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Playoff-Vorschau Quakenbrück - München: Der kleine Zauberer gegen das zweiköpfige Zonen-Monster

Playoff-Vorschau Quakenbrück - München: Der kleine Zauberer gegen das zweiköpfige Zonen-Monster

Es ist das Duell der Gegensätze. Auf der einen Seite der kleine Zauberer aus dem Basketballdorf, auf der andere Seite das dominante Frontcourt-Duo aus der Metropole. Und auch bei den direkten Duellen setzt sich das Thema Gegensätze fort. Am Ende könnte beim Duell der Plätze vier und fünf der Heimvorteil das Zünglein an der Waage sein.

Artland Dragons (4) – FC Bayern München (5)



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Gegenüberstellung: die feste Rotation im Positions-Check:

Point Guard: David Holston vs. Steffen Hamann
Möglich ist bei diesem Match-up, dass Bauermann wie in der Saison bereits geschehen Defensivspezialist Demond Greene auf den kleinen Holston ansetzt. Der kleine Aufbau spielt als drittbester Scorer und zweitbester Assistgeber der Hauptrunde eine starke Saison. Obwohl er sich zwischen dem 21. und 28. Spieltag eine kleine Auszeit gönnte (nur ein Spiel zweistellig gescort), zeigt die Formkurve rechtzeitig zu den Playoffs wieder nach oben. In den abschließenden fünf Spielen legte er im Schnitt 19,0 Zähler auf. Die Bundesliga Saison 2011/12 ist für Steffen Hamann die beste seit der Saison 07/08, als er noch für Bamberg auf dem Parkett stand. Aber Hamans starke Saison lässt sich nicht nur durch Zahlen belegen, denn es ist auch für Außenstehende während der Spiele offensichtlich, dass der Nationalspieler der Anführer dieser Bayern-Mannschaft ist.

Shooting Guard: Johannes Strasser vs. Je´Kel Foster
Strasser übernimmt bei den Drachen die Rolle als Verteidiger des besten Außenspielers. Dies ist gegen die Bayern natürlich Je´Kel Foster. Gut möglich, dass der Swingman gegen Strasser öfter in den Lowpost geht, um seine Stärken im Spiel mit dem Rücken zum Korb auszuspielen. Bei Foster gilt es zudem abzuwarten, ob er unter dem dominanten Big Men-Game der Münchner zurück zu seiner Scorerrolle findet. Zuletzt hatte es den Anschein, dass er den Status als Go-to-Guy ein wenig eingebüßt hat.

Small Forward: Brandon Thomas vs. Demond Greene
Brandon Thomas ist der beste Athlet der beiden Startformationen. Vor einigen Jahren wäre das noch anders gewesen, aber Demond Greene ist mittlerweile leider auch schon 32 Jahre alt und hatte angeblich bereits die ein oder andere Verletzung (anschauen auf eigene Gefahr!). Thomas verfügt über das komplette Paket eines Außenspielers. Er hat einen guten Distanzschuss und kann dank seines kräftigen Körpers beim Zug zum Korb viel Kontakt schlucken. Greene hingegen beschränkt sich zumeist auf seine Qualitäten als Schütze (Mehr als die Hälfte seiner Wurfversuche nahm er von Downtown).

Power Forward: Nathan Peavy vs. Chevon Troutman
Das interessanteste Duell dieser Serie. Beide Spieler sind sehr vielseitig. Peavy darf in der Offense getrost als kompletter Werkzeugkasten betrachtet werden: Lowpost-Game, Babyhook, Abschluss aus dem Dribbling und eine Dreierquote, die sich sehen lassen kann (38/84, 45,2 Prozent). Troutman ist mit 17,1 Punkten im Schnitt der Topscorer der Bayern, wusste in beiden Spielen gegen die Dragons zu überzeugen (21 und 26 Zähler) und hat sich mittlerweile auch daran gewöhnt, wegen Jared Homan sein Spiel weiter nach außen zu verlagern.

Center: Darren Fenn vs. Jared Homan
Breiter Brustkorb gegen breiterer Brustkorb. Während Fenn allerdings auch außerhalb der Zone glücklich werden kann (ein Drittel seiner Wurfversuche sind Dreier), passt der Begriff „Lowpost“ bei Homan – Achtung Wortwitz - wie die Faust aufs Auge. Das Duell der Center wird mit Sicherheit eines der entscheidenden der Serie werden.

Bryan Bailey vs. Jonathan Wallace
Eine längere Verletzung kostete Bailey im Laufe der Saison den Platz in der Ersten Fünf. Er ist als Defense-Klette bekannt und es gilt abzuwarten, in welcher Form sich der Guard zum Start der Postseason befindet. Auf der anderen Seite die umgedrehte Geschichte: der letztjährige Zweitligaheld, der zu Beginn der Saison kein Bein aufs Parkett brachte, aber wieder spielte als die Kollegen schwächelten (lies: Philipp Schwethelm) oder die Papiere bekamen (lies: Ben Hansbrough). In den vergangenen vier Ligabegegnungen markierte er 15 Punkte im Schnitt und übernimmt - wie bei der doppelten Verlängerung gegen Bamberg gesehen - auch in schwierigen Phasen vermehrt Verantwortung.

Adam Hess vs. Robin Benzing
Der eingedeutschte Hess hat bei den Drachen eine kleinere Rolle als früher, kann von außen (68,2 Prozent seiner Würfe sind Dreier) aber immer noch schneller heiß laufen als eine Mikrowelle. Sollte der Mann mit dem Hang zum Porno-Schnörres also nicht ernst genommen werden, wird er darauf mit zwei, drei schnellen Distanzwürfen antworten. Benzings Rolle bei den Bayern ist kleiner als viele erwartet hatten. Zu Saisonbeginn verletzt, tat die deutsche Nachwuchshoffnung sich in der Folge schwer und punktete in den abschließenden 13 Spielen nur einmal zweistellig. In den Playoffs kann er nun beweisen, dass die Bayern ihn zurecht geholt haben.

Anthony Hilliard vs. Philipp Schwethelm
Kann bitte jemand noch einmal genau erklären, wie und wann Schwethelm aus der Rotation der Bayern gefallen ist? Letztes Jahr noch Topscorer für die Eisbären in den Playoffs gegen Bamberg (13 Punkte im Schnitt), sitzt der Nationalspieler nun immer öfter lediglich in der ersten Reihe und wenn er mal auf dem Feld ist, wirkt er alles andere als selbstbewusst. Im Gegensatz zu Schwethelm war Hilliard zu Beginn der Saison zum Zuschauen verdammt (aufgrund der Ausländerregelung). Nach dem Weggang von Goran Jeretin und der Einbürgerung von Hess, wurde der Amerikaner wieder eingesetzt, rief aber nicht mehr die Leistungen vom Beginn der Saison ab.

Guido Grünheid vs. Jan Jagla
Beide füllen die Rolle des Back-Ups auf der Vier aus. Während für Grünheid die Welt damit in Ordnung ist und er seinen Job solide ausübt, hängen für Jagla die Kirschen ein wenig luftiger. Denn die Erwartungen an einen gestandenen Nationalspieler sind zu Recht höher, und auch er selbst scheint zu wissen, dass er mehr kann. Aber für die Rolle des Ersatzmannes, der Energie von der Bank bringt, ist er nun mal nicht die ideale Besetzung. Wenn er in den Playoffs gelegentlich solche Auftritte wie gegen Bonn (13 Punkte und neun Rebounds in 15 Minuten) bringen kann, ist der Offense des Aufsteigers schon viel geholfen.

Anthony King vs. Alexander Nadjfeji
King ging als Starter in die Saison, kommt nach seiner auskurierten Verletzung nun aber zumeist von der Bank. Vorne verwertet der athletische Shotblocker zumeist die klassischen Durchstecker und trifft zudem nicht mehr nur an hohen Feiertagen aus der Mitteldistanz. Unser Eindruck von Nadjfeji: der Point Forward ist in seinem einen Jahr in der zweiten Liga ziemlich schnell gealtert! Das bedeutet aber nicht, dass wir dem 36-Jährigen nichts mehr zutrauen – ein großes Spiel, einen Zauberpass, einen magischen Moment trägt Pista – da sind wir uns sicher – für die Playoffs noch in sich!

Garbage Time:
Bei den Artland Dragons stehen fürs aktive Auslaufen (lies: wenn das Spiel bereits entschieden ist) vor allem Acha Njei, Florian Hartenstein, Christian Hoffmann und Florian Doeinck bereit, bei den Münchnern der frühere Quakenbrücker Darius Hall, Bastian Doreth und Bogdan Radosavljevic

Zahlenspielchen:

Saisonbilanz: Artland 24-10, München 22-12

Direkte Duelle:
Artland 86:83 München
München 97:70 Artland

Teamstats Artland/München:
Punkteschnitt Offense: 84,4 – 78,6
Punkteschnitt Defense: 78,1 – 73,9
Assists pro Spiel: 17,2 – 15,3
Rebounds pro Spiel: 35,8 – 34,1
Feldwurfquote in Prozent: 47,8 – 47,2
Dreierquote in Prozent: 36,6 (287/785) – 36,8 (235/639)
Freiwurfquote in Prozent: 75,3 (653/867) – 69,4 (559/806)

Termine:
Sa, 05.05 20:00 Uhr Artland - München
Di, 08.05 18:00 Uhr München – Artland (live bei SPORT1)
Sa, 12.05 14:00 Uhr Artland - München (live bei SPORT1)
Di, 15.05 München - Artland (falls nötig)
Do, 17.05 Artland - München (falls nötig)

Fazit:
Falls Ihr regelmäßig wettet (was wir übrigens nicht befürworten würden), können wir euch nur diesen Tipp geben: lieber nicht auf diese Serie, denn der Ausgang ist offener als das Ende eines Halloween-Films! Sicher ist: Ein fünftes Spiel in Quakenbrück möchte kein Gästeteam gerne spielen (fragt mal bei den Braunschweigern nach, liebe Bayern). Um einem Entscheidungsspiel bei den Drachen aus dem Weg zu gehen, müssten die Münchner also zu Hause zwei Mal gewinnen sowie das erste oder dritte Spiel auswärts klauen. Wird jedoch auf die Heimbilanzen geschaut (Quakenbrück: 13-4; München: 16-1), wird klar, wie schwer es generell mit einem Auswärtssieg werden könnte. Für Stefan Koch und sein Team wird es vor allem darum gehen, mit Homan und Troutman das dominierende Frontcourt-Duo des Gegners in den Griff zu kriegen. Bei den Bayern wäre es wichtig, dass eben diese beiden Topscorer vorne Unterstützung bekommen, damit die Offense variabler wird.

Mein Tipp:
1-3 Bayern München

Ihr möchtet eure Kompetenz in Sachen Playoffs mal richtig amtlich raushängen lassen? Dann nehmt an unserem Tippspiel zu den Playoffs 2012 teil, und messt euch mit Experten wie Ademola Okulaja, Patrick Owomoyela, Rickey Paulding und Svetislav Pesic!

Die Kontrahenten im bewegten Bild:

Eigentlich wollten wir unter dieser Rubrik jeweils ein Video pro Team einbauen. Aber in diesem besonderen Falle reicht uns ein Video voll und ganz aus. Das Hinspiel dieser beiden Teams verkörpert nämlich auf wunderbare Art und Weise alles, was wir uns bezüglich Dramatik von dieser Serie wünschen:

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