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BIG - Basketball in Deutschland
Nachwuchsaufbau Dennis Schröder in der neuen BIG: Der Blitz aus Braunschweig

Nachwuchsaufbau Dennis Schröder in der neuen BIG: Der Blitz aus Braunschweig

Früher fuhr er nur Skateboard. Jetzt ist Dennis Schröder von den New Yorker Phantoms Braunschweig für viele Experten Deutschlands größtes Talent auf der Point-Guard-Position. Von der Halfpipe bis in die U18-Nationalmannschaft, das muss nur der Anfang sein – wenn er vor lauter Schnelligkeit nicht durchdreht.
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Der Wechsel von der Halfpipe aufs Basketball-Parkett hat sich gelohnt für Sie: Im vergangenen Jahr haben Sie zusammen mit Daniel Theis die NBBL-Mannschaft des Teams Braunschweig/Wolfenbüttel überraschend in die TOP-4-Endrunde geführt, aktuell sind Sie Leistungsträger im Braunschweiger ProB-Team …
Ich habe schon in der vergangenen Saison meine 18 bis 20 Minuten in der 2. Liga bekommen. Damals hatten wir noch einen Amerikaner als Starter auf der Eins. Jetzt vertraut Liviu mir als Spielmacher und ich stehe immer über 30 Minuten auf dem Feld. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich denke, dass ich gegen jeden Amerikaner auf meiner Position in der Liga bestehen kann. Und im Moment läuft es für uns als Team auch ganz gut

Die Teilnahme an den Playoffs ist Ihnen kaum noch zu nehmen. Sie sind aber auch eines der spektakulärsten Teams in der ProB: aggressive Presse über 40 Minuten, Fastbreaks, Alley-oop-Dunkings – es muss Spaß machen, so zu spielen.
Oh Mann, und wie! Unter Liviu spielst du eigentlich immer Fullcourt-Presse, das hat die Braunschweiger Teams schon in der Vergangenheit immer ausgezeichnet. Wir sind ein junges Team, sehr athletisch, also warum sollen wir nicht so spielen?

Ihr bevorzugter Alley-oop-Partner ist Daniel Theis …
Ich kenne Daniel schon sehr lange, wir spielen seit Ewigkeiten zusammen. Entsprechend gut verstehen wir uns auf dem Court. Wenn er anläuft, weiß ich meist schon, wohin er den Ball haben will. Der Alley klappt aber auch mit Howard (Sant-Roos, Anm. d. Red.) ganz gut: Der Junge kann springen!

Ziehen Sie als Aufbauspieler nicht den sicheren Pass vor, ehe Sie das riskante Anspiel wählen?
1328122426/img_dennis_vs_heiko.jpegDer ein oder andere würde es einen riskanten Pass nennen, aber ich probiere das lieber jetzt in meinem Alter und in meiner Situation aus, denn wann soll ich das denn lernen, wenn nicht jetzt? Wenn man ein Risiko eingeht, kann man sich verbessern. Wenn du mich in drei bis fünf Jahren fragst, werde ich dann bestimmt das sichere Spiel vorziehen. Ich fühle mich jetzt so wohl und meine Turnover-Quote kann sich im Vergleich zu meinen Assists, glaube ich, sehen lassen. Der Alley-oop klappt in 90 Prozent der Fälle, von daher riskiere ich es gerne, einen Angriff spektakulär abzuschließen, wenn ich die Chance dazu sehe.

U18-Bundestrainer Kay Blümel sagt über Sie, dass er in den letzten Jahren keinen Spieler gesehen hätte, der im Eins-gegen-eins besser verteidigt. Sie spielen eine kraftraubende Defense; werden Sie nie müde?
Klar ist es anstrengend, wenn man drei- oder viermal den Ami des Gegners über das ganze Feld jagt. Aber durch das viele Training bin ich schon ziemlich fit. Derzeit trainiere ich morgens und abends mit dem Braunschweiger Erstliga-Team, dazu kommen pro Woche noch zwei Einheiten mit dem ProB-Team.

Im Sommer haben Sie mit der U18-Nationalmannschaft Ihr erstes großes internationales Turnier bei der Europameisterschaft in Polen gespielt. Sie sind auf Anhieb zweitbester Scorer des Teams und drittbester Assistgeber des gesamten Turniers geworden. Wie waren die Eindrücke?
1328122485/img_dennis_vs_brose.jpegFür die Nationalmannschaft zu spielen, ist schon etwas anderes als die Saison mit dem Verein. Ich kann es nicht genau erklären ... es fühlt sich einfach anders an. Am Anfang war ich schon etwas nervös, aber Bundestrainer Kay Blümel hatte mich vorher zur Seite genommen und mir gesagt, ich soll mein Spiel spielen und mir nicht so viele Gedanken machen. Das war wichtig für mich, nur so fühle ich mich auf dem Feld wohl. Bei der Europameisterschaft lief es anfangs auch ganz gut, wir sind mit Siegen über die Türkei und Finnland gestartet, dazwischen gab es eine Niederlage gegen Serbien. Im Laufe des Turniers hat sich dann der Wurm eingeschlichen.

Coach Blümel sagt, dass Sie manchmal Probleme im Umgang mit den Teamkameraden haben. Unter anderem wurden Sie mit Bogdan Radosavljevic von einem EM-Vorbereitungsturnier in Frankreich wieder nach Hause geschickt.
Manche nennen es Probleme, für mich ist es Wettkampfdenken. Ich erwarte von meinen Mitspielern, dass sie genauso Schweiß und Blut auf dem Parkett lassen wie ich. Auf dem Parkett bin ich ein Wettkämpfer, abseits davon bin ich zu meinen Kollegen wie ein Bruder. Ich bin aber auch dabei, zu lernen, dass es leichter ist zu kritisieren als zu motivieren. Dazu gibt es ja auch positive bzw. konstruktive Kritik und die äußere ich, denn das ist auch eine Aufgabe eines guten Aufbauspielers. Ich will in Zukunft meine Mitspieler weiter motivieren und das Beste aus ihnen herauslocken, genau wie sie es bei mir auch tun sollen.

Allerdings bescheinigen Ihnen die Junioren-Bundestrainer auch, dass Sie in den letzten zwei Jahren reifer und erwachsener geworden sind.
Ja, auf jeden Fall. Basketball bedeutete für mich anfangs vor allem Spaß, genau wie das Skateboardfahren. Seitdem ich vor knapp drei Jahren aber begriffen habe, dass ich mich ernsthafter mit dem Sport auseinandersetzen muss, wenn ich es zu etwas bringen will, trainiere ich intensiver und mit einem klaren Ziel vor Augen.

Damals verstarb überraschend Ihr Vater. Hat dieser tragische Augenblick etwas mit Ihrem Reifeprozess zu tun?
1328122546/img_dennis_beim_leger_gegen_frankfurt.jpegDer Tod meines Vaters war ein schwerer Schlag für mich. Meine Eltern waren getrennt, haben sich aber immer noch super verstanden. Für mich war er immer da. Ich habe ihn vier Tage vor seinem Tod das letzte Mal gesehen. An dem Tag, als er starb, sollte er eigentlich ins Frisörgeschäft meiner Mutter kommen und dort etwas reparieren. Als er nicht auftauchte, war uns schnell klar, dass etwas nicht stimmen konnte; auf meinen Dad war sonst immer 100 Prozent Verlass. Schließlich fanden wir ihn in seiner Wohnung, aber es war schon zu spät, er hatte einen Herzstillstand erlitten. Er hatte eine Krankheit, die sich auch die Ärzte nicht genau erklären konnten. Er ahnte wohl, dass so etwas passieren könnte ... Seit seinem Tod spiele ich auch für ihn und um ihn stolz zu machen. Wenn ich mich in einer schwierigen Situation befinde, weiß ich, dass ich nicht alleine bin, denn er ist immer bei mir und besonders in meinem Herzen!



Wie hat sich Ihr Leben nach diesem Schicksalsschlag verändert?
Mir ist auf jeden Fall noch bewusster geworden, wie wichtig die Familie für mich ist. Ich habe noch zwei ältere und zwei jüngere Geschwister. Mit meiner sechsjährigen Schwester Mariam und meinem achtjährigen Bruder Borry lebe ich bei meiner Mutter. Wenn meine Mom arbeiten muss, kümmere ich mich um die beiden. Die Familie ist das absolut Wichtigste für mich.

Das komplette Interview gibt es in der neuen Ausgabe der BIG, die seit dem 31. Januar im Handel erhältlich ist (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten). Weitere Themen im Heft: Interview Jan Jagla, das ultimative Point-Guard-Ranking der Beko BBL, Triers MIP Philip Zwiener, Herr Schmidt und Herr Schmitz aus Bayreuth, Bonns Litauer Benas Veikalas, Chris McNaughton im Aufwind in Bremerhaven, Jacob Burtschi als Frankfurts neuer Mann auf der Vier … undundund

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