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FC Bayern München: Mission Durchbruch verschoben

FC Bayern München: Mission Durchbruch verschoben

Der FC Bayern bringt die gesamte Beko BBL auf Trab, sportlich stiehlt der Verein den anderen aber noch nicht die Show.
1326272221/img_darius-hall.jpgDemut, das klingt eigentlich so gar nicht nach einer Führungskraft des FC Bayern. Es waren ungewohnte Töne, die Sportdirektor Marko Pesic im Sommer sprach: "Wir brauchen ein gewisses Maß an Demut. Wir müssen erst einmal in der Liga ankommen."

Und das Ankommen, das hieß konkret: Platz fünf wird für die Debütsaison angepeilt - und erst mittelfristig der Kampf um den Titel. Ein halbes Jahr später zeigt sich: Ein bisschen Demut war sicherlich nicht verkehrt.

Playoffs in Gefahr

Die Beko BBL hat gerade ihre Hinrunde abgeschlossen. Zwar hält der FC Bayern die gesamte Liga auf Trab – volle Hallen, ungewohntes Medieninteresse und neue zahlungskräftige und -willige Sponsoren.

Doch sportlich stiehlt der Verein den anderen die Show allerdings noch nicht. Die Münchner reihen sich nach der 77:89-Niederlage im packenden Derby bei den Brose Baskets nur auf Platz zehn ein. Die Playoffs sind in Gefahr.

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Und: Die Qualifikation für den Beko BBL-Pokal ist bereits verpasst. Im Eurocup war bereits vorzeitig Schluss.

Schlägt der FCB zurück?

"Der Moment hier und jetzt zählt für uns nicht. Wichtig ist, dass sich die Mannschaft während der Hinrunde weiterentwickelt hat, und das stimmt mich sehr positiv für die zweite Saisonhälfte", sagte Coach Dirk Bauermann der "Abendzeitung".

Auch SPORT1-Experte Stephan Baeck glaubt an eine starke Bayern-Rückrunde: "Sie hatten aufgrund kurzfristiger und unvorhergesehener Abgänge und der Arbeit von Dirk Bauermann als Nationaltrainer eine schwierige Vorbereitung, sind entsprechend holperig in die Saison gestartet. In der zweiten Saisonhälfte wird Bayern viel konstanter spielen.

"Eine Menge Dreck fressen"

Denn Bauermann weiß: Ein Spitzenteam lässt sich nicht so einfach aus dem Hut zaubern - das braucht Zeit. Die Auswahl von Bauermann hatte bereits während der Vorbereitung mit allerlei personellen Problemen zu kämpfen. Oder wie es der Coach ausdrückt: "Die Jungs mussten schon eine Menge Dreck fressen."

Keine Nachverpflichtung für den Fehlgriff

Center Sharrod Ford war schon vor Saisonbeginn aus privaten Gründen wieder zurück in die Heimat gegangen, Ersatz Boumtje Boumtje musste wegen Herzproblemen passen. Die Amerikaner Chevon Troutman und Jared Homan kamen, dafür ging Guard Ben Hansbrough – ein Fehlgriff.

Für zusätzlichen Druck sorgte – als man gerade komplett war – die Verletzung des besten Punktesammlers Je’Kel Foster, dessen Fußgelenk immer noch sehr empfindlich auf Belastung reagiert. Eine dritte Nachverpflichtung schließt Ex-Bundestrainer Bauermann dennoch aus: "Es bleibt bei denen, die wir haben."





"Wie durch eine Drehtür"

In Bamberg analysierte Bauermann nach dem Spiel: "Sie haben neun Spieler, die alle höchstes Niveau haben und rotieren diese wie durch eine Drehtür immer dann, wenn einer eine Pause braucht." Bei seinem Team steht die Tür derzeit nicht allen Korbjägern offen. Insbesondere die deutschen Nationalspieler warten noch auf den ganz großen Wurf. Robin Benzing, eines der größten deutschen Talente, und Philipp Schwethelm scheinen noch nicht ganz in ihre Rolle auf großer Bühne hineingewachsen zu sein:

Benzing hat Luft nach oben

"Robin Benzing ist ein Spieler, den ich gerne noch etwas öfter in Eins-gegen-Eins-Situationen sehen würde", so Baeck gegenüber SPORT1: "Da kann er mit seiner Größe und Vielseitigkeit für Überraschungsmomente sorgen und seine Mannschaft auf spielerische Art aus schwierigen Situationen befreien."

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Schwethelm indes muss sich aus Baecks Sicht "stabilisieren": "Er bekommt in seiner Rolle nur wenige Würfe und die muss er als ausgewiesener Schütze dann eben treffen. Im Moment fällt ihm das schwer, aber er hat bereits bewiesen, dass er sich in schwierigen Phasen durchsetzen kann. Ich denke, das wird er auch bei den Bayern tun."

Jagla verdrängt

DBB-Kollege Jan Jagla wurde von Troutman und Homan aus der ersten Formation verdrängt und bekommt seit Monaten Einsatzzeiten, die kaum nennenswert sind. Dabei hatte Präsident Uli Hoeneß den Power Forward vor der Saison noch als "Rakete" angekündigt.

Hamann in Topform

1326272396/img_hamann-in-topform_layup.jpegLob gibt es vom Cheftrainer immerhin für Spielmacher Steffen Hamann: "Hamann ist in einer bestechenden Form. Dass er beim Allstar Game nicht dabei ist, ist nicht nachvollziehbar und respektlos. Wie kann das sein?"

Gegen den Tabellenführer aus Franken unterstrich Hamann erneut seine Führungsqualitäten: "Seine Leistung mit 18 Punkten gegen Bamberg war auf allerhöchstem Niveau", lobt Stephan Baeck den Deutschen: "Er ist einfach das Herz und die Seele dieser Mannschaft."

Polarisierende Bayern

Der Name FC Bayern setzt Kräfte frei – auch bei Gegnern. Die Münchner sind ein Feindbild in der Fremde. "Es ist sicher ungewohnt für die Basketballer des FC Bayern, dass dieser Klub so polarisiert. Jeder gibt 120 Prozent gegen sie. Das erleben wir auch, aber wir sind daran gewöhnt", erklärte Bambergs Geschäftsführer Wolfgang Heyder. Das müssen die Bayern auch tun. Denn mit diesen 120 Prozent sind die Gegner bislang überaus erfolgreich: Auswärts gab's bislang nur ein Sieg beim Tabellenletzten Göttingen.

Kein Thema für die Kabine

Geredet wird über die Auswärtsschwäche übrigens nicht, wie Bauermann verriet. "Nein, es würde nichts bringen, wie das Kaninchen die Schlange anzustarren. Im Gegenteil, wir geben der Mannschaft ein Gefühl der Stärke und des Vertrauens." Vorteil für die Rückrunde: Gegen die meisten Teams aus der oberen Tabellenhälfte spielen die Bayern vor eigenem Publikum. "Und dass wir bei den vermeintlich schlechteren Mannschaften auswärts antreten, erhöht unsere Chancen auf viele noch folgende Auswärtssiege."

Mit dem Eurocup übernommen?

Auch international fand der Aufsteiger bereits Beachtung. Vom europäischen Verband gab es eine Wildcard für den Eurocup - bevor die Bayern auch nur ein Erstligaspiel bestritten haben. Eine rasche Entwicklung, die vielleicht zu früh kam? Bauermann sieht das anders: Die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb war eine wichtige Entwicklungsebene für die Mannschaft. Außerdem wird einem nur einmal im Leben eine Wildcard für den Eurocup angeboten. Wenn man da ablehnt, wird man nie wieder gefragt."

Oldenburg kommt zum Rückrundenstart

Am Samstag geht's erst einmal auf nationaler Bühne weiter. Dann reisen die EWE Baskets Oldenburg zum Rückrundenstart in den Audi-Dome.

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Steffen Hamann hat bereits einen Gang runtergeschaltet: "Unser großes Ziel ist es, Deutscher Meister zu werden. Wenn wir das dieses Jahr nicht schaffen, dann hoffentlich nächstes Jahr."

Text: SPORT1 (Katharina Blum und Christoph Lother)

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