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BIG - Basketball in Deutschland
1. Halbfinale: Ulm klaut Heimvorteil in Overtime-Krimi / Günther & Theis mit Big Plays / Spiel 2...

1. Halbfinale: Ulm klaut Heimvorteil in Overtime-Krimi / Günther & Theis mit Big Plays / Spiel 2...

Zum Auftakt der Playoff-Halbfinals in der Beko Basketball Bundesliga hat ratiopharm ulm den EWE Baskets Oldenburg den Heimvorteil entrissen: Mit einem 84:86-Overtimesieg nach einem dramatischen ersten Spiel legten die Schwaben am Dienstagabend den Grundstein für die zweite Final-Teilnahme in Folge. Nach 40 Minuten, denen weitestgehend die Gastgeber ihren Stempel aufgedrückt hatten, rettete John Bryant (24 Punkte) Ulm mit einem Dreier in die Verlängerung. In der Zusatzschicht sorgten Per Günther mit zwei erfolgreichen Freiwürfen und Daniel Theis mit einem Block für die Entscheidung.

Von: Joshua Wiedmann

EWE Baskets Oldenburg – ratiopharm ulm


ratiopharm ulm geht auch aus seinem zweiten Auswärtsspiel in den Playoffs 2013 siegreich hervor. Gegen die gastgebenden EWE Baskets Oldenburg brauchte der Vizemeister indes fast zwei Viertel, bis er ins Spiel fand: Nach einem Albtraum-Start – besonders von der Dreierlinie (0/9 Dreier) – netzten die Gäste neun der nächsten 22 Distanzwürfe ein und gewannen das Rebound-Duell (41:46), wohingegen sich Oldenburg in der Crunchtime einige schwerwiegende Ballverluste und verpasste Chancen von der Freiwurflinie (insgesamt 68 Prozent) leistete.

Beide Seiten legten einen temporeichen, aber auch nervösen Start in die Partie hin: Dru Joyce drückte dem Oldenburger Spiel anfangs seinen Stempel auf (9 Punkte im 1. Viertel), während Allan Ray (6) für Ulm dagegenhielt. Auffallender war aber die Abschlussschwäche auf beiden Seiten, die sich in einem niedrigen Score (9:8 nach sechs Minuten) niederschlug. Die Hausherren kamen in der Folge etwas besser ins Spiel und gingen mit einer 16:10-Führung in die erste Viertelpause, während die Ulmer im Auftaktviertel – vor allem von „downtown“ (0/7 Dreier) – noch ihren Rhythmus suchten.

Dominik Bahiense de Mello erhöhte zu Beginn des zweiten Viertels von außen auf 19:10 für die Gastgeber, doch der Abschlussbann wollte trotzdem noch nicht enden. Auf Ulmer Seite fiel erst der zehnte Dreier-Versuch – in der 17. Minute durch Daniel Theis (26:19) – durch die Reuse. Bei den „Donnervögeln“ wusste nun hauptsächlich Julius Jenkins (8 Punkte im 2. Viertel) die Lücken in der Ulmer Deckung zu nutzen und zwang ratiopharm-Coach Thorsten Leibenath nach einem Alley-Oop-Abschluss zum 32:22 zu einer Auszeit. Und dessen Marschroute an sein Team, konsequenter den Weg zum Korb zu suchen, fruchtete: Ein „and-one“-Spiel von John Bryant initiierte einen Ulmer 3:12-Lauf. Als mit Ablauf der ersten Hälfte dann auch noch ein Not-Dreier von Per Günther vom Brett in den Korb fiel, war der Rückstand der Gäste auf 35:34 geschmolzen.

Mit seinen Punkten vier und fünf markierte John Bryant nach dem Seitenwechsel die erste Ulmer Führung. Doch das Momentum kippte nicht – dafür sorgte Rickey Paulding: Mit 12 Punkten binnen vier Minuten hielt der Finals-MVP von 2009 seine Mannschaft auf der Siegerstraße (52:46). Angetrieben von Daniel Theis und John Bryant blieb der Vizemeister zwar auf Schlagdistanz, konnte aber nicht verhindern, dass die EWE Baskets regelmäßig Nadelstiche von außen setzten. Vor allen Dingen Jenkins (sieben Zähler in Folge) hatte nun Feuer gefangen.

Und mit einem Dreier durch den US-Amerikaner zum 62:56 eröffneten die „Donnervögel“ auch das Schlussviertel. Eine weitere Distanzbombe durch Chris Kramer konterte Ulms Backup-Center Samhan ebenfalls von außen; was anfangs nicht hatte gelingen wollen, fiel nun im Sekundentakt. Mit drei Körben in Folge riss Allan Ray das Spiel für Ulm nun an sich und glich in der 34. Minute zum 67:67 aus. Es folgte ein Schlagabtausch zwischen dem Ex-Ulmer Dru Joyce (insgesamt 17 Punkte) und Steve Esterkamp, wobei die Hausherren nach wie vor einen kleinen Vorsprung wahrten (77:73, 38. Minute). Nach dem fünften Foul von Allan Ray schien Oldenburg alle Trümpfe in der Hand zu haben. Doch zwei vergebene Jenkins-Freiwürfe und ein Bryant-Dreier „vom Parkplatz“ zum 79:79 stellten das Geschehen wieder auf den Kopf. Die vorzeitige Siegchance für die Gastgeber ließ Ronnie Burrell mit Ablauf der Spieluhr liegen.

In der Overtime legte erneut Oldenburg, in Person von Adam Chubb, vor (81:79). Einem Bryant-Dreier ließ Rickey Paulding seine Punkte 17 und 18 zum erneuten Führungswechsel folgen. Und dann nahm das Halbfinal-Drama seinen Lauf – mit zwei Ulmern Nationalspielern in den Protagonisten-Rollen: Erst behielt Per Günther von der Freiwurflinie die Nerven (84:86), dann räumte Daniel Theis den Ausgleichsversuch durch Chubb ab. Rickey Pauldings potentieller Gamewinner-Dreier sprang anschließend mit der Sirene vom Ring.

Spiel zwei der Serie aus Ulm ist am Samstag ab 17.20 Uhr live auf SPORT1 zu sehen.


Sebastian Machowski (Headcoach Oldenburg):
„Ich kann meiner Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Die einzige Sache, die mich stört, ist, dass wir sowohl in der regulären Spielzeit und auch in der Verlängerung die Möglichkeit hatten, das Spiel zu gewinnen und diese nicht genutzt haben. Wir hatten zwar nur wenig Zeit, uns auf dieses Spiel vorzubereiten, geschadet hat es uns aber denke ich nicht. Wir haben über weite Strecken gut verteidigt und nur wenig offene Würfe der Ulmer zugelassen. Allerdings sind 17 Offensivrebounds, die die Ulmer heute abgreifen konnten, viel zu viel. Hinzu kommt, dass man Leute wie John Bryant auch schwer in den Griff bekommen kann.“

Thorsten Leibenath (Headcoach Ulm):
„Ich denke, dieses Spiel war ein Vorgeschmack auf die restliche Serie. Die Partie war die ganze Zeit hart umkämpft und wenn man erst nach Verlängerung gewinnt, dann kann man sicherlich nicht von einem verdienten Sieg sprechen. Von daher bin ich natürlich froh, dass wir gewonnen haben. Entscheidend war meiner Meinung nach, dass wir immer die Ruhe bewahrt haben, auch wenn wir fast die ganze Zeit einem Rückstand hinterher gelaufen sind. Unter dem Strich bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft in der zweiten Hälfte zufrieden. In der ersten waren wir – was die Defensive betrifft – oft nicht auf der Höhe. Der Schlüssel zum Sieg allerdings waren heute die Offensivrebounds, die uns viele zweite Chancen ermöglicht haben.“

Halbfinal-Zwischenstand: 0:1 für ratiopharm ulm

Videos zum Spieltag gibt es in Kürze bei Beko-BBL.tv.

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