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Playoff-Vorschau Ulm - Braunschweig: enthusiastische Reboundstärke gegen Tiefe und Erfahrung

Playoff-Vorschau Ulm - Braunschweig: enthusiastische Reboundstärke gegen Tiefe und Erfahrung

Neben Quakenbrück gegen München das zweite Duell mit zwei deutschen Trainern. Ulm möchte als Überraschungsteam der Liga die Traumsaison mit einem tiefen Ritt in die Postseason krönen. Mit Braunschweig steht im Viertelfinale ein Gegner parat, der bezwingbar ist, aber eben auch erfahren genug, um bei einem Rückstand ruhig zu bleiben.

ratiopharm ulm (2) – New Yorker Phantoms Braunschweig (7)



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Gegenüberstellung - die feste Rotation im Positions-Check:

Point Guard: Per Günther vs. Igor Milosevic
Auf der einen Seite ein klarer Vorteil bezüglich der Geschwindigkeit, auf der anderen Seite ist Milosevic knapp zehn Zentimeter größer als Günther. Es ist allerdings auch möglich, dass Milosevic sich um Ulms Topscorer Swann kümmern wird und Umeh den jungen Nationalaufbau deckt. Wie auch immer: Wir sind uns sicher, dass Günther nach starker Saison alles daran setzen wird in den Playoffs seine Ambitionen auf die DBB-Auswahl zu unterstreichen.

Shooting Guard: Isaiah Swann vs. Michael Umeh
Dass die linke Klinke von Swann sehr schnell sehr heiß laufen kann, sollte mittlerweile bekannt sein. Aber die Ulmer haben am eigenen Leib erfahren, dass Umeh an starken Tagen auch ganz gut weiß, wo der Korb hängt: Im Spiel um den dritten Platz beim TOP FOUR in Bonn legte die Nachverpflichtung der Phantoms 31 Punkte gegen das Überraschungsteam der Beko BBL auf.

Small Forward: Steven Esterkamp vs. Immanuel McElroy
Erfahren sind sie beide. McElroy hat sieben Jahre in der Liga abgerissen, Esterkamp ist seit 2004 in Deutschland aktiv. Aber Imac hat 61 Playoffspiele, zwei Meisterschaften und drei Pokalsiege in der Vita stehen, der Ulmer Kapitän dagegen lediglich fünf Playoffspiele für Paderborn und keinen Titel. Esterkamp ist der bessere Schütze, McElroy hat das umfangreichere Gesamtpaket zu bieten, aber in den vergangenen Jahren auch ordentlich Kilometer abgespult.

Power Forward: Dane Watts vs. Branko Jorovic
Bei den Phantoms war Rich Melzer bis zu seiner Verletzung als Starter auf der Vier gesetzt, nach seiner Rückkehr aber beließ Sebastian Machowski mit Branko Jorovic den anderen Power Forward in der Startformation. Bei Topscorer Melzer dagegen mehrte sich Kritik an dessen Defense. Dane Watts wird egal sein, mit wem er sich auseinander setzen muss. Nach Stationen in Ludwigsburg und Tübingen ist er in Ulm nun die Idealbesetzung an der Seite von Bryant.

Center: John Bryant vs. Kyle Visser
Visser ist der einzige Spieler aus dem verletzungsgeplagten Braunschweiger Kader, der in allen 34 Spielen aufgelaufen ist. Vom Körperbau her wäre er perfekt, um im Lowpost gegen den MVP gegenzuhalten, aber es ist fraglich, ob er auch Bryants lockeres Händchen von weiter außen in den Griff bekommt. Beim Ulmer Center werden die Playoffs mit der höheren Spielfrequenz und weniger Pausen zeigen, wie sehr sich Fitness und Ausdauer wirklich verbessert haben. Wenn er in Foulprobleme gerät, wird es schwer für das Team des Trainers des Jahres.

Tommy Mason-Griffin vs. LaMarr Greer und Dennis Schröder
Junger wilder Kugelblitz gegen erfahrenen Profi. Der gerade erst von seiner Knieverletzung genesene Mason-Griffin hat die wundersame Gabe, nach zwei genialen Aktionen einmal zu überdrehen – und das auf jene Art, die Trainern graue Haare beschert. Dennoch ist er ein Spieler, der eine Partie mit einem Run drehen und/oder entscheiden kann. Er muss nur lernen, manchmal ein wenig mehr Geduld zu haben. Combo-Guard Greer auf der anderen Seite ist das Gegenteil: Der bald 36-Jährige (Geburtstag am 16. Mai) macht nur wenig Fehler, kann aber trotzdem offensiv für die wichtigen Würfe übernehmen. Vor allem während der Verletzungsseuche zur Mitte der Saison hatte er ein paar große Auftritte als Scorer. Mit Schröder hat Machowski zudem einen weiteren Einser parat stehen. Das Spiel des jungen deutschen Aufbaus findet immer im Schnellvorlauf statt. Wenn er voll antritt, gibt es keinen Spieler in der Liga, der vor ihm bleiben kann. Der Jüngling soll nicht ganz einfach sein, Machowski suspendierte den 18-Jährigen zwischendurch für ein Spiel, aber für die Postseason ist vor allem eines wichtig: Wenn Schröder auf dem Parkett steht, kennt er keine Angst!

Sebastian Betz und Kelvin Torbert vs. Robert Kulawick und Nils Mittmann
Beim Ersatz für die Flügelpositionen muss bei den Phantoms abgewartet werden, ob Kulawick nach seiner Knöchelverletzung schon wieder fit ist. Kapitän Mittmann kann auf der Drei und der Vier spielen und trägt neben viel Hustle auch den ein oder anderen eingenetzten Dreier zum Spiel Braunschweigs bei. Wandervogel Kelvin Torbert stand in der Saisonvorbereitung im Kader von Bayreuth und wurde von Ulm nach der Verletzung von Mason-Griffin als sogenannter Stand-by-Spieler aktiviert. Betz steht als dienstältester Ulmer Profi im fünften Jahr im Kader des Überraschungsteams. Nach dem Ausfall von Rocky Trice (Daumen-OP) könnten für die beiden mehr Minuten abfallen.

Keaton Nankivil vs. Rich Melzer
Nankivil ist die Art Gegenspieler, auf die sich nur schwer einstellen lässt: Er kann nichts herausragend, aber dafür eben vieles durchaus solide. Das geht über wichtige Dreier treffen (Hallo München!) bis hin zu wichtige Würfe blocken. Melzer ist vor der Saison als der designierte Topscorer geholt worden und hat in acht seiner 29 Spiele mehr als 15 Punkte geliefert. Neben Visser muss auch er für die Phantoms Punkte in Korbnähe liefern.

Michael Wenzl und Femi Oladipo vs. Nick Schneiders und Daniel Theis
Hier macht sich die größere Tiefe des Braunschweiger Frontcourts bemerkbar: Während Wenzl und Oladipo nur in 18 bzw. 13 Spielen im Schnitt rund vier Minuten aufs Feld durften, waren Riesenriese Nick Schneiders und zum Ende hin auch Daniel Theis fester Bestandteil der Rotation. In den Playoffs könnte sich das ändern, aber Machowski wird es beruhigen, dass er im Falle von Foultrouble schlachterprobte Leute auf der Bank hat.

Garbage Time:
Bei den Ulmern stehen fürs aktive Auslaufen (lies: wenn das Spiel bereits entschieden ist) vor allem Marcel Heberlein und Julian Buntz bereit, bei den Phantoms Lucas Gertz.

Zahlenspielchen:

Saisonbilanz: Ulm 27-7, Braunschweig 18-16

Direkte Duelle: 3-0
Braunschweig 86:88 Ulm
Ulm 81:72 Braunschweig
Ulm 85:68 Braunschweig (Pokalspiel um den dritten Platz)


Teamstats Ulm/Braunschweig:
Punkteschnitt Offense: 81,7 – 77,8
Punkteschnitt Defense: 74,6 - 77,9
Assists pro Spiel: 14,4 – 15,4
Rebounds pro Spiel: 37,0 – 33,0
Feldwurfquote in Prozent: 45,9 – 46,9
Dreierquote in Prozent: 36,6 (274/749) – 34,4 (242/702)
Freiwurfquote in Prozent: 77,9 (562/721) – 70,3 (491/698)

Termine:
Sa, 05.05 19:00 Uhr Ulm - Braunschweig
Do, 10.05 19:15 Uhr Braunschweig - Ulm (live bei SPORT1)
So, 13.05 15:05 Uhr Ulm - Braunschweig (live bei SPORT1+)
Di, 15.05 Braunschweig - Ulm (falls nötig)
Do, 17.05 Ulm - Braunschweig (falls nötig)

Die Kontrahenten im bewegten Bild:
Hier haben wir für beide Teams einen Sieg gegen Berlin rausgesucht, um zu verdeutlichen, wie leistungsstark beide Teams sein können. Ulm deklassiert die Albatrosse im entscheidenden Spiel um den zweiten Platz, Braunschweig gewinnt in Berlin, als es um den Einzug ins TOP FOUR geht:





Fazit:
Ulm ist das reboundstärkste Team der Liga und surft dank der neuen immer ausverkauften Arena und dem MVP aus Kalifornien bereits geraume Zeit auf der Euphoriewelle. Aber nur vier Spieler (Esterkamp, Betz, Günther und Swann ) haben Playoff-Erfahrung und auch Thorsten Leibenath hat die Postseason als Headcoach nur in Schottland erlebt. Die Phantoms können da wesentlich mehr Erfahrung vorweisen, sind vor allem am Brett tiefer besetzt und haben sich nach vielen Umstellungen pünktlich zum Saisonhöhepunkt gefunden. In beiden Punktspielen hatte Braunschweig noch in der letzten Minute Siegchancen und Kapitän Nils Mittmann sagte der Südwest Presse als früherer Ulmer, dass Ulm der Wunschgegner der Braunschweiger sei. Dem Tabellenzweiten wird alles abverlangt werden, und nur wenn wenn Bryant seine Fouls unter Kontrolle hält, kann es reichen.

Mein Tipp:
3-2 Ulm

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