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1. Halbfinale: Bayern entführen Sieg aus Bamberg / Tyrese Rice mit 25 Punkten bei Gavel-Ausfall

1. Halbfinale: Bayern entführen Sieg aus Bamberg / Tyrese Rice mit 25 Punkten bei Gavel-Ausfall

Auch das Auftaktspiel im zweiten Playoff-Halbfinale endet mit einem Auswärtssieg: Der FC Bayern München gewinnt mit 85:98 bei den Brose Baskets und geht in der „best-of-five“-Serie mit 0:1 in Front. In Abwesenheit des grippekranken Bamberger Anton Gavel dominierten die Gäste aus der bayrischen Landeshauptstadt im Schlussviertel (25:37) und machten nach dem Erfolg im Pokal-Viertelfinale den zweiten Überraschungscoup in der Stechert Arena in diesem Kalenderjahr perfekt. Vor allem gegen Bayern-Guard Tyrese Rice (25 Punkte) fanden die Brose Baskets kein Mittel.

Von: Joshua Wiedmann

Brose Baskets – FC Bayern München


Die erste Runde im fränkisch-bayrischen Playoff-Duell geht an den FC Bayern München. Ein 25:37-Schlussviertel brachte die Entscheidung in einem über drei Viertel ausgeglichenen Spiel. Aufbauspieler Tyrese Rice trug 25 Punkte und entscheidende Körbe zum Sieg der Bayern bei, die in einer hochklassigen und intensiven Partie Nervenstärke (25/27 Freiwürfe) bewiesen und sich nur elf Ballverluste leisteten. Für die Brose Baskets waren Bostjan Nachbar (22 Zähler) und Casey Jacobsen (15) die korbgefährlichsten Akteure.

Den ersten Paukenschlag gab es schon vor dem Tip-off zu vermelden: Anton Gavel würde auf Grund einer Grippeerkrankung nicht auflaufen können. Das brachte die Brose Baskets aber mitnichten aus dem Tritt: mit einer 12:2-Führung schoss der Meister aus den Startlöchern. Nach der ersten Auszeit ging München dann aber, besonders defensiv, konsequenter zu Werke; mit seinem zweiten erfolgreichen Jumper verkürzte Jan Jagla den Bayern-Rückstand auf einen Zähler (12:11, 4. Minute). Bei seinem nächsten Wurfversuch wurde der FCB-Forward aber von Maik Zirbes rigoros abgeräumt, der auch auf der Gegenseite mit einem Leger und mehreren Offensiv-Rebounds glänzte. Nach fünf Punkten in Folge durch John Goldsberry stand eine 23:17-Führung für den Gastgeber zu Buche. Die Bayern leisteten sich in dieser Phase zu viele Ballverluste und ließen Bamberg immer wieder zu zweiten Wurfgelegenheiten kommen. Ein Nachbar-Dreier schraubte den Brose-Baskets-Vorsprung mit Viertelablauf auf acht Zähler (28:20) hoch.

Lawrence Roberts verkürzte zu Beginn des zweiten Viertels auf 28:22, doch insgesamt änderte sich am Kräfteverhältnis nichts. Auf beiden Seiten prägten nun aktive Defensivreihen das Bild – einfache Korbleger oder offene Dreier: Fehlanzeige! Insbesondere Bambergs Sharrod Ford schien nun Gefallen an der etwas intensiveren Gangart zu finden und prägte hinten (mit Blocks) wie vorne (mit seinen Punkten sechs und sieben zum 33:26) das Geschehen. Bayern-Coach Pesic ordnete nun eine Ganzfeldpresse an – und die zeigte Wirkung: Bamberg konnte seine Systeme nur noch selten durchspielen, büßte an Offensiv-Rhythmus ein und blieb fast vier Minuten ohne Punkt; München fand dagegen immer wieder den Weg an die Freiwurflinie und ging nach zwei Halperin-Treffern sogar in Führung (33:34). Erst zwei Nachbar-Zähler stoppten einen 0:12-Lauf der Bayern (35:38) – und ein Dreier durch den Slowenen brachte das Spiel zur Halbzeitpause wieder „auf Null“.

Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten dann jedoch wieder den Bayern – genauer gesagt Yotam Halperin, der per Layup und Dreier vom Parkplatz fünf der ersten acht FCB-Zähler markierte (43:46). Bis Alex Renfroe in der 26. Minute zum 52:50 einnetzte, blieb die Führung in Händen der Gäste aus München. Mit Urgewalt erhöhte Brösels-Youngster Philipp Neumann unter dem Korb anschließend zum 54:50. Zwei Körbe durch Bayern-Big-Man Chevy Troutman kühlten die frenetische Atmosphäre in der ausverkauften Stechert Arena dann aber wieder ab. Neumann legte zwei weitere Punkte für Bamberg nach, doch die letzte Antwort im dritten Viertel hatte Tyrese Rice, der per Buzzer-Beater-Dreier zur Münchner Viertelführung traf (60:61).

Und mit zwei Erfolgserlebnissen starteten die Gäste auch ins Schlussviertel (60:65).Und nun nahm der Bayern-Express Fahrt auf: Nach zwei Troutman-Zählern nahm sich Tyrese Rice Karsten Tadda zur Brust und drückte dem Brösels-Guard den Dreier ins Gesicht. Als dann auch noch Lawrence Roberts einen Offensiv-Rebound spektakulär per Tip-Dunk verwertete, war der FCB-Vorsprung auf zehn Zähler angewachsen (60:70). In der Bamberger Offensive machte sich das Fehlen von Anton Gavel nun erstmals deutlich bemerkbar: Gegen den Bayern-Druck kamen die Franken kaum noch zu hochprozentigen Würfen. Erst ein Nachbar-Freiwurf beendete die Durststrecke.

Doch da München weiter heiß wie Frittenfett war, wuchs der Vorsprung sogar; Brandon Thomas’ Dreier vergrößerte die Differenz sechs Minuten vor Schluss auf 16 Zähler (63:79). Zwei aufeinanderfolgende Distanztreffer von Casey Jacobsen und ein Korbleger durch Nachbar hauchten dem Meister – und der Kulisse in Bamberg – noch einmal Leben ein (73:83). Doch wie mehrmals in der Crunchtime hatte Tyrese Rice eine passende Antwort parat: Mit einem akrobatischen Leger plus Bonusfreiwurf schraubte der US-Guard die Bayern-Führung 84 Sekunden vor Schluss wieder über die 10-Punkte-Grenze (76:88) und machte damit alle Bamberger Hoffnungen auf eine Last-Minute-Wendung zunichte.

Spiel zwei der Serie findet am Sonntag in München statt. SPORT1 überträgt ab 19.05 Uhr live aus dem Audi Dome!


Chris Fleming (Headcoach Bamberg):
„Gratulation an Svetislav und sein Team. Die Partie war sehr lange ausgeglichen. Bis zum Ende des dritten Viertels haben wir das Tempo noch gut kontrolliert. Dann haben wir das Spiel aus der Hand gegeben. Wir haben uns dann etwas zu stark hängen lassen, da es in der Offensive nicht so klappte. So wie wir im vierten Viertel gespielt haben, sollte uns das nicht schmecken! Wir glauben daran, dass wir es im zweiten Spiel besser machen werden. Wir rechnen am Sonntag mit Anton Gavel.“

Svetislav Pesic (Headcoach München):
„Spiel eins ist nun vorbei. Eine Mannschaft wie Bamberg hat zu Beginn ihr Talent in der Offensive gezeigt. Für uns ist nicht alles gut gelaufen. Es passiert meiner Mannschaft nicht oft, dass sie 28 Punkte in zehn Minuten eingeschenkt bekommt. Die Brose Baskets haben als Mannschaft heute mit mehr Risiko gespielt, da sie nichts zu verlieren hatten. Sie haben einfach angegriffen. Sie haben schon Spieler von hoher Qualität. Wir haben dennoch rechtzeitig reagiert bzw. die Initiative ergriffen und sind so in unseren Rhythmus gekommen. Wir haben das Spiel eher beruhigt und sind dadurch selbstsicherer geworden. Als wir in die Kabine gegangen sind, merkten wir schon, hier heute gewinnen zu können. Unsere sehr gute Teamdefensive hat uns immer mehr Selbstvertrauen gegeben. Du spielst einfach eine bessere Offensive, wenn du auch eine bessere Defense spielst. Wir haben dadurch die Bamberger besser unter Kontrolle bekommen. Die Punkte von Tyrese Rice haben es in dieser Phase für uns einfacher gemacht. Am Ende war das Ergebnis etwas zu hoch.“

Halbfinal-Zwischenstand: 0:1 für den FC Bayern München

Videos zum Spieltag gibt es in Kürze bei Beko-BBL.tv.
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