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„Guter Kontakt mit den Vereinen aus der Umgebung enorm wichtig“

„Guter Kontakt mit den Vereinen aus der Umgebung enorm wichtig“

„Er ist ein Glücksfall für die Artland Dragons“, sagt Dragons-Geschäftsführer Alexander Meilwes über Gerd Meinecke. Was Meilwes damit vor allem meint, ist das große ehrenamtliche Engagement des Mathematik- und Sportlehrers im Ruhestand. Seit der Gründung der NBBL im Jahr 2006 fungiert Meinecke als Jugendkoordinator der Artland Dragons und organisiert dabei unter anderem das Nachwuchsprojekt „Körbe für Kids“ und ein jährliches Grundschulturnier („Dragons Cup“).
Dass die Nachwuchsarbeit an der Basis Früchte trägt, lässt sich an zwei Kennzahlen ablesen: Lag der Quakenbrücker TSV 2006 noch mit 272 Teilnehmerausweisen auf Rang 34 in der von dem Deutschen Basketball Bund (DBB) ausgewiesenen Statistik, so hat sich der QTSV in diesem Jahr auf Rang drei mit 524 Teilnehmerausweisen nach oben katapultiert – für den kleinsten Beko BBL-Standort eine sehr bemerkenswerte Leistung. Wie die Strukturarbeit des Klubs in der Zusammenarbeit mit den Schulen und den Vereinen in der Region aussieht, verrät der 65-Jährige in folgendem Interview.

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Herr Meinecke, Nachwuchsarbeit in einer Kleinstadt mit rund 13.000 Einwohnern zu machen, hört sich zunächst einmal nicht gerade einfach an. Mit welchem Konzept gehen die Artland Dragons an diese Aufgabe?

Gerd Meinecke: „Rund um Quakenbrück ist die Anzahl an potenziellen Basketballspielern sehr begrenzt. Anders als in dicht besiedelten Gegenden müssen wir per se eine höhere Prozentzahl an Kindern und Jugendlichen für Basketball begeistern, um eine entsprechende Auswahl treffen zu können. Dadurch ist das Grundschulkonzept ‚Körbe für Kids‘ 2009 entstanden. Wir gehen verstärkt in die Grundschulen, um möglichst viele Kinder für Basketball zu interessieren und den Vereinen aus der Region in einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern neue Mitglieder zu bringen. Dort werden sie dann ausgebildet, bis sie das Alter für eine zentrale Förderung erreichen. Die Kinder früher zu uns zu holen, würde keinen Sinn ergeben, da die Vereine sehr weit auseinanderliegen und die Kinder in dem Alter keine langen Fahrzeiten auf sich nehmen sollen. Es ist relativ einfach, kurzfristig gute, junge Spieler von außen zu holen. Wir wollen hier aber nachhaltige Strukturen aufbauen, sodass sich langfristig eigene gute Spieler entwickeln. Dabei achten wir auch auf die Einbindung der Gemeinde als Schulträger.“

1366373020/img_05_Dragons_Cup_-_Publikum2.JPGWelchen Stellenwert nimmt die Kooperation mit den Schulen ein?

Gerd Meinecke: „In der Samtgemeinde Artland verfügen alle Schulen über ein Ganztagsschulangebot. Das bedeutet zugleich, dass es mehr Sportangebote in den Schulen gibt als früher. Aus diesem Grund schicken wir Trainer in die vierten Klassen. Diese vermitteln dann im regulären Sportunterricht für vier bis fünf Wochen die Grundfertigkeiten des Basketballspiels.“

Trotz der eher ländlich geprägten Region gehört der Kooperationspartner des Beko BBL-Teams, der Quakenbrücker TSV, mit 524 Mitgliedern zu den drei größten Basketballvereinen Deutschlands. Was ist aus Ihrer Sicht der Grund für die Basketballaffinität?

Gerd Meinecke: „Die Nachwuchsarbeit hat in Quakenbrück eine lange Tradition. In den 50er-Jahren entstand die Basketballabteilung des QTSV aus einer Schüler-AG am Artland-Gymnasium. Der Erfolg der Artland Dragons in der Beko BBL hat dann eine enorme Zugkraft entwickelt. Über fast sechs Jahrzehnte ist so vom ehrenamtlichen Engagement bis zur heutigen Professionalisierung eine solide Grundlage gelegt worden, auf der Basketball sowohl als Breitensport als auch als Leistungssport betrieben wird.“

Viele Vereine haben mit begrenzten Hallenkapazitäten zu kämpfen. Wie geht man dieses Problem im Artland an?

Gerd Meinecke: „In Quakenbrück gibt es für Kinder und Jugendliche ideale Voraussetzungen durch die Strukturen, die die Profiabteilung geschaffen hat. Im Trainingscenter der Artland Dragons stehen unseren Jugendteams Trainingszeiten in Absprache mit den Profis zur Verfügung. Zudem weiß die Samtgemeinde um die Auswirkung unserer Jugendarbeit und -projekte, sodass sie versucht, uns möglichst gut bei begründeten Nachfragen nach weiteren Hallenzeiten zu unterstützen.“

Blicken wir über die Grenzen des Artlandes. Gibt es im Jugendbereich auch Kooperationen mit anderen Basketballhochburgen der Region wie Bramsche, Osnabrück oder Vechta?

Gerd Meinecke: „Der gute Kontakt mit den Vereinen aus der Umgebung ist für uns aufgrund der ländlichen Strukturen mit geringer Bevölkerungsdichte enorm wichtig. Wir sind froh, dass sich diese Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren so gut entwickelt hat. Wir unterstützen die umliegenden Vereine durch Trainerfortbildungen oder geben ihnen Hilfen, wenn sie ebenfalls ein Grundschulkonzept entwickeln wollen. Es ist wichtig, dass die Vereine verstehen, dass die Ausbildung der Jugendlichen über allem steht und wir ihnen die Spieler nicht wegnehmen wollen.“

Florian Gut, bei der Beko BBL in der Abteilung Sport für die Nachwuchs-Aktivitäten zuständig, sagt über Quakenbrück, dass der Standort „ein tolles Beispiel dafür ist, wie die Popularität und das Engagement eines Profi-Teams wertvolle Impulse für die Basisarbeit einer ganzen Region setzen können“. Der zentrale Erfolgsfaktor sei die gegenseitige Unterstützung aller Beteiligten. „Schließlich befruchten sich Profisport, Breitensport und kommunale Jugendarbeit gegenseitig.“

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