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Klassiker entscheidet sich 1,7 Sekunden vor Schluss

Klassiker entscheidet sich 1,7 Sekunden vor Schluss

Die Telekom Baskets Bonn haben den Bundesliga-Klassiker gegen ALBA Berlin vor laufenden SPORT1-Kameras sowie 6.000 begeisterten Zuschauern im Telekom Dome verloren. Beim 91:92 (26:18, 25:30, 20:22, 20:22) war es DaShaun Wood, der 1,7 Sekunden vor Schluss über den ausgestreckten Arm von Tony Gaffney hinweg den Siegtreffer für die Hauptstädter erzielte.
Die Telekom Baskets Bonn starteten mit einer Fünf um Simonas Serapinas, Chris Ensminger, Jared Jordan, Tony Gaffney und Talor Battle in die Partie. Letzterer eröffnete die Begegnung gleich im ersten Angriff mit einem Dreier, der die Hausherren dazu beflügelte, sich dank großer Effizienz im Angriff und Druck auf in der Verteidigung früh zweistellig abzusetzen (17:6, 6. Minute). Die Führung wuchs zwischenzeitlich auf 13 Zähler an (21:8, 17. Minute), mit einem Kraftakt konnten die Hauptstädter die Differenz zum Viertelende allerdings wieder in den einstelligen Bereich drücken (26:18, 10. Minute). Ungeachtet des durchwachsenen ersten Viertels startete Berlin mit Beginn des zweiten Abschnitts durch und gewann durch einen 12:2-Lauf erstmalig die Oberhand (28:30, 14. Minute). Bis auf den unermüdlich ackernden Zvonko Buljan, der sechs Punkte in Serie markierte, ging bei Bonn offensiv zunächst nichts. Erst ein Dreier durch Benas Veikalas sorgte im Lager der Rheinländer für Entspannung (39:32, 16. Minute), wenngleich die Gäste sich bis zur Pause kein zweites Mal abschütteln ließen und dran blieben (51:48, 20. Minute).

Eine Partie auf Augenhöhe - wies es sich für den Klassiker zwischen Bonn und Berlin gehört - entwickelte sich nach dem Seitenwechsel. Mit den Fans im Rücken erarbeiteten sich die Baskets zwar einen 64:57-Vorsprung (25. Minute), kassierten dann aber einen 10:2-Run der „Albatrosse“ (66:67, 29. Minute). Es blieb bis Mitte des Schlussabschnitts, ehe die deutschen Nationalspieler Lucca Staiger und Heiko Schaffartzik mit zwei Dreiern das Momentum scheinbar auf Seiten der Gäste brachten (79:83, 35. Minute). Doch damit weit gefehlt, schlug Bonn mit zwei Treffern in kürzester Zeit zurück und zwang ALBA-Coach Gordon Herbert zu einer taktischen Auszeit (83:83, 36. Minute). Der amtierende Liga-MVP DaShaun Wood brachte seine Farben knapp anderthalb Minuten vor Schluss von der Freiwurflinie in Front, auf der Gegenseite verpasste Benas Veikalas einen offenen Dreier (87:89, 39. Minute). Marko Simonovic konnte in der Folge nur einen von zwei Freiwürfen verwandeln, was den Baskets taktisch alle Möglichkeiten ließ. Zwei Leger von Jared Jordan später stand der Vorjahresfinalist bei 6,5 Sekunden verbleibenden Restspielzeit mit dem Rücken zur Wand (91:90). Nach der obligaten Auszeit legten die Gäste den Ball vertrauensvoll in die Hände von DaShaun Wood, der sich aus einem Pick-and-Roll genug Freiraum schaffte, um den Ball zum Korb zu tragen und den Spalding über den ausgestreckten Arm Tony Gaffneys zu versenken (91:92). Den Baskets blieben 1,7 Sekunden, um die drohende Niederlage abzuwenden. Chris Ensminger wurde rustikal beim letzten Wurfversuch verteidigt, doch die alten Binsenweisheit sagt: Foul ist dann, wenn der Schiedsrichter pfeift. Der Pfiff blieb aus und so gewannen die Gäste ein packendes Basketballspiel hauchdünn mit 92:91.

Gordon Herbert (Headcoach ALBA BERLIN):

„Am Ende wollten wir genau diesen Spielzug spielen, den hat DaShaun Wood schon vergangene Saison in Frankfurt gezeigt. Bonn hat dieses Spiel am Anfang kontrolliert. Wir haben dann mit der Einwechslung von Schaffartzik, Staiger und Schultze neue Impulse setzen können. Danach haben wir endlich als Team gespielt, auch wenn das ganze Spiel wie ein Allstar-Game wirkte, bei sovielen Offensiv-Aktionen. Bonn hat wie erwartet sehr stark gespielt. Sie sind eines der stärksten Transitionteams der Liga. Für uns war es nach all den Niederlagen der letzten Wochen wichtig, endlich wieder gewonnen zu haben.“

Michael Koch (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

„Gratulation an Gordon Herbert und sein Team. Wood hat mit seinem letzten Angriff zum Korb einen tollen Zug gezeigt obwohl wir ihn auf die schwache Seite gezwungen haben. Berlin musste heute ohne Center spielen. Das hat die Sache für uns nicht unbedingt einfacher gemacht. Wir haben den Ball nicht immer gut unter das Brett gebracht, dafür aber wenigstens von außen gut geworfen. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meines Teams, bis auf einige Momente im letzten Viertel, wo wir zu wild gespielt haben. Dieses Spiel sollte uns trotz der Niederlage aufbauen. Das haben wir direkt nach dem Spiel versucht, der Mannschaft zu vermitteln. Vielleicht hätten wir in manchen Situationen eher foulen müssen.“

Telekom Baskets Bonn:

Serapinas (13/2 Dreier), Ensminger (16), Veikalas (12/2), Buljan (10), Mangold (0), Thülig (0), Jordan (16, 14 Assists), Hain (dnp), Gaffney (11/1), Battle (13/1), Wohlfarth-Bottermann (dnp)

ALBA Berlin:

Staiger (6/2), Schultze (6/2), Ney (dnp), Schaffartzik (12/4), Fülle (dnp), Allen (17), Simonovic (9/2), Wood (19), Weaver (19/1), Taylor (4)
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