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Experten-Analyse: Hinten mehr reden, Tibor die Würfe schwerer machen und nicht zu viel Video...

Experten-Analyse: Hinten mehr reden, Tibor die Würfe schwerer machen und nicht zu viel Video...

Jedes der Finalspiele wird für uns von einem Assistenzcoach aus der Beko BBL verfolgt und anschließend analysiert. Philipp Köchling, Co-Trainer der New Yorker Phantoms aus Brauschweig, mit seiner Meinung zum 98:72-Erfolg der Brose Baskets: schlechte Ulmer Defense zu Beginn, Tibors beeindruckender Auftritt und bitte nicht zu viel Video schauen!
Der Start

1338825117/img_phil_tucker.jpgBamberg wurde ein guter Start ins Spiel gestattet. Insbesondere die ersten zwei Dreier durch Brian Roberts und Anton Gavel waren zu offen, und beim folgenden Angriff reichte Casey Jacobsen ein einfacher Curl um den Block, um in die Mitte zu ziehen und auf Tibor Pleiß durchzustecken – von der Helpside war in der Situation auch nicht richtig viel zu sehen. Es gibt eine Sache, die man den Bambergern als eingespieltes Team auf keinen Fall gestatten sollte: von Beginn an gut in den eigenen Offensiv-Rhythmus kommen! Da muss die Kommunikation der Ulmer in der Defense von Beginn an besser sein. Und als wenn das nicht genug gewesen wäre, gestatten die Ulmer den Bambergern auch noch einige einfache Punkte aus dem Fastbreak. Exemplarisch für die bescheidene Transition-Defense der Ulmer ist der Alley-Oop von P.J. Tucker zu nennen. Bei so einem schlechten Start und solch einer unkonzentrierten Defense in der Bewegung nach hinten ist das Bamberger Publikum natürlich sofort da. Und wer selbst mal in der Stechert-Arena gespielt oder auf den Rängen gesessen hat, weiß wie schwer es dann in der Frankenhölle werden kann.

Pick-and-pop mit Tibor Pleiß

1338825151/img_phil_pleiss.jpegAuffällig in diesem Spiel war auch wieder Tibor Pleiß (100 Prozent aus dem Feld). Er hat sowohl in der Saison als auch nun in den Playoffs bereits bewiesen, dass er von außen gefährlich sein kann. Deshalb darf er auch außen nicht frei gelassen werden. Aber nach seinen Blöcken am ballführenden Mitspieler und dem darauf folgenden Abrollen nach außen (Pick-and-pop) hatte er viel Platz und auch Zeit für seine Schüsse. Aus unserer gemeinsamen Zeit in Köln weiß ich, dass Tibor nicht nur viel Talent besitzt, sondern auch verdammt schnell lernt. Schon damals waren wir erstaunt darüber, wie schnell er Dinge aufnimmt und auch auf dem Feld umsetzt. Unser damaliger Trainerfuchs Drasko Prodanovic sagte zu der Zeit bereits, dass Tibor noch vor Marcin Gortat in der NBA spielen werde. Dafür hat es zwar nicht gereicht, aber Tibor besitzt dennoch alles, was für eine Karriere in der NBA nötig ist.

Für das nächste Spiel

1338825180/img_phil_isaiah.jpgFür Thorsten Leibenath und seine Profis geht es darum, dieses Spiel so schnell wie möglich aus den Köpfen zu bekommen. Ich würde den Jungs in der Videoanalyse nicht zu viele schlechte Szenen zeigen und stattdessen auf positive Aspekte eingehen. Thorsten muss die Spieler wieder aufbauen und mental stärken. Des Weiteren muss es für die Ulmer natürlich darum gehen, die oben genannten Fehler abzustellen und mit Selbstvertrauen in der eigenen Halle aufzutreten. John Bryant kann in der Offense sicherlich besser eingebunden werden, da ich hier gegen Tibor einige Vorteile im Lowpost sehe. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Thorsten Isaiah Swann wieder in die Starting Five stellt, da der Linkshänder als emotionaler Leader des Teams wichtig ist und mit seinen Würfen aus schwierigen Situationen, Mitspieler und Zuschauer wach rütteln kann (wenn er denn wieder besser treffen sollte).

Zur Person: Philipp Köchling

1338825084/img_phil_seb.jpegPhilipp Köchling (11.03.1977) ist seit 2009 Co-Trainer in Braunschweig. Vorher war der Absolvent der Deutschen Sporthochschule Assistent bei den Köln 99ers und feierte am Rhein drei Pokalsiege und 2006 die Deutsche Meisterschaft unter Berlins neuem Headcoach Sasa Obradovic.
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