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Experten-Analyse vom dritten Finale: „unforced errors“ beim Meister und wichtige Impulse von der...

Experten-Analyse vom dritten Finale: „unforced errors“ beim Meister und wichtige Impulse von der...

Jedes der Finalspiele wird für uns von einem Assistenzcoach aus der Beko BBL verfolgt und anschließend analysiert. Peter Günschel, zuletzt Co-Trainer der Telekom Baskets Bonn (und damit der Mannschaft, die den Bambergern die einzige Playoff-Niederlage zufügen konnte), mit seiner Meinung zum 97:95-Sieg der Brose Baskets im dritten Finale.
Der Start: „unforced errors“ beim Meister

1339649949/img_guenschel_1.jpgDie Brose Baskets waren nicht so konsequent wie in den Spielen zuvor. Es fehlte die typische Bamberger Aggressivität, die in der Vergangenheit schon viele Spiele frühzeitig für den Meister entschieden hat. Dazu unterliefen den Brose-Profis einige leichte Fehler - „unforced errors“, wie es im Tennis heißt - wodurch Ulm zu einfachen Punkten kam. Überhaupt die Gäste: Ulm spielte mit sehr viel Energie auf beiden Seiten des Feldes und versuchte das Tempo hoch zu halten. Die erste sich bietende Gelegenheit zum Wurf wurde genutzt. Dadurch baute Ulm Druck auf Bamberg auf und bekam einige offene Würfe, da die Bamberger in der Verteidigung noch nicht sortiert waren. Deswegen lag Ulm zur Halbzeit auch mit acht Punkten vorne.

Die zweite erste Fünf der Brose Baskets

1339650130/img_guenschel_zwei.jpgExtrem wichtig waren für Bamberg deshalb die Impulse von der Bank. Peja Suput lieferte fünfzehn Zähler und fünf Assistenten (wie prophezeit worden war: ein großes Spiel für Bamberg trug er wirklich noch in sich), Marcus Slaughter neun Punkte und Julius Jenkins und Karsten Tadda netzten im vierten Viertel jeweils einen wichtigen Dreier ein – die Bank des Meisters zeigte wiedermal, wie wertvoll sie sein kann. Diese Impulse der zweiten ersten Fünf des Meisters sorgten zuerst dafür, dass der Rückstand nicht zu groß wurde. Und spätestens nach Taddas Dreier, der sein Team sieben Minuten vor dem Ende bis auf 79:81 heran brachte, und Jenkins‘ Distanzwurf zum 84:81 hatte die deutsche Basketball-Gemeinde wieder in Erinnerung, dass bei den Brose Baskets jeder Profi wichtige Würfe nehmen darf und treffen kann. Was für ein Luxus!



Foultrouble der Ulmer Guards

1339650183/img_gueenschel_anriss_drei.jpgIn der zweiten Halbzeit baute Bamberg in der Verteidigung extrem hohen Druck auf den Ballführer und die Passwege auf. Es wurde öfter bereits vor der Mittellinie gedoppelt, spätestens aber beim ersten Pick-and-roll Ulms sah der ballführende Akteur sich zwei aggressiven Verteidigern gegenüber. Die fünf Ballverluste der Ulmer im dritten Viertel wurden durch exzellente Transition-Offense der Hausherren bestraft. Abgesehen von den einfachen Punkten für Bamberg taten den Ulmern im weiteren Spielverlauf aber vor allem die Situationen weh, in denen sie den Fastbreak der Gegner mittels Fouls stoppten. Denn mit Per Günther und Isaiah Swann hatten dadurch ihre zwei wichtigsten Spieler frühzeitig Foulprobleme. Und da Tommy Mason-Griffin in den Finals unter seinem Niveau spielte, gab es keinen adäquaten Ersatz auf den Guard-Positionen.

Ein Traumpaar: Der Meister und die Crunchtime

1339650227/img_guenschel_vier.jpgDas letzte Viertel dieser Saison der Beko BBL trug den Stempel der Brose Baskets. Innerhalb von anderthalb Minuten wurde der Ulmer Vorsprung von sechs Punkten egalisiert. In den ersten vier Minuten wurden vier von fünf Dreiern versenkt und fünf Turnover bei den Ulmern forciert. Aufgrund des hohen Drucks bekamen die Ulmer den Ball nicht mehr wie in der ersten Halbzeit ans Brett, weshalb die Bamberger Verteidiger nicht mehr zum Absinken und Rotieren gezwungen waren. Die Folge: Es mussten schwere Würfe von den Ulmern genommen werden. Swann (36 Punkte, 8/12 Dreier) ballerte zwar mehr als nur einige davon rein, aber das ist nicht das richtige Mittel, um ein entscheidendes Spiel gegen die Brose Baskets zu gewinnen. Vor allem nicht, wenn bedacht wird, dass Bamberg mit Brian Roberts selber auch einen Spieler am Start hat, der für die Crunchtime geboren ist. Den acht Punkten und zwei Assists – davon den entscheidenden auf Tibor Pleiß zum Alley-Oop – von Roberts im letzten Viertel hatte Ulm einfach nicht genug entgegen zu setzen.

Zur Person: Peter Günschel (zuletzt Telekom Baskets Bonn)

1327509907/img_Peter_Guenschel.jpgGebürtig aus Bernau kann Peter Günschel (07.01.1980) bereits einige Stationen vorweisen: von 1999-2002 Jugendtrainer bei Bayer Leverkusen, wechselte er anschließend zum TuS Lichterfelde, wo er 2004 als Co-Trainer der U18 Deutscher Meister wurde. 2007 zog es ihn zu seiner ersten Profistation zur BG Göttingen, bevor er zwei Jahre später Assistent von Mike Koch in Bonn wurde.



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