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BIG - Basketball in Deutschland
In der Stadt der Freaks - BIG zu Besuch bei den Basketball-Bekloppten

In der Stadt der Freaks - BIG zu Besuch bei den Basketball-Bekloppten

Keine Mannschaft ist so heimstark wie die Brose Baskets. 48 Spiele waren sie gegen nationale Gegner in der „Frankenhölle“ ungeschlagen. Nirgendwo stehen die Fans so hinter ihrem Team. BIG begab sich nach Freak City auf der Suche nach dem Geheimnis der Bamberger Basketball Leidenschaft.
Seine Fußballschuhe hat er später nie wieder gebraucht. Denn an jenem Tag, an dem Andreas Starke im Schüleralter seinen Eltern die Schuhe zurückgab und sich dazu entschloss, künftig nicht mehr mit seinen Füßen gegen den Ball zu treten, sondern ihn lieber mit seinen Händen in einen Korb zu werfen, hat sich für ihn so viel geändert, dass der Oberbürgermeister von Bamberg heute noch sagt: „Basketball hat mich gepackt. Und der Sport hat mich nie wieder losgelassen.“

1337936730/img_brose_ob.jpgWenn Starke über den Sport spricht, über den in Bamberg so gut wie jeder spricht, dann drückt er dabei eine Menge Stolz aus. Bamberg gehört mit seinen rund 70000 Einwohnern zwar nicht mal zu den 100 größten Städten Deutschland, doch wenn es um Basketball geht, dann sieht sich die oberfränkische Kleinstadt als Nummer eins im ganzen Land. „Zu Recht“, sagt Starke. Zweimal gewannen die Brose Baskets sowohl Meisterschaft als auch Pokal nacheinander, „doch es ist nicht der große Erfolg, der hier einen nach dem anderen für diesen Sport in den Bann zieht“.

Starke spricht von einem „Bazillus“, der von Generation zu Generation weitergegeben werde; und wer davon erfasst sei, der bekomme ihn einfach nicht wieder los, „keine Chance“. Warum auch, denn Basketball gilt hier nicht wie anderswo als Randsportart. Was sich in der Region Oberfranken, wo ja auch in Bayreuth und Würzburg ziemlich erfolgreich gespielt wird, über Jahre hinweg aufgebaut hat, ist heute sonst nirgends in Deutschland zu beobachten. Starke drückt es wie folgt aus: „Die Stadt bietet dem Sport die ideale Voraussetzung, dass er hier immer weiter wachsen kann. Das Angebot in der Stadt kann mit dem einer Metropole nicht mithalten, hier geht unser geliebter Sport nicht in einem Konkurrenzkampf mit anderen Massenphänomenen unter. Basketball und Bamberg, das passt, hier ist der Sport permanent Thema, und hier ist er echter als woanders, wir heißen ja nicht umsonst Freak City.“

Freak City. Dieser Begriff steht für sich, und den haben sie sich schon lange gekrallt in Bamberg. Als BIG einen Tag während der Playoffs in der Stadt unterwegs ist, da taucht Freak City immer wieder auf. Immer rot. Immer laut. Immer energisch. „Bamberg ist Basketball. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Beim Spiel hat jeder feuchte Hände“, sagt Starke, presst in seinem Rathausbüro einen Brose-Baskets-Ball fest zwischen seine Finger und gibt zu: „Manchmal ertappe ich mich sogar dabei, dass ich wenig Druckreifes von mir gebe, wenn ich mit einem Schiedsrichterpfiff nicht einverstanden bin.“

Lars Dworak ergeht es ähnlich. Und „Daemonicus“, wie er sich lieber nennt und den BIG in seiner Bamberger Wohnung trifft, muss es eigentlich wissen, immerhin kann er gut vergleichen. Der 33-Jährige kam erst vor ein paar Jahren nach Bamberg, damals wegen einer Freundin, doch aufgewachsen ist er in Berlin, und dort schlug sein Herz für Alba. „Als ich dann hier in dieses kleine, verrückte Dorf kam, hat mich die Faszination für die Mannschaft sofort gepackt“, erzählt Dworak, der als einer von nicht mal einem Dutzend Fans sogar zu den meisten Auswärtsspielen fährt und dafür pro Saison „gut und gerne einen Tausender“ investiert.

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Dass er einst Alba anfeuerte und sogar immer noch für die Berliner jubelt, mittlerweile aber von der Liebe zum oberfränkischen Basketball gepackt wurde, beschreibt Dworak als „Kick“ und „Herausforderung“. Der Wiedererkennungswert des Basketballs sei für ihn in Bamberg größer als in der Hauptstadt, hier sei man wie eine „Familie“, wie eine „Gang“, hier lebe man Basketball wie in „einer eigenen, kleinen Welt“. Natürlich finden es nicht alle Bamberger Fans so toll, dass ein echter Berliner, der sogar offen zu seiner Vorliebe für Alba steht, nun mit ihnen jubelt. Doch Dworak, der im normalen Leben einen Abschleppwagen durch Bamberg steuert und nur wegen eines „sauguten Chefs“ so oft die Brose Baskets unterstützen kann, meint: „Mit meiner Berliner Art und meiner Berliner Schnauze lasse ich mir sowieso nix sagen. Ich finde, Basketball ist Basketball und habe darin nie ein Problem gesehen. Jetzt halte ich die Fahne für meine neue Heimat hoch. So einfach ist das. Ich brauche das einfach.“

… Welche Symptome der Basketball-Bazillus Apotheken-Referent Frank Lauterwein, Taxifahrer und Fanblock-Trommler Oliver Meißner, Unternehmer Bernd Hawlisch sowie Petra Huber und Tochter Catha beschert, erfahrt ihr in der neuen BIG. In der neunten Ausgabe, die ab Dienstag, den 29.05. im Handel erhältlich ist (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), gibt es neben dem Portrait des Bamberger Basketball-Wahnsinns noch diese Themen:

- Positions-Ranking: die Center
- Doktor Axel Schweitzer - der ALBA-Chef im BIG-Interview
- Dane Watts - eben erst Papa geworden, nun spricht er über Ulms Zaubersaison
- Kolumne: Joes Ecke - Herber geht's nicht
- Philipp Schwethelm - der Nationalspieler über seine schwierige Saison in München
- Oldenburgs schwieriges Jahr - Geschäftsführer Hermann Schüller spricht Klartext
- Die Absteiger: Was passiert in Göttingen und Gießen?
- Giants Düsseldorf: die Posse um das Lizenzchaos
- Sajmen Hauer - einmal Star und zurück
- Bundestrainer Svetislav Pesic über Tibors NBA-Pläne und die Probleme deutscher Nationalspieler
- Lou Richter: Das Gesicht von "jump ran" im Portrait
- Kolumne: Demond Mallet
- Undundund

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