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SPORT1-Experte Stephan Baeck über Göttingen:

SPORT1-Experte Stephan Baeck über Göttingen: "Es geht allein ums Überleben"

Stephan Baeck sorgt sich um Göttingen. Er lobt Bayerns Deutsche. ALBA leide an Leichtsinn - der Klub mache sich Gedanken.
1326877736/img_img_Stephan_Baeck.jpgHallo Basketball-Freunde,

Die Niederlage von ALBA Berlin im Bayreuther "Hexenkessel" ist vor allem auf den Willen und unbändigen Siegeswillen des BBC zurückzuführen.

Bayreuth hat gekämpft bis zum Umfallen und nach der anfänglichen Schwächephase doch recht schnell gemerkt, dass der Sieger der Partie keineswegs feststeht.

Die Berliner wiederum haben anfangs sehr gut verteidigt, schnell nach vorne gespielt und sehr konsequent die Vorteile unter dem Korb ausgenutzt.

Die Folge: eine 17:2 Führung und die Kontrolle des Spiels.

Vielleicht hat man in diesem Augenblick die Partie im Unterbewusstsein abgehakt. Gerade auswärts ein leichtsinniger Fehler. Dadurch baut man den Gegner unfreiwillig auf, und als die Bayreuther ihre Chance witterten, angetrieben vom frenetisch feiernden Publikum ihren Rhythmus fanden, konnten die Berliner den Schalter nicht mehr umlegen und zu ihrem Spiel der ersten Minuten finden - ein Klassiker.

Gerade an der Rebound-Statistik, die klar zu Gunsten der Gastgeber ausfiel, war der Mangel an Wille und Energie bei ALBA gut zu erkennen. Eigentlich hätten die Berliner unter dem Korb sogar Vorteile haben müssen, denn der gut aufgelegte und vor allem gut in Szene gesetzte Torin Francis war in der Anfangsphase sowohl von Maksym Shtein als auch von Ekene Ibekwe nicht zu stoppen.

Beide etatmäßigen Center der Bayreuther waren relativ schnell hoch foulbelastet. Doch anstatt diesen Vorteil weiter konsequent zu nutzen, suchten die Berliner andere Lösungen und ließen Bayreuth zurück ins Spiel kommen. Zu leicht konnten die quirligen Bayreuther Außenspieler ihre Gegenspieler schlagen und zum Korb ziehen, daraus ergaben sich einfache Würfe, die vor allem Osvaldo Jeanty zu nutzen wusste.

Die Meisterschaft ist durch diese Niederlage sicherlich nicht verloren, dennoch macht man sich bei ALBA jetzt sicherlich Gedanken. Gerade auswärts muss es besser laufen, um eine gute Ausgangslage und möglichst lange Heimrecht in den Playoffspielen zu besitzen.

Die Bayern haben eine sehr gute Partie gespielt und die Oldenburger eindrucksvoll in ihre Schranken gewiesen. Sie werden nun hoffen, dass dieser Sieg mehr als nur ein positives Zeichen war. Die Bayern brauchen jetzt einfach eine Serie und müssen auch auswärts nachlegen.

Gerade die deutschen Spieler haben im Spiel gegen Oldenburg stark gespielt. Steffen Hamann hat wie auch in den vorangegangenen Spielen gezeigt, dass er nach wie vor einer der besten deutschen Basketballer ist - auch wenn das viele anders sehen. Es freut mich immer, wenn deutsche Spieler eine gute Leistung bringen. Die Beko BBL braucht deutsche Spieler, die Verantwortung auf dem Feld übernehmen, wenn sich der deutsche Basketball weiter entwickeln soll.

Rückkehrer Je'Kel Foster ist laut den Bayern erst bei 70 oder 80 Prozent seiner körperlichen Fitness angelangt und hat auch den Spielrhythmus noch nicht ganz gefunden. Dennoch ist es sehr wichtig für die Bayern, das er als Führungsspieler zurück im Team ist. Er kann seine eigenen Würfe kreieren, für Überraschungsmomente sorgen und der ganzen Mannschaft viel Selbstvertrauen geben.

Zum Thema Abstiegskampf: So eine Niederlage wie die gegen Ulm tut der BG Göttingen natürlich unheimlich weh. Die Göttinger waren jetzt schon öfter nah dran, aber eben nicht mehr.

Sie müssen versuchen, auch diese Niederlage so schnell wie möglich abzuhaken und sich auf die nächste Partie zu konzentrieren. Es geht einzig und allein ums Überleben, da ist jedes Spiel gleich wichtig.

Insgesamt wird es nun sehr, sehr schwer für die Göttinger, in der Liga zu bleiben. Mit jeder Niederlage schmilzt die Chance und auch die Hoffnung. Sie haben erst zwei Spiele gewonnen, die unmittelbaren Konkurrenten im Tabellenkeller schon fünf. Aber: es ist für Göttingen auch nicht völlig unmöglich, die Klasse zu halten. Die kommenden Wochen dürften entscheidend werden.

In diesem Sinne, NEXXT!

Stephan Baeck

Stephan Baeck, 46, erzielte in 133 Länderspielen 1210 Punkte für Deutschland und wurde 1993 in einem dramatischen Finale gegen Russland Europameister. Der Shooting Guard holte zudem drei Meistertitel mit Bayer 04 Leverkusen, zwei mit dem BSC Saturn Köln und einen mit ALBA Berlin. Mit den "Albatrossen" gewann er 1995 zudem den Korac-Cup. Von 2000 bis 2009 arbeitete Stephan Baeck als Geschäftsführer, Sportdirektor und Head Coach für das Kölner Bundesliga-Team und führte es zu drei Pokalsiegen und zum Meistertitel 2006.

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