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Muli Katzurin (Headcoach FRAPORT SKYLINERS) im Interview: „Die Beko BBL wird noch spannender“

Muli Katzurin (Headcoach FRAPORT SKYLINERS) im Interview: „Die Beko BBL wird noch spannender“

Zwischen den Reisevorbereitungen zur NBA Summer League, Meetings mit Sportdirektor Kamil Novak und der Spielerbeobachtung am Computer hat FRAPORT SKYLINERS Headcoach Muli Katzurin die Zeit gehabt, sich einigen Fragen zu stellen. Im Gespräch mit Thomas Nawrath als Pressesprecher des Klubs schaut er auf die vergangene Saison zurück, spricht über die Wechsel von Jimmy McKinney und Jacob Burtschi, die jungen Deutschen im Kader sowie deren Entwicklungsmöglichkeiten und gibt eine Einschätzung der Geschehnisse rund um die Beko BBL.
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Muli, wie geht es dir? Wie war der Sommer?

Es war ein sehr langer Sommer. Für mich war es das erste Mal seit langem, dass die Saison so früh zu Ende war. Aber ich habe die Zeit gut genutzt, viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Gerade für meine Eltern, beide sind schon sehr alt, war es natürlich besonders schön, Zeit mit ihrem Sohn verbringen zu können. Das hat ihnen viel bedeutet. Regeneration stand natürlich auch auf dem Programm. Insbesondere mental. Und dann gingen auch schon die ersten Vorbereitungen für die kommende Saison los, so dass wir später schnell und reibungslos starten können. Man schaut sich Spieler an, spricht mit vielen Agenten oder anderen Trainern.

Mit einem Sommer Abstand, wie schaust du auf die vergangene Spielzeit?

Es war schon eine besondere Saison, mit vielen Dingen, die man nicht häufig erlebt. Ich bin sehr stolz auf alle Spieler! Wir hatten im Sommer das Team auf Justin und Jermareo ausgerichtet, dann hat sich Jermareo gleich in der Saisonvorbereitung verletzt und musste fast drei Monate aussetzen. Anschließend hatte sich Justin verletzt und fiel den Rest der Saison aus. Über all die kleinen Verletzungen rede ich hier gar nicht. Diese Situationen waren neue Herausforderungen, die Saison ging weiter und wir haben viele Spiele verloren. Trotzdem haben sich unsere Spieler nicht aufgegeben und wir haben unser Bestes gegeben. Im Dezember hatte sich das Team dann langsam gefangen. Es ist nicht leicht, ein Team zu formen, wenn man verliert und der Druck immer größer wird. Ich muss mich da wiederholen: Ich bin stolz auf alle!



Ein wichtiges Spiel war gegen Göttingen. Der damals Letzte und Vorletzte spielten gegeneinander, wir hatten nicht den kompletten Kader zur Verfügung – eine schwere Situation, aber jeder hat einen Schritt nach vorne gemacht und wir konnten das Spiel gewinnen. Von da an ging es voran. Wir haben unsere Verteidigung verbessert und die Herausforderung angenommen. Da waren wir auf einmal ein anderes Team. Wenn man sich die Ergebnisse ansieht, unsere Verteidigung und unsere Intensität, dann waren wir für rund 2.5 Monate eines der besten Teams der Liga. Keiner wollte gegen uns spielen. Wir konnten uns sogar noch einmal in eine gute Position um einen Playoff-Platz bringen. Aber am Ende hat uns die Power gefehlt. Wenn man alles zusammenzählt, was ich gerade erzählt habe, dann wird klar, dass die Mannschaft viel Energie investiert hatte. Für mich als Trainer gab es dennoch viele erinnerungswürdige Momente, denn man hat gesehen, dass die Spieler physisch und psychisch alles gegeben haben und dadurch auch die richtigen Ergebnisse kamen.

Einige Spieler haben sich anders orientiert. Wie kommentierst du die Abgänge von Jimmy und Jacob?

Beide haben einen sehr guten Job in Frankfurt gemacht. Jimmy über einige Jahre, Jacob in der Zeit in der er hier war. Aber es gibt immer auch die andere Seite beim Basketball und das ist die Business-Seite. Ich weiß, dass beide hier bleiben wollten. Aber durch ihre guten Leistungen bei uns, haben sie sehr gute Angebote bekommen. Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn sie hier geblieben wären, aber ich verstehe ihre Entscheidungen und wünsche ihnen viel Erfolg bei ihren neuen Teams. Man sollte in dieser Diskussion aber auch nicht vergessen, dass die Spieler und das Team als solches in der vergangenen Saison bei uns eine tolle Entwicklung durchgemacht haben, sich zeigen konnten und Aufmerksamkeit erregt haben. Dafür sollte der Club und die Organisation zumindest auch ein klein wenig Respekt bekommen, wie ich finde.

Neu im Team sind Konstantin Klein und Johannes Voigtmann, zwei junge Deutsche…

Ich habe mit beiden gesprochen. Es ist ein wichtiger Schritt für den Club junge und talentierte Spieler an sich zu binden, die sich hier entwickeln können und in der Zukunft unser Spiel beeinflussen werden. Wir können ihre Entwicklung kontrollieren und beobachten und ihnen helfen, sich an das nächste Level heranzuarbeiten.

Wie beurteilst du die Entwicklung von Danilo in der vergangenen Saison?

Danilo ist ein junger Spieler, der sich sehr gut entwickelt hat. Leider hatte auch er relativ viel Verletzungspech. Das hat ihn ein wenig aufgehalten, aber für die nächste Saison habe ich große Erwartungen an ihn. Ich erwarte von ihm, dass er dort weitermacht, wo er letzte Saison aufgehört hat… bevor er sich verletzte. Als Jermareo sich verletzte hat Danilo viele Minuten bekommen und sich wacker geschlagen. Aber: Wir wollen mehr von ihm, wir wollen, dass er das Spiel beeinflussen kann. Er ist auf dem richtigen Weg.

Letztes Jahr gab es einen Wandel in der Spielweise der Mannschaft, vor allem defensiv wurde dies sehr deutlich. Mit welchem Stil möchtest du die kommende Saison angehen?

Verteidigung ist immer ein wichtiger Faktor und sollte immer unsere Basis sein. Um aber über den exakten Stil zu sprechen, den wir kommende Saison spielen wollen, ist es noch zu früh. Uns fehlen noch vier wichtige Spieler. Natürlich habe ich viele Ideen und Vorstellungen, aber wir müssen erst mal abwarten, welche Spieler wir verpflichten. Wenn wir den Kader zusammen haben, dann können wir gerne noch mal über unseren Stil sprechen.

Mit Eric Detlev steht ein neuer Mann im Trainerteam. Was wird seine Rolle sein und wie wird sich die Aufgabenverteilung im Trainerstab der kommenden Saison gestalten?

Das war ein wichtiger Schritt für den Club. Eric ist der Headcoach der FRAPORT SKYLINERS Juniors, das ist seine Hauptaufgabe. Er ist ein junger Trainer, der aber viel Erfahrung im Umgang und der Ausbildung von Nachwuchsspielern hat. Aber er wird auch bei den Profis involviert sein. Er wird uns beim Training unterstützen und die jungen Spieler begleiten. Auch für ihn wird es eine gute Erfahrung sein, bei uns zu sein und zu sehen, wie wir arbeiten. Das ganze Programm ist dadurch noch mal professioneller geworden.

Als nächstes geht es zur Summer League nach Las Vegas. Welche Erwartungen hast du an die Reise?

Zur Summer League nach Las Vegas geht man aus verschiedenen Gründen. Als erstes willst du natürlich Spieler sehen und beobachten. Dort sind Rookies, Veteranen, alle Arten von Spielern eben. Du gehst dorthin um viele Agenten zu treffen. Man trifft viele Leute aus der Basketball-Szene, man tauscht sich aus und erhält viele Informationen. Das alles in einer Woche, an einem Platz. Bei den Spielern ist so, dass man einige bekommen könnte, andere nicht. Aber es ist gut dort zu sein, denn manchmal sieht man einen Spieler, der vielleicht erst in ein paar Jahren ein interessanter Kandidat sein könnte. Das sind wichtige Prozess bei der Spielerbeobachtung und Kaderplanung.

Verfolgst du die Geschehnisse rund um die Beko BBL?

Oh ja, täglich. In meinen Augen wird die Liga noch stärker als letzte Saison. Es wird noch ausgeglichener und noch spannender werden. Viele gute Spieler sind in der Liga. Oldenburg hat einige gute Verpflichtungen. Man weiß nie, wie sich die Dinge entwickeln, aber theoretisch hat das Team Balance, Erfahrung und wird nach der letzten Saison hungrig sein. Es wird auch interessant werden, zu sehen was Bamberg macht. Sie haben ja den gesamten Front Court verloren. Aber ich bin sicher, dass sie wieder Top-Level Spieler holen werden. Wir werden sehen. Auch in Berlin hat es einen Wechsel gegeben, aber sie haben bereits gute Spieler verpflichtet die ich selber kenne. München wird auch noch einige große Namen verpflichten . Würzburg hat Jimmy verpflichtet und den Stamm der letzten Saison gehalten. Ulm hat einen Großteil der Spieler halten können. Egal wo man hinschaut in der Liga, das Level hebt sich. Die Organisationen werden professioneller und entwickeln sich weiter.

Mitte August ist Trainingsbeginn? Kannst du uns schon einen Einblick geben, wie das Training aufgebaut sein wird? Welche Phasen es geben wird?

Zu Beginn stehen wieder einige physische Vorbereitungen an. Fitness, etc. Langsam wird dann immer mehr die Taktik eingearbeitet. Im Vergleich zu letztem Jahr haben wir bereits eine Neuerung beschlossen und fahren dieses mal später ins Trainingslager. So haben wir das Team hoffentlich schon beisammen, sind näher an der Saison dran und können uns konzentriert vorbereiten. Es werden auch einige Dinge aus dem letzten Jahr übernommen, das ist klar. Wir wollen so viele Testspiele wie möglich absolvieren, denn wir werden einige neue Spieler in unseren Reihen haben und so können sie sich auf dem Spielfeld als Mannschaft finden. Die Grundidee ist, dass wir den Spielern die besten Möglichkeiten bieten wollen, sich kennen zu lernen, hart zu arbeiten und sich als Team wohl zu fühlen. Wir wollen jeden Einzelnen dazu bringen, alles zu geben und das Beste aus sich raus zu holen.
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