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Simon Says
Simon Says: Die vorläufigen Sommerzeugnisse – Tübingen und Oldenburg im Soll, Frankfurt lässt...

Simon Says: Die vorläufigen Sommerzeugnisse – Tübingen und Oldenburg im Soll, Frankfurt lässt...

Zuerst widmen wir uns den Teams, die einen frühen Urlaub genießen konnten (lies: die Postseason verpasst haben). Auf dem neunten bis dreizehnten Platz der Abschlusstabelle lagen mit Frankfurt, Oldenburg, Bremerhaven, Tübingen und Bayreuth Klubs, die für die kommende Saison – zum Teil lauter, zum Teil dezenter – von den Playoffs sprechen. Wir schauen auf ihre bisherigen Verpflichtungen.

FRAPORT SKYLINERS


Aktueller Kader:
Devin Gibson
Konstantin Klein
Johannes Herber
Quantez Robertson
Danilo Barthel
Marius Nolte
Johannes Voigtmann


Bis vor der vergangenen Spielzeit musste Frankfurt immer eine Außenseiterchance auf das Erreichen des Finales zugestanden werden. Dann kam die Saison 2011/12 mit weniger Geld, viel Verletzungspech und verpassten Playoffs (doppelt bitter, dass das im ersten Jahr mit dem neuen Namenssponsor passierte). Das kommende Jahr wird zeigen, ob es ein Ausrutscher war oder die neue Frankfurter Realität in einer stärker gewordenen Liga. Aktuell lässt sich noch keine Tendenz absehen. Fakt ist: Aus der etatmäßigen Startformation ist nur noch dieser Vielflieger unter Vertrag:



Gerade weilen die Verantwortlichen in voller Besetzung bei der Summer League in Las Vegas (Sportdirektor Kamil Novak, Headcoach Muli Katzurin und Co-Trainer Klaus Perwas), um die vier offenen Ausländerspots zu besetzen. Vor zwei Jahren wurde von dort DaShaun Wood mitgebracht. Ein Liga-MVP muss es nicht unbedingt wieder sein, aber da abgesehen von Small Forward Robertson wohl noch die Starter fehlen, sollten es schon Spieler sein, die wissen, wo der Korb hängt (lies: Scorer).

Abschließend noch meine zwei Cent zum verpflichteten Nachwuchscenter: Ich habe U20-Nationalspieler Johannes Voigtmann noch nie über eine ganze Partie beobachten können, aber jeder, mit dem ich über den Center aus Jena gesprochen habe, benutzt die gleichen Worte: Rohdiamant mit allen nötigen körperlichen Voraussetzungen, um ein moderner Center auf Nationalmannschafts-Niveau zu werden. Klingt wie eine Beschreibung von Maik Zirbes von vor zwei Jahren. Deshalb sollten die Frankfurter Fans die Frage, ob Tim Ohlbrecht zurückkommt, gelassen verfolgen.

Und da ich nicht weiß, ob Jermareo Davidson als Starter für die Fünf zurückkehrt, nutze ich nun die vielleicht letzte Möglichkeit, ein Video von ihm zu posten, das mich - und glaubt mir, das passiert mir nicht oft - komplett sprachlos zurückgelassen hat:


EWE Baskets Oldenburg


Aktueller Kader:
Dru Joyce
Chris Kramer
Julius Jenkins
Dominik Bahiense de Mello
Rickey Paulding
Konrad Wysocki
Ronald Burrell
Adam Chubb
Robin Smeulders
Jannik Freese


Seit der Meisterschaft 2009 gab es drei schwierige Jahre in Oldenburg. Dem Anspruch, einer der Top-Klubs der Liga zu sein, werden die Donnervögel aktuell nicht gerecht. Deshalb der Trainerwechsel von Predrag Krunic zu Sebastian Machowski. Der konnte als erster Trainer der Beko BBL vermelden, dass er seinen Kader komplett hat.

Mit den Verpflichtungen von Konrad Wysocki (Polen), Dru Joyce (Trier) und Chris Kramer (Würzburg) ist klar, dass dieses Jahr auf tadellosen Kampfgeist geachtet wird - so wie in dieser Hustle-Szene aus den College-Tagen von Kramer, die jeden Basketballtrainer erfreuen dürfte:



Dass die Mannschaft sich so abschlachten lässt wie zuletzt in Ulm (83:101), Berlin (67:97), Ludwigsburg (77:98) oder zu Hause gegen Quakenbrück (81:99) und Bonn (75:99) soll der Vergangenheit angehören.

- Joyce ist als Starter auf der Eins weniger Scorer als Bobby Brown, bringt dafür aber mehr Hunger mit – für den kleinen Aufbau aus Trier ist es die Chance, erstmals ein Team mit Playoff-Ambitionen zu führen.

- Mit Kampfsau Kramer, dem zweifachen MVP Julius Jenkins sowie den gebliebenen Dominik Bahiense de Mello und Rickey Paulding stehen satte vier Flügelspieler bereit – da muss Machowski geschickt mit den Einsatzzeiten jonglieren, um alle glücklich zu kriegen.

- Da es auf der Zwei und Drei genügend gute Leute gibt, wird Wysocki wohl öfter als Power Forward auflaufen – wer seine Reboundkünste noch in Erinnerung hat, wird wissen: Kein Problem für den 51-maligen Nationalspieler! Zusammen mit den Startern Ronnie Burrell und Adam Chubb wird dieses Trio wohl den Großteil der Minuten im Frontcourt bekommen, dem Deutsch-Holländer Robin Smeulders und vor allem Jannik Freese könnte des Öfteren nur die Resterampe bleiben.

- Was die deutschen Akteure für die Rotation angeht, habe ich erwartet, dass Oldenburg Probleme haben wird, denn unter Krunic war der Klub nicht dafür bekannt, auf einheimische Akteure zu setzen. Aber mit Bahiense de Mello, Wysocki, Freese und Smeulders stehen vier Profis unter Vertrag, die bereits bewiesen haben, dass sie in der ersten Liga ihren Mann stehen können, und die anderen beiden Positionen werden durch Jünglinge aufgefüllt.

Die offene Frage: Reicht ein gelernter Aufbau? Wer gibt Joyce Verschnaufpausen? Kramer? Jenkins? Dabei würden beide etwas von ihrer Korbgefährlichkeit einbüßen!

Eisbären Bremerhaven


Aktueller Kader:
Stanley Burrell
Anthony Canty
Alex Harris
Justin Stommes
Philip Zwiener
Jacob Burtschi
Jermain Raffington
Scott Morrison


Zwar ist die Spielerfluktuation in der Beko BBL generell geringer geworden, aber am Kader von Bremerhaven lässt sich das nicht wirklich ablesen. Nach Philipp Schwethelm (2009/10) und Chris McNaughton (2010/11) kommt nun Philip Zwiener als deutscher Leistungsträger. Natürlich ist es immer schwierig, wenn finanzkräftigere Klubs locken, aber trotzdem: Konstanz sieht anders aus. Die fünf bisher verpflichteten Amerikaner sind alle Neuzugänge (wobei aber zwei zumindest aus der Liga kommen). Identifikation mit dem Team ist für die Fans der Eisbären also keine leichte Sache. Nach dem Abgang von Kapitän Jan Lipke als Identifikationsfigur vor einem Jahr, schien eigentlich Torrell Martin der perfekte Mann für diese Aufgabe zu sein. Aktuell steht der Klub auch noch in Kontakt mit Martin, der in den USA gerade mal wieder in der Reha ist, aber bei aller Liebe für seine Mischung aus charismatischem Lächeln und unerschöpflicher Energie stellt sich eine Frage: Sollte ein Klub einen Spieler als tragende Säule verpflichten, wenn dieser die zwei Jahre zuvor aufgrund von Verletzungen nur 33 von 68 Spielen der regulären Saison absolviert hat?

Kommen wir zum Team: Douglas Spradley ist neben John Patrick der Trainer in der Beko BBL, der in der Vergangenheit am meisten auf die US-Schiene gesetzt hat. Ist das ein Nachteil beim Werben um deutsche Akteure für die Rotation (Bei Philip Zwieners Entscheidung half bestimmt auch die Nähe zu seiner Heimatstadt Bremen)? Das ist nicht so wichtig, denn wenn Jermaine Raffington weiter für fünf bis zehn Minuten seine Rolle als Arbeiter ausfüllt und der sensationell ins Nationalteam berufene Anthony Canty den nächsten Schritt macht, könnte es mit drei weiteren Nachwuchskräften auf den Positionen zehn bis zwölf bereits reichen.

Bleiben die ausländischen Akteure (ein Kaderplatz ist noch frei) und die Frage, in welche Richtung das Pendel bei ihnen ausschlagen wird:

- Anders als zuletzt in Frankfurt ist Jacob Burtschi diesmal von Beginn an beim Team, weswegen ich einfach mal ähnlich starke Leistungen erwarte wie in seinem Jahr in Hagen. Zusammen mit Zwiener bildet er ein Forward-Duo, das immer irgendwo ein Mismatch wird melken können.

- Alex Harris ist ein vielseitiger Scorer, der als Topscorer ein grandioses und ein etwas schlechteres Jahr in Ludwigsburg hatte. Er passt gut zu Spradleys amerikanischen Spielstil mit viel Tempo.

- Der 2,01 Meter große Flügelspieler Justin Stommes war für Paderborn in der ProA eine Macht aus der Distanz, hat bei den Eisbären aber vorerst nur einen Probevertrag über vier Wochen. Abwarten, ob er es aufs nächste Level schafft.

- Über Scott Morrison kann ich wenig sagen. Der 2,12 Meter große Center hat vorher in Ungarn, Estland, der Ukraine und Polen gespielt, also eher europäisches Mittelmaß, aber hier gibt es einige ansehnliche Highlights:



- Stanley Burrells Europa-Stationen sind mit Bosnien, Belgien und Polen auch nicht berühmt, aber bei einem Point Guard muss das nichts heißen. Ein außergewöhnlicher Center wird immer schnell in den stärksten Ligen landen, ein starker Aufbau aber kann eher mal durchs Raster rutschen. Kevin Hamilton (Bayreuth, vorher Braunschweig) ist ein gutes Beispiel für einen großartigen Floor General, der aus Polen kam.

Viel wichtiger ist aber, dass ich gerade bemerkt habe, dass der neue Point Guard einen berühmten Namensvetter im Showbiz hat, der ein Meister des tiefsitzenden Schritts und der flotten Sohle ist – hier seine bekannteste Hymne im Usher-Mix:



Sollte der Basketballer Roberts ähnlich gut tanzen können wie der Entertainer Roberts, möchte ich jetzt bereits einen Dance-off zwischen ihm und Countrykönig Torrell Martin bestellen:



Und hiermit warne ich zugleich die deutsche Basketball-Gemeinde vor, dass ich im Zusammenhang mit dem Eisbären-Aufbau kommende Saison eine Fantastilliarden Can’t-Touch-This-Witze machen werde!

WALTER Tigers Tübingen


Aktueller Kader:
Joshua Adam Young
Vaughn Duggins
Akeem Vargas
Ruben Spoden
Reggie Redding
Johannes Lischka
Tyrone Nash
Robert Oehle


In Tübingen kann locker in die Offseason gegangen werden. Nach einer Saison, in der statt des vorhergesagten Abstiegs wieder mal ein Platz im Mittelfeld heraussprang, wurden schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Mit Aufbau Joshua Young, Combo-Guard Vaughn Duggins sowie den Forwards Tyrone Nash und Reggie Redding wurden vier der fünf besten Scorer früh weiterverpflichtet. Dieses Gerüst wird ergänzt durch vier deutsche Akteure. Zum einen sind das Power Forward Ruben Spoden und der Guard Akeem Vargas, bei denen sich demnächst entscheiden wird, ob sie sich als feste Rotationsspieler in der Beko BBL etablieren können. Aus Gießen wurde Robert Oehle losgeeist, der dort hinter Elvir Ovcina nur selten zeigen konnte, was er mit seinen knapp 210 Zentimetern und 120 Kilogramm in der Zone bewegen kann. Und mit Joe Lischka wurde sogar ein Combo-Forward aus dem Dunstkreis der DBB-Auswahl abgegriffen. Bezüglich der Verpflichtung der Starter für die Eins und die Fünf könnten sich Manager Robert Wintermantel und Headcoach Igor Perovic sogar ein wenig Zeit lassen, bis auf dem US-Markt das Angebot so viel größer ist als die Nachfrage, dass die Preise sinken.

Was noch gesagt werden muss: Tübingen ist für mich nach dem Abstieg der Göttinger der Klub in der Beko BBL, der in den vergangenen Jahren am häufigsten die Erwartungen übertroffen hat.

BBC Bayreuth


Aktueller Kader:
Kevin Hamilton
Simon Schmitz
Nate Rohnert
Nicolai Simon
Arvydas Siksnius
Tom Spöler
Joe Trapani
Jason Cain
Stefan Schmidt


Vier junge deutsche Akteure (Nico Simon, Simon Schmitz, Stefan Schmidt und Tom Spöler), die bereits Rotationsspieler bei einem Erstligateam waren. Dazu mit Power Forward Jason Cain (Betonung auf „POWER“) und Floor General Kevin Hamilton zwei etablierte US-Fachkräfte, die in Braunschweig bereits Playoff-Furore veranstaltet haben (wobei Hamilton beweisen muss, dass er nach seiner Genesung an sein altes Niveau anknüpfen kann). Mit Zweier Nate Rohnert und Vierer Joe Trapani kommen zwei relativ unbekannte US-Profis sowie ein Litauer für die Drei, bei dem ich – ohne ihn zu kennen - mal die wenig gewagte These raushaue, dass er ein guter Schütze ist.

Sieht alles gut aus, aber ich frage mich, ob sich unter diesen neun Spielern bereits das Alphamännchen und die erste Option für die Offense befindet oder ob da für den sechsten Ausländerspot auf der Fünf noch ein größerer Name wie zuletzt Brandon Hunter kommt?

Vergangene Saison hat der Klub mit dem Wechsel von Andreas Wagner zu Marco van den Berg die Kehrtwende geschafft, nun sind wir gespannt, zu was der Headcoach mit seinem Team fähig ist, wenn er eine komplette Saisonvorbereitung zur Verfügung hat?

In den nächsten Tagen schauen wir mit Trier, Hagen, Ludwigsburg und Gießen auf die Teams aus dem Tabellenkeller sowie Aufsteiger Weißenfels. Abschließend der Hinweis, dass dieser Artikel nicht die offizielle Meinung der Beko BBL darstellt, sondern Einschätzungen .

Wenn Ihr meine Meinung für einen geistigen Airball haltet, lade ich Euch zum Diskutieren unten in den Kommentaren ein oder auf die Pinnwand unserer Facebook-Seite ein (jeder der dort „Gefällt mir“ drückt, kommt in mein Buch der coolen Leute). Ich freue mich auch über Euer Feedback per Email und über klare Worte, falls Ihr was zu kritisieren habt. Besten Dunk fürs Lesen!
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