn in der EuroChallenge allgemein als hohen Favoriten gehandelten Klub vom Bosporus, dem man mit dem Gewinn der eigenen Gruppe eigentlich aus dem Weg gehen wollte. Ob die Dragons aber gegen die nicht so hochkarätig besetzten – aber als Team offenbar besser funktionierenden – Spanier größere Chancen gehabt hätten, wird für immer Spekulation bleiben. Das Team von Trainer Stefan Koch muss die Gegner nehmen wie sie kommen. Selbst wenn Besiktas’ Star-Ensemble auch im Viertelfinale Defizite im Zusammenspiel offenbaren sollte, werden die Dragons gegen einen Gegner, bei dem allein sieben Akteure im Schnitt mehr als zehn Punkte auf der Hand haben, einen schweren Stand haben. Das wissen auch Johannes Strasser und David Holston:



Am Wochenende konnte sich Ataman über eine gelungene Generalprobe freuen - in der Beko TBL gab es ein 101:78 beim Neunten Aliaga Petkim. Bei der sehr ausgeglichenen Teamleistung ragte allenfalls Mensah-Bonsu mit einem von spektakulären Einlagen gewürzten Double-Double (25 Punkte und zehn Rebounds) heraus. Nationalcenter Baris Hersek überraschte mit 15 Punkten (3/4 Dreier), Arroyo (acht Assists) und Marcellus Kemp steuerten je 13 Zähler zum hohen Sieg bei.

Besiktas im Stenogramm
Guards: Carlos Arroyo (32, 185, PUR, 10,0 P/Sp, 2,8 As/Sp), Marcellus Kemp (27, 188, USA, 17,0 p/Sp), Can Akin (G, 29, 190), Mehmet Yagmur (24, 185), Kartal Özmizrak (16, 188).
Forwards: Adam Morrison (27, 203, USA, 12,8 P/Sp), David Hawkins (29, 195, USA, 14,1 P/Sp, 2,5 As/Sp, 1 St/Sp), Serhat Cetin (26, 197).
Center: Pops Mensah-Bonsu (28, 206, GB, 16,9 P/Sp, 10 Rb/Sp, 1 Bl/Sp), Zoran Erceg (27, 210, SRB), Ersin Dagli (aka Erwin Dudley, 31, 201, US/TUR, 12,0 P/Sp, 7,3 Rb/Sp), Baris Hersek (23, 207), Adem Ören (32, 208).
Headcoach: Ergin Ataman (45, seit Januar 2011 bei Besiktas, in den Jahren davor 3x Euroleague Final Four mit Efes Istanbul und MPS Siena).
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