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Wolfgang Heyder im Interview: „Bayerns Millionen motivieren uns“

Wolfgang Heyder im Interview: „Bayerns Millionen motivieren uns“

Meisterschaft, Pokalsieg, Beko BBL Champions Cup: Was es in den vergangenen beiden Jahren in Deutschland zu gewinnen gab, räumten die Brose Baskets auch ab. Nun schlugen die Bamberger Basketballer auch „König Fußball“ ein ...
1326283702/img_Wolfgang_Heyder_Brose_Baskets.jpg... Schnippchen und heimsten mit 36 Prozent der Userstimmen „Die SPORT1“ als Team des Jahres 2011 ein - noch vor Borussia Dortmund (30 Prozent) und der Fußball-Nationalmannschaft (21 Prozent).

image_1288779294890.png.

„Ein gutes Zeichen“, dass die Mannen aus der basketballverrückten „Freak City“ neben den Trophäen auch Sympathien in ganz Deutschland erobern, findet Geschäftsführer Wolfgang Heyder.

Nach dem Hinrunden-Abschluss gegen den FC Bayern München, den der Herbstmeister mit 89:77 in die Schranken wies, sprach Heyder im SPORT1-Interview über den überraschenden Preis, sein Erfolgsgeheimnis in der Kleinstadt Bamberg und die Lockrufe aus München.

Herr Heyder, herzlichen Glückwunsch zum Sieg beim Fan-Voting „Die SPORT1". Was bedeutet es Ihnen, vor dem BVB und der Fußball-Nationalmannschaft zu stehen?
Wolfgang Heyder: „Das überrascht uns sehr, freut uns aber natürlich noch mehr. Es ist eine große Anerkennung für unsere langfristig angelegte, erfolgreiche Arbeit. Das dies auch bundesweit ankommt, ist ein sehr gutes Zeichen.“

Sie sind seit 1998 bei den Brose Baskets als Manager tätig und haben seither vier Meisterschaften feiern können. War das Jahr 2011 mit dem erneuten Double auch tatsächlich das schönste?
Wolfgang Heyder: „Jedes Jahr hat eine spezielle Qualität. Als wir im zweiten Jahr mit Dirk Bauermann 2003 ins Finale vorgestoßen sind, ein Jahr später noch einmal und dann 2005 den Titel gewonnen haben, waren das auch wunderschöne Momente. Doch es ist ohne Zweifel sehr wertvoll, einmal erbrachte Leistungen zu bestätigen und das Top-Niveau zu halten. Das zeugt von hoher Qualität bei allen Beteiligten.“

„Entscheidend war, dass wir unsere finanziellen Ressourcen richtig ausgenutzt haben“

Wann ist Ihnen klar geworden, dass Sie die Chance haben, das dominierende Team in Deutschland auf die Beine zu stellen?
Wolfgang Heyder: „Entscheidend war, dass wir unsere finanziellen Ressourcen richtig ausgenutzt haben. Wir haben vor drei Jahren unser Recruiting ausgeweitet und kümmern uns das ganze Jahr über intensiv darum, die richtigen Leute für unser Team zu finden und zu bekommen. Da haben wir wenig Fehler gemacht und mussten deshalb während der Saisons kaum Veränderungen vornehmen.“

Welche besonderen Voraussetzungen haben Sie in der Kleinstadt Bamberg?
Wolfgang Heyder: „Basketball ist hier ein Alleinstellungsmerkmal. Wir haben keine Konkurrenz von anderen Sportarten, sodass wir alle ins Boot holen können - alle Menschen und alle Sponsoren. Und da ist mir der, der uns 10.000 Euro gibt, genauso wichtig wie der, der eine sechs- oder siebenstellige Summe überweist. Was den Sponsorenpool angeht, sind wir in die Regionen gegangen - nach Forchheim, Erlangen, Coburg, Lichtenfels, Kronach und auch nach Richtung Unterfranken.“

„Am Ende des Tages braucht man die Typen, die sich wirklich durchsetzen können und wollen“

Bekannt sind die Bamberger aber vor allem wegen ihrer frenetischen Fans, die der Stadt den Namen „Freak City" beschert haben. Dabei gelten Franken nicht unbedingt als Feierbiester...
Wolfgang Heyder: „Wir sind sehr froh, es in den vergangenen Jahren immer geschafft zu haben, die Halle voll zu kriegen - nicht nur gegen den FC Bayern, ALBA BERLIN oder in der Euroleague. Dafür unternehmen wir auch einiges. Es ist uns gelungen, immer wieder neues Publikum anzulocken. Wir haben wirklich viele Menschen für Basketball interessiert.“

Sie sprechen die Euroleague an: Da sind die Brose Baskets erneut an ihrem Ziel gescheitert, unter die Top 16 zu kommen. Auch eine Frage des Geldes...
Wolfgang Heyder: „Auf das finanzielle Niveau von ZSKA Moskau, Panathinaikos Athen, Real Madrid oder Barca werden wir nie kommen. Aber mit der einen oder anderen Mannschaft sind wir schon heuer auf Augenhöhe, und das Weiterkommen war mit diesem Kader ja durchaus drin. In Zukunft ist es wichtig, bereits in der Vorbereitung mit stärkeren Gegnern konfrontiert zu sein. Wir haben erst in der Euroleague unsere Probleme und Grenzen gesehen, da war es vielleicht schon zu spät.“

Trainer Chris Fleming hat nach den folgenschweren Pleiten in Zagreb und zu Hause gegen Kaunas die Einstellung kritisiert. Zu Recht?
Wolfgang Heyder: „Über unser Auftreten in Zagreb bin ich auch sprachlos, weil doch jeder wusste, wie wichtig das Spiel war und wir viel darüber geredet hatten. Beim Heimspiel gegen Kaunas glaube ich nicht, dass es an der Einstellung gelegen hat. Ich hatte eher das Gefühl, dass die Mannschaft unbedingt wollte und vielleicht etwas verkrampft war. Aber am Ende des Tages braucht man die Typen, die sich wirklich durchsetzen können und wollen.“

„Nur zu versuchen, einen Einzelkönner zu holen, zahlt sich nicht aus“

Wer an Bamberg denkt, denkt an ein ausgeglichenes Team, nicht aber an ein oder zwei Superstars. Reizt es Sie nicht doch, mal einen großen Namen zu holen?
Wolfgang Heyder: „Sie meinen Nowitzki?“

Der möchte seinen Vertrag bei den Mavericks ja bis 2015 erfüllen. Wünschen Sie sich nicht schon eher einen anderen Superstar?
Wolfgang Heyder: „Das würde nur Sinn haben, wenn derjenige seine individuelle Qualität unbedingt in den Dienst der Mannschaft stellt und mit der Mannschaft erfolgreich sein will. Nur zu versuchen, einen Einzelkönner zu holen, zahlt sich nicht aus.“

Ein stiller Star ist der Trainer. Fleming steht als Dirk-Bauermann-Nachfolger für Bambergs zweite Erfolgsära. Was ist sein wichtigster Beitrag zu all den Titeln?
Wolfgang Heyder: „Er ist im Ganzen ein hervorragender Trainer und Coach mit hoher Fachkompetenz, großen Führungsqualitäten und einer guten Vernetzung. Er hat unglaublichen Fleiß und ist immer im Thema. Aber der vielleicht entscheidende Punkt: Er ist ein Teamworker und arbeitet ausgezeichnet mit seinen Assistenten, dem Management und dem Recruiting zusammen.“

Im Duell mit Bauermann hatte er am Samstag die Nase vorn. Aber wie lange kann Bamberg noch vor der Wirtschaftsmacht FC Bayern bleiben?

„Wenn man ein Projekt über 13 Jahre aufgebaut hat, entwickeln sich so intensive Beziehungen, dass Du nicht von heute auf morgen gehen kannst“
Wolfgang Heyder: „Wenn Uli Hoeneß will, weitet er das Budget der Bayern noch einmal erheblich aus - und damit die Qualität ihres Kaders. Aber es ist für uns sehr motivierend, da mitzumischen und am Markt erfolgreich zu sein. Das wird dem Produkt Basketball sehr gut tun. Ich bin fest davon überzeugt, dass bald fünf, sechs Klubs ganz oben mitspielen, weil nun für alle der Reiz größer ist.“

Vor etwa einem Jahr hat sich Hoeneß bemüht, sie als Manager für die FCB-Basketballer zu gewinnen. Wollte er den besten Mann seines Fachs oder nur die Konkurrenz schwächen?
Wolfgang Heyder: „Nein, das hat sich einfach ergeben, weil ich ja auch den Kontakt zu Bauermann hergestellt und etliche Gespräche geführt habe, auch über die Strukturen im Beko BBL-Geschäft. Das Angebot hat mich schon gereizt. Aber wenn man ein Projekt über 13 Jahre aufgebaut hat, entwickeln sich so intensive Beziehungen, dass du nicht von heute auf morgen gehen kannst.“

Vielleicht jedoch übermorgen. Wann kommt der Punkt, an dem sie in Bamberg an Grenzen stoßen?
Wolfgang Heyder: „Den Zeitpunkt sehe ich nicht. Ich sehe viele Möglichkeiten, uns weiterzuentwickeln. Und wir haben immer noch das Ziel, in der Euroleague weiterzukommen.“

In Europa zu den besten 16 zu gehören - ist das Ihr letztes großes Ziel in Bamberg?
Wolfgang Heyder: „Eines der nächsten, aber nicht das letzte.“

Quelle: SPORT1

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