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Patrick Femerling:

Patrick Femerling: "Du kannst so viel Talent kaufen, wie du willst, die Chemie muss stimmen!"

Rekordnationalspieler Patrick Femerling über die Niederlage der Bayern in Bamberg, den Zusammenhang zwischen Talent und Chemie, das Ulmer Team von Thorsten Leibenath und die EM-Auslosung.

Hallo Basketball-Freunde, die "Frankenhölle" hat ihrem Spitznamen wieder alle Ehre gemacht.

Trotzdem hat sich Bayern München bei der Niederlage im Topspiel bei den Brose Baskets Bamberg sehr gut verkauft.

Im Hexenkessel des Titelverteidigers ist es für jede Mannschaft extrem schwer, zu gewinnen. Nach all den Querelen und dem Chaos zum Saisonstart haben die Münchner eine beachtliche Entwicklung durchgemacht. Sie sind aber noch lange nicht dort, wo sie hinwollen.

Vom Talent her gehören die Bayern zur Liga-Elite. Bei ihnen ist die große Frage, ob sie ihr Potenzial konstant abrufen können.

Auch bei Präsident Uli Hoeneß hat sich nun die Erkenntnis durchgesetzt, dass es Geduld braucht, um die hohen Ansprüche erfüllen zu können.

Schließlich wurde die Mannschaft nach den Wünschen eines anderen Coaches formiert. Dann wurde Knall auf Fall alles auf den Kopf gestellt. Jetzt muss es plötzlich mit einem anderen Trainer funktionieren.

Inwieweit Dirk Bauermanns Entlassung zu dieser Einsicht beigetragen hat, sei dahingestellt. Als jemand, der für Bauermann lange gespielt hat, fand ich Hoeneß' öffentliche Äußerungen unschön.

Du kannst letztendlich so viel Talent kaufen, wie du willst, die Chemie muss stimmen. Mehr Ruhe kann für die weitere Entwicklung des FCB nur förderlich sein.

Bamberg brauchte in der Spitzenpartie zu Beginn noch etwas Zeit, um die Euroleague-Klatsche gegen Barcelona abzuschütteln und den Rhythmus zu finden.

Durch ihre kontinuierlich gute Personalpolitik können sie aber speziell in den wichtigen Situationen auf ihre über Jahre aufgebaute Siegermentalität zurückgreifen.

Deshalb bleibt Bamberg der Topfavorit auf den Meistertitel. Trotzdem ist der Abstand zu den Verfolgern kleiner geworden.

Die Beko BBL ist in der Spitze deutlich enger zusammengerückt. Das zeigt sich auch auf europäischem Parkett, wo sich die deutschen Teams nicht als Fallobst präsentieren.

Keiner kann vornweg marschieren, stattdessen melden vier, fünf Mannschaften Ansprüche an.

Dazu gehört auch ratiopharm Ulm. Das hat die eindrucksvolle 30-Punkte-Packung für die EWE Baskets Oldenburg unterstrichen.

Ähnlich wie in Bamberg trägt auch bei den Ulmern die Kontinuität Früchte. Sie haben ihren Kern zusammengehalten und mit guten Leuten verstärkt.

Trainer Thorsten Leibenath hat ein starkes Team geformt, das spielerisch und charakterlich sehr gut zusammenpasst.

Die positive Entwicklung im deutschen Basketball kommt auch der Nationalmannschaft zugute, die bei der EM 2013 in Slowenien eine lösbare Vorrundengruppe erwischt hat.

Das Abschneiden bei so einem Turnier hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich nie vorhersagen, aber die Chancen für das Erreichen der nächsten Runde stehen gut.

Die Franzosen sind wohl der stärkste Gegner, aber selbst vor ihnen müssen wir uns nicht verstecken - allerdings nur, wenn speziell unsere großen Spieler topfit in die EM gehen.

Bis bald, Euer Patrick Femerling

Patrick Femerling, geboren 1975, ist aktuell mit 221 Einsätzen von 1996 bis 2009 Rekordspieler in der deutschen Nationalmannschaft. Mit dem DBB-Team gewann er WM-Bronze 2002 und EM-Silber 2005. Er wurde Meister und Pokalsieger in Deutschland, Spanien und Griechenland.

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