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Unnötige Niederlage gegen Bremerhaven: Schwache Schlussphase nimmt jede Chance

Unnötige Niederlage gegen Bremerhaven: Schwache Schlussphase nimmt jede Chance

„Stell dir vor, du verlierst – und keiner weiß warum.“ Mit diesem Gefühl ging der überwiegende Teil der 3.102 Zuschauer in der ENERVIE Arena an einem regnerischen Sonntagabend heim. Die 88:96 (49:46)-Niederlage von Phoenix Hagen gegen die Eisbären Bremerhaven schien ganz einfach vermeidbar.
Talerschwer ins Phrasenschwein muss man normalerweise für den einmal zu oft zitierten Kropf bezahlen. Doch heute gilt das nicht, denn selten war eine Niederlage so überflüssig. Eine gute erste Hälfte hatten die Hagener über weite Strecken angeboten – schwungvoll, aggressiv und offensiv. Die Eisbären, bei denen neben Torrell Martin kurzfristig auch Jason Cain (Schnittwunde an der Hand, zugezogen im Abschlusstraining) ausfiel, wirkten manchmal fast ein wenig schläfrig. Phoenix hätte sich weiter absetzen müssen, so etwa beim 18:11 durch Tristan Blackwood (8.), beim 32:22 durch T.J. Carter (15.) oder beim 46:37 (19.), für das sich abermals Carter verantwortlich zeigte.

Eigentlich sprach in diesen Phasen eine ganze Menge für die Gastgeber. Doch die Hagener verdaddelten den klaren Vorsprung durch eigene Nachlässigkeiten. Vor allem überhastete Abschlüsse und das fehlende Beachten der Teamfoul-Grenze fielen negativ auf. Und so kam Bremerhaven bis zur Pause auf 46:49 heran, obwohl niemand so richtig wusste, wie das passieren konnte. „Hagen hat eine höhere Führung verpasst“, analysierte auch Gästetrainer Doug Spradley. In der Tat gab der knappe Vorsprung den Spielverlauf nicht wieder.

Nach dem Wechsel zeigten sich die Eisbären wesentlich aggressiver und gradliniger in ihren Aktionen. Es entwickelte sich jetzt eine offene Feldschlacht mit wechselnder Führung. Zygimantas Jonusas, der am Freitag Vater eines gesunden Jungen wurde, traf aus der Distanz zum 66:64 (29.), Mike Smith konterte ebenfalls per Dreier zum 66:69 (30.). Und so sollte es auch im Schlussviertel weitergehen. Die Partie blieb eng und wurde zunehmend hektischer.

Doch das Ungemach nahm langsam Formen an: Weh taten den Hagenern zunächst die Offesivrebounds, zu denen die Gäste mit zunehmender Spielzeit kamen. Das hätte die Feuervögel vielleicht noch nicht umgeworfen. Bernd Kruel brachte Phoenix bis auf 83:84 heran (38.). Doch in der Crunchtime gab die Mannschaft von Ingo Freyer ihre Chance ganz alleine weg. Das Angriffsspiel stockte. In den letzten beiden Minuten gelang kein sauberer Ballvortrag mehr. Die gute Defense der Gäste nutzte das immer wieder zu Ballgewinnen, die insbesondere Zachery Peacock in leichte Punkte ummünzte. Sein Dunk zum 90:83 entschied die Partie in der Schlussminute.

Für Phoenix Hagen blieb an diesem bitteren Abend nur die Erkenntnis, ein machbares Spiel weggegeben zu haben. Verbunden allerdings mit dem Wissen um eine ungewöhnliche Situation: Schon am nächsten Sonntag gibt es die Gelegenheit zur Revanche. Dann steht das Rückspiel in Bremerhaven an.

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: "Das Dilemma begann zum Ende der ersten Halbzeit. Bis dahin haben wir gut gespielt. Wir hätten mit zehn Punkten Vorsprung in die Halbzeit gehen können, haben aber dumme Entscheidungen getroffen. Danach war die Partie ausgeglichen. Irgendwann ist das Pendel dann in Richtung Bremerhaven geschwungen. Die Eisbären waren am Ende mental stärker im Eins-gegen-eins. Wir haben schlechte Entscheidungen getroffen und waren dadurch in der Schlussphase ohne Chance. Es ist heute sehr deutlich geworden, wie wichtig ein Leader für uns wäre. Wir hatten die große Chance auf einen Sieg, aber haben uns selbst aus dem Rhythmus gebracht."

Douglas Spradley: "Kompliment an meine Jungs. Der kurzfristige Ausfall von Jason Cain war ein weiteres Problem für uns nach dem Ausfall von Torrell Martin. Mit der kleinen Rotation haben wir die erste Hälfte dann ein wenig verschlafen. Da hätte Hagen wegziehen können. Wir haben uns nach der Halbzeit zurückgekämpft und besser verteidigt. Offensiv war unsere Ballbewegung gut und wir sind zu einfachen Punkten gekommen. In der Schlussphase haben wir eine starke Team-Verteidigung gezeigt. Ich bin sehr zufrieden."

Phoenix Hagen: Jonusas (21/4), Carter (16/1), Blackwood (15/3), Kruel (13), Brooks (8, 9 Ass.), Constantine (6), Seward (4), Hasquet (3/1), Spohr (2), Rockmann.

Eisbären Bremerhaven: McNaughton (23, 9 Reb.), Peacock (18, 10 Reb.), Gordon (17/3), A.Smith (17/1), M.Smith (11/2), Everett (7), Canty (3/1), Raffington.

Zuschauer: 3.102

Stationen: 18:11 (5.), 26:22 (10.), 36:32 (15.), 49:46 (20.), 57:56 (25.), 68:70 (30.), 78:78 (35.), 88:96 (40.).

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