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Klatsche gegen starke Franken – 60:82-Niederlage gegen s.Oliver Baskets

Klatsche gegen starke Franken – 60:82-Niederlage gegen s.Oliver Baskets

Tigers-Cheftrainer Igor Perovic betrat ziemlich bedröppelt den Raum der Pressekonferenz. Gerade eben hatten seine Tigers mit 60:82 gegen den Aufsteiger aus Würzburg verloren. „Wir haben nur 15 Minuten ihre Intensität mitgehen können, dann wurden insbesondere unsere jungen Spieler von der Aggressivität der Würzburger überrannt. Wir waren immer einen halben Schritt zu langsam und haben letztendlich verdient verloren", so Perovic.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Während die Würzburger weiter auf Playoff-Kurs sind, müssen die Tigers wieder verschärft nach hinten schielen. Nach dem Ende der Hinrunde stehen die Schwaben auf dem 13. Platz. Dennoch ist Perovic einigermaßen zufrieden mit der Hinrunde: „Wir hatten einen schwierigen Auftakt, doch die Jungs haben gezeigt, dass sie Potential haben und haben auch Überraschungen geschafft. Wir können aber noch besser sein.“

Ganze vier Sekunden war das Spiel alt, als Reggie Redding mit der linken Hand die ersten Zähler der Hausherren erzielte. Das Kraftpaket Jason Boone und der wieselflinke Chester Frazier brachten Würzburg kurz darauf jedoch mit 5:2 in Front (2. Minute). Das Spiel war zu Beginn so stark wie die Kulisse. Fans wie Spieler beider Teams gaben alles und hielten die Intensität auf den Rängen und auf dem Parkett enorm hoch. Nach einem Tübinger 6:0-Lauf zum 8:5 nahm Würzburgs Coach John Patrick die erste Auszeit des Spiels (4.). Doch die nächste Aktion sollte auch den Hausherren gehören. Nach einem starken Anspiel von Pavelas Cukinas traf Tyrone Nash trotz Foul zum 10:5 – den Bonuswurf traf er zudem noch. Cukinas war der auffälligste Mann der Anfangsphase: Punkte, Rebounds, Assists – Cukinas sammelte alles fleißig. Sein erfolgreicher Distanzwurf zum 14:8 brachte in der fünften Minute die Tübinger Fans in Wallung. Ein weiteres Highlight war Lou Campbells „Bauerntrick“ in der siebten Minute. Bei einem Einwurf warf der einem Gegenspieler den Ball an den Rücken, um den Abpraller zu Tyrone Nash zu spielen, der zum 18:11 einnetzte. Die Tigers überzeugten erneut durch mannschaftliche Geschlossenheit und Einsatzwillen, während Würzburg gegen Ende des Viertels viele einfache Chancen ausließ. Ein weiterer Distanzwurf vom bärenstarken Campbell sorgte erstmals in der neunten Minute für eine Zehn-Punkte-Führung (23:13). In die erste Viertelpause gingen die Gastgeber mit einem 23:16 – die Fans waren sehr zufrieden!

Unheil nimmt im zweiten Viertel seinen Lauf

Auch im zweiten Viertel zeigten die Tigers zunächst die Krallen. Nach einem Dreier von Würzburgs Youngster Maximilian Kleber sorgten Cukinas und Josh Young für vier schnelle Punkte und zwangen Würzburgs Coach Patrick zu seiner zweiten Auszeit (12.). Danach hatten die Tübinger jedoch richtig Probleme: Sie gaben nicht nur fünf Punkte ab, sie wurden nun auch Opfer der bekannt guten Verteidigung der Franken und verloren viermal in Folge den Ball in der Offensive. Da die Defensive jedoch zunächst weiterhin ihre Arbeit verrichtete, behaupteten sie eine knappe Führung (28:26, 15. Minute). Kurz darauf brachte jedoch Jacobson die Würzburger durch einen Dreier wieder in Führung: Für Perovic das Signal zu seiner zweiten Auszeit. Die Dämmer waren allerdings gebrochen. Auch offene Würfe verfehlten auf Seiten der Tigers nun ihr Ziel und so gerieten die Hausherren scheibchenweise weiter ins Hintertreffen. Über sieben Minuten blieben die Tigers ohne Feldkorb, ehe Adnan Hodzic 20 Sekunden vor der Pausensirene wieder etwas verkürzen konnte. Mit einem 32:37 ging es in die Kabinen. Einen Aufreger gab es noch, als der letzte Dreier von Young auf Korbhöhe abgefischt wurde. Leider entschieden die Schiedsrichter zum Ärger der Tübinger Fans nicht auf Goaltending. Während das erste Viertel mit 23 Punkten und ohne Punktverlust ganz nach dem Geschmack der Schwaben gewesen war, machten sie im zweiten Abschnitt fast so viele Turnover wie Punkte (sieben Turnover, neun Punkte).

Das dritte Viertel begann aus Tübinger Sicht unglücklich. Zunächst fand der nächste Distanzwurf (John Little) der Gäste den Weg durch die Tübinger Reuse. Im nächsten Angriff wurde Hodzic geblockt, ehe Boone den Ball durch den Tübinger Korb stopfte: Beim Stande von 32:42 bat Perovic nach nur 80 Sekunden zu einer weiteren Auszeit. Die Würzburger Scharfschützen blieben aber weiter unglaublich heiß: Little und Jacobson trafen zwei weitere Dreier zum 48:36 (23.), während die Tigers ihren Rhythmus nicht mehr finden konnten. Von 17 Distanzwürfen der Gäste fanden bis zu diesem Zeitpunkt stolze zehn den Weg durch den Korb. Eine starke Quote, vor allem, weil Würzburg mit einer 2/6-Quote startete. Bis auf 17 Punkte (53:36) haben sich die Gäste – natürlich durch einen weiteren Distanzwurf - in der 26. Minute absetzen können. Kurz darauf bat Perovic erneut zur Auszeit. Vom Beginn des zweiten Viertels an befanden sich die Hausherren in einem ganz bitteren 15:47-Lauf. Bis zum Ende des dritten Viertels lief weiter alles schief, sodass die Tiger vor dem letzten Viertel aussichtslos zurück lagen (38:63). Ganze fünf Feldkörbe gelangen den Tigers im zweiten und dritten Abschnitt – wohlgemerkt zusammen.

Schadensbegrenzung im Schlussviertel

Das letzte Viertel stand also allein unter dem Zeichen der Schadensbegrenzung. Die Körpersprache ließ jedoch weiter Schlimmes befürchten. Gleich im ersten Ballbesitz begingen die Tigers eine Rückspielverletzung, der 15. Ballverlust. Und die Würzburger zeigten weiter kein Erbarmen und tankten sich ein ums andere Mal kraftvoll zum Korb durch. Allein die Verteidigung war nicht mehr ganz so intensiv, sodass die Tigers zu einigen Punkten kamen. Die erste Niederlage nach vier Heimsiegen in Folge stand dennoch schon lange fest. Die Stärke der Tigers in diesen drei Heimsiegen – die mannschaftliche Ausgeglichenheit – war diesmal leider nicht vorhanden, dafür waren die Würzburger allerdings auch zu stark. Am Ende stand ein verdientes 60:82 auf der Anzeigetafel. Bleibt nur zu sagen, dass die Tigers die Punkte für den Klassenerhalt gegen den folgenden Gegner holen müssen. Dass dies möglich ist, haben sie bereits gezeigt: Gießen konnte ja in der Hinrunde besiegt werden.

Dschungelgeflüster:

Aufbaugegner Tübingen: Zuerst Göttingen, dann Ludwigsburg, jetzt Würzburg. Tübingen scheint ein idealer Aufbaugegner zu sein. Während Göttingen und Ludwigsburg Heimsiege feiern konnten, waren die Franken vorher leidglich auswärts drei Monate sieglos.

Wunschkonzert: „Unser Wunsch für 2012: mehr Auswärtssiege“ stand auf einem Würzburger Fan-Plakat. Die Mannschaft erfüllte den Wunsch prompt, die Tigers konnten dies nicht verhindern.
Fanclub-Duell: Auch in der Halbzeit konnten die Tübinger keinen Teil-Erfolg erringen. Mit 0:4 unterlagen die Tübinger im Fanclub-Duell ihren Kollegen aus Würzburg.

Es geht noch schlimmer!: Im Spiel ALBA BERLIN gegen die BG Göttingen gab es einen 33:0-Lauf für die Berliner am Ende des dritten und zu Beginn des vierten Viertels. Ganz so schlimm war es dann hier heute doch nicht.

Ersatz-Tiger: Schnell fiel allen Zuschauern auf, dass sich unter dem Tiger-Kostüm nicht der "wahre" Tiger befand. Tiger Walter hatte sich beim Snowboarden an der Schulter verletzt und konnte nicht seine gewohnt waghalsigen Aktionen ausüben. Fan Tobias Müller sprach kurzerhand ein und übernahm die hoch gelegte Messlatte. An dieser Stelle, ein großes Danke!

Ersatz-Moderator: Die Pressekonferenz für die Spiel gegen Würzburg, Bayern München und die EnBW Ludwigsburg wird Gerhard Dieterle übernehmen. Roland Steck, etatmäßiger Moderator, fällt aufgrund einer Knieoperation für den besagten Zeitraum aus. An dieser Stelle, gute Besserung Roland.

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