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Per Günther und die Knappen: Liebeserklärung live im TV

Per Günther und die Knappen: Liebeserklärung live im TV

Per Günther ist nicht nur Basketball-Nationalspieler, sondern auch glühender Fan eines Fußball-Vereins. Weil er schon von klein auf für den FC Schalke 04 schwärmte, widmete das Stadionmagazin „auf Schalke“ ihm ein großes Portrait. Darin erzählt er, wie er sich am FC Bayern München...
...für die „Vier-Minuten-Meisterschaft“ der Knappen von 2001 rächte.

Es geschah kurz nach dem Jahreswechsel, ausgerechnet beim Topspiel der Beko Basketball Bundesliga, live im Fernsehen übertragen bei SPORT1. Der FC Bayern München gastierte an diesem Abend bei ratiopharm ulm. Kurz vor Schluss sahen die Gäste aus der wie der sichere Sieger aus und führten bereits mit 73:75. Doch in der allerletzten Sekunde traf Keaton Nankivil einen spektakulären Wurf zum 76:75-Sieg der Ulmer.

Keine Frage, dass die Begeisterung unter den Ulmer Basketballern riesengroß war. Doch ganz besonders aus dem Häuschen war Per Günther. Der Ulmer Aufbauspieler ist glühender Fan des FC Schalke 04, was auch die Aussagen des 24-Jährige beim anschließenden Interview mit SPORT1 erklärt:



In diesem Moment dachte Günther also an den 19. Mai 2001 zurück. Jener Tag, an dem Schalke knapp fünf Minuten lang die Meisterschale in der Hand hatte. Und sie auf grausame Art und Weise wieder entrissen bekam. „Das ist ein ganz dunkles Kapitel“, sagt Günther, der damals 13 Jahre alt gewesen ist. Zusammen mit seinem älteren Bruder Philip verfolgte er die Partie im Radio. „Als unsere Partie abgepfiffen wurde, sind wir beide jubelnd auf die Straße gegangen und haben die Schalker Meisterschaft gefeiert. Erst eine halbe Stunde später haben wir von unserem Vater erfahren, dass doch die Bayern Meister geworden sind.“



Besonders bitter: Günthers Vater Dietmar ist Bayern-Fan, sehr zum Leidwesen seiner Sprösslinge. „Als er uns die Nachricht überbracht hat, musste er ja die Herzen seiner beiden Söhne brechen“, erinnert sich Per Günther: „Doch es ist ihm sichtlich schwer gefallen, seine Freude über die Münchner Meisterschaft zu unterdrücken.“ So gesehen war es eine Art späte Rache, dass Günther mehr als zehn Jahre danach die Bayern im Basketball besiegen konnte.

Aufgewachsen ist Per Günther in Hagen, also nur 20 Kilometer von Dortmund entfernt. Fast alle seiner Mitschüler waren BVB-Anhänger, kein einziger S04-Fan. „Ein paar dumme Sprüche hat es natürlich immer gegeben“, sagt Günther, der trotzdem seiner königsblauen Liebe immer treu geblieben ist. Schließlich wurden seine Mutter wie auch sein älterer Bruder in Gelsenkirchen-Buer geboren. Sein Vater, obwohl er Bayern-Fan ist, spielte in den 80er Jahren sogar für die S04-Basketballer. „Deshalb“, sagt Günther, „war unsere Familie schon immer sehr stark mit Schalke verwoben“. Später wechselte Vater Dietmar vom S04 zum Basketball-Rivalen Hagen, weshalb es die komplette Familie Günther ins schwarz-gelbe „Feindesland“ verschlug. „Aber für mich gab es immer nur den S04“, lächelt der 24-Jährige.

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Trotz seiner Liebe zu den königsblauen Fußballern hat es Per Günther zum Basketball gezogen. Er begann seine Karriere beim früheren Club seines Vaters, Phoenix Hagen, wo sein großes Talent sehr bald deutlich wurde. Er durchlief alle Jugend-Nationalmannschaften und feierte im Sommer 2009 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. 31 Länderspiele hat der 1,84 Meter kleine Günther bis zum heutigen Tag absolviert, einige davon an der Seite von NBA-Superstar Dirk Nowitzki.

Um den nächsten Sprung in seiner Karriere zu schaffen, hatte Günther seine Heimat Nordrhein-Westfalen zur Saison 2008/09 verlassen. Er wechselte in den Süden zu ratiopharm ulm und entwickelte sich dort zu einem der besten Basketballer in Deutschland. Besonders in der aktuellen Saison läuft es für Günther & Co. prächtig – nicht nur wegen ihres denkwürdigen Erfolges über den FC Bayern. Derzeit stehen die Ulmer auf dem zweiten Platz der Bundesligatabelle. „Besser könnte es derzeit echt kaum laufen“, sagt Günther als Lenker im Ulmer Spiel.

Sportlich hat sich Günthers Wechsel ins Schwabenland also längst ausgezahlt. Nur die weite Entfernung zu seiner nordrhein-westfälischen Heimat macht den Basketballer etwas traurig. „Die Anfahrt ist einfach so lange“, sagt Günther, „deshalb bin ich schon länger nicht mehr in der Arena bei einem Schalker Heimspiel gewesen. Hinzu kommt, dass wir häufig auch samstags, also am selben Tag wie die Fußballer spielen.“

1332864504/img_Per-Guenther_Schalke-04.jpgImmerhin schaffte es Günther zuletzt, das Schalker Auswärtsspiel in der Allianz-Arena beim FC Bayern zu besuchen (0:2). Ansonsten verfolgt Günther das Geschehen auf Schalke regelmäßig per Internet. Die aktuelle Entwicklung stimmt ihn sehr positiv, „da wir endlich wieder Kontinuität im Kader haben“. Deshalb hofft der Basketballer, „dass wir in Zukunft noch viele Gründe zum Feiern haben werden“. So wie im Vorjahr beim Pokalsieg des S04, den Günther live im Berliner Olympiastadion bejubelte.

Interessiert blickt Per Günther auch auf die Schalker Basketballer, die derzeit in der Regionalliga West auf dem sechsten Platz stehen. Sein älterer Bruder Philip spielte bis zur Vorsaison für den S04, ehe er zum UBC Münster wechselte. Ihr Vater Dietmar gehörte damals sogar zu den Schalker Korbjägern, die 1988 den Aufstieg in die Erste Bundesliga schafften.

„Mittlerweile sind die großen Zeiten der Schalker Basketballer leider vorbei“, sagt Per Günther, der trotzdem eine Aufbruchstimmung im deutschen Basketball sieht. Nicht zuletzt, weil der FC Bayern begonnen hat, kräftig im Basketball zu investieren. „Es wäre natürlich eine große Sache, wenn der S04 so etwas Ähnliches anpacken würde. Aber ich glaube, dass sich das leider noch nicht abzeichnet“, sagt der Nationalspieler.

Für den weiteren Saisonverlauf der S04-Fußballer hofft Günther, „dass es diesmal wieder mit der Qualifikation für die Champions-League klappt“. An die Meisterschaft glaubt der 24-Jährige eher nicht, „denn dafür ist die Konkurrenz in dieser Saison wohl zu stark“. Allerdings betont der Basketballprofi: „Es ist mein ganz großer Wunsch, irgendwann miterleben zu dürfen, wie Schalke die Meisterschale in die Höhe stemmt.“ Dann aber länger als nur fünf Minuten.
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