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Hola aus Espana: Tibor Pleiß lernt das Kranksein, eine neue Sprache und den spanischen Basketball...

Hola aus Espana: Tibor Pleiß lernt das Kranksein, eine neue Sprache und den spanischen Basketball...

Neben John Bryant führt auch der zweite dominante Center der vergangenen Finalserie für uns ein Tagebuch. Zwar spielt Tibor Pleiß mittlerweile in Spanien, aber natürlich interessiert uns alle, wie er sich als Zögling der Beko BBL jetzt im Ausland schlägt. Deshalb wird sich der Nationalcenter einmal im Monat hier zu Wort melden, wie es ihm bei Tau Vitoria ergeht.

Hola aus Spanien! Tibor Pleiß hier. Leider habe ich mir einen Virus eingefangen, das Pfeiffersche Drüsenfieber, und darf das Haus nicht großartig verlassen. Es besteht die Gefahr, dass ich andere anstecke. Kommt ungelegen, aber so ist das Leben halt. Es ist noch nicht sicher, wie lange ich pausieren muss. Zuerst darf ich jetzt einige Bluttests über mich ergehen lassen. Und wenn die Werte wieder in Ordnung sind, darf ich ins Training zurück. Das kann eine Woche dauern, aber eben auch länger. Ich hoffe jedenfalls, dass ich möglichst bald wieder zurück kann. Auch wenn ich im Sommer kaum Pause hatte, muss ich sagen: Ich vermisse Basketball bereits jetzt nach ein paar Tagen Pause ziemlich stark.
Vitoria ist ein sehr kleines und angenehmes Städtchen, wo man sich wohlfühlen kann. 2012 wurde die Stadt als grünste Europas ausgezeichnet. Habe ich kürzlich gelesen und gleich ins mentale Memo notiert – mit solchem Detailwissen kommt man als Profisportler immer gut rüber. Es ist ein bisschen größer als Bamberg, 240.000 Einwohner sind ja auch mehr als drei Mal so viel wie in Bamberg, aber man kommt überall sehr schnell hin. Die Menschen sind hilfsbereit und sehr locker drauf. Wir waren durch die Spiele relativ viel unterwegs, so dass ich nicht so viel von Vitoria sehen konnte. Aber das wird sich im Laufe der nächsten Wochen oder Monate sicher ändern. Wenn ich denn den Virus in den Griff bekommen habe und endlich wieder vor die Tür darf …

Es ist irgendwie schon komisch, hier zu sein, denn es ist das erste Mal, dass ich nicht in Deutschland spiele. Von zehn Leuten triffst du einen, der einige Brocken Englisch spricht. Das ist ein bisschen problematisch. Du findest sogar eher jemanden, der Deutsch spricht. Einige Fans haben mich nach dem Spiel schon auf ordentlichem Deutsch gefragt, ob sie mit mir ein Foto machen könnten. Da war ich schon erstaunt. Ich möchte gerne einen Spanischkurs machen, aber momentan ist das gar nicht möglich. Nicht nur wegen meiner Erkrankung, sondern auch wegen des Pensums an Training und Spielen. Ich habe es aber vor, wenigstens eine Stunde pro Woche für die Grundlagen.

Beim Training wird nur Spanisch gesprochen - und das macht es für mich nicht wirklich einfacher. Im Training oder in den Auszeiten versuche ich mir einiges zu erschließen, indem ich auf die Handzeichen von Coach Dusko Ivanovic achte. Außerdem weiß ich, was oben, unten, rechts, links, switchen und die anderen Schlagworte heißen, die für unsere Spielzüge wichtig sind. Ich kann außerdem immer meine spanischen Mitspieler und die Trainer oder Betreuer nach ein paar Wörtern fragen, und der Co-Trainer sitzt auch neben mir und übersetzt, aber es ist trotzdem hart. Da muss ich wohl mit kleinen Schritten voran gehen.

Auch an den Basketball muss ich mich erst gewöhnen, weil ganz anders gespielt wird als in Deutschland. Hier darfst du dich nicht einfach so einem Gegenspieler in den Weg stellen zum Bumpen - In Deutschland ist das ganz normal, hier aber wird es als Foul gepfiffen. Und die Schiris wollen zeigen, dass sie die Chefs sind. Das musste ich erst mal richtig einordnen. Auch das Training ist anders. In aller Kürze: Anstrengend hoch zehn! Es wird rauf und runter gesprintet, und das für zwei Stunden am Stück. Vielleicht gibt es mal kurz eine Wasserpause, aber das war’s dann auch. Sehr anstrengend. Sehr viel Fünf-gegen-fünf. Das ist ein anderes Kaliber hier. Ich merke, dass es hier darum geht, dass du deinen Job erledigst. Es wird erwartet, dass du auch im Training immer 100 Prozent gibst. Abends wenn es nach Hause geht, bin ich ausgepowert. Da geht nix mehr. Ab ins Bett und Akku aufladen.

Ein Spiel habe ich schon absolviert. Sechs Punkte, vier Rebounds, ein Block und volle fünf Fouls in 17 Minuten. Hat Spaß gemacht, und ich habe mich wohl gefühlt auf dem Platz. Das gestiegene Niveau ist auch eine schöne Erfahrung. Aber die Fouls, die ich gepfiffen bekommen habe, haben mich gestört und ein bisschen aus dem Konzept gebracht.

Am Donnerstag geht die Euroleague-Saison los. Darauf freue ich mich besonders. Natürlich hoffe ich, dass ich bald wieder mitspielen kann. Das erste Spiel ist gegen Olympiakos Piräus, den Titelverteidiger, bei dem auch mein alter Bamberger Frontcourt-Kollege Kyle Hines spielt. Dem hätte ich gerne mal wieder die Hand geschüttelt. Schade, aber dafür gebe ich meinen Teamkollegen ein paar Tipps mit auf den Weg, wie sie Karl-Heinz stoppen können – ich habe da schließlich den ein oder anderen Geheimtipp am Start aus den vielen Trainingseinheiten gegen ihn.

Das wäre es für erste von mir. Ich hoffe, dass ich nächstes Mal mehr über mein Spiel auf dem Parkett erzählen kann und weniger über lästige Viruserkrankungen. Warten wir es ab. Bis dann, Tibor

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