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26. Spieltag: Tübingen bezwingt München, Ulm stoppt Frankfurt, Linhart entscheidet Rhein-Mosel-Derby

26. Spieltag: Tübingen bezwingt München, Ulm stoppt Frankfurt, Linhart entscheidet Rhein-Mosel-Derby

Am 26. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga erleidet der FC Bayern München die nächste bittere Niederlage auf fremdem Terrain: In Tübingen verliert die Mannschaft um Tyrese Rice mit 89:86. Nach zuletzt drei Siegen hintereinander ist außerdem die Erfolgsserie der FRAPORT SKYLINERS in Ulm zu einem Ende gekommen (74:66). Für die individuelle Großtat des Spieltags sorgt Nate Linhart, der der TBB Trier mit einem Gamewinner zum 70:68-Sieg gegen die Telekom Baskets Bonn verhilft.
Von: Joshua Wiedmann

Die Ergebnisse im Überblick:
ratiopharm ulm – FRAPORT SKYLINERS 74:66
Neckar RIESEN Ludwigsburg – Eisbären Bremerhaven 92:75
TBB Trier – Telekom Baskets Bonn 70:68
LTi GIESSEN 46ers – Mitteldeutscher BC 76:89
WALTER Tigers Tübingen – FC Bayern München 89:86


ratiopharm ulm – FRAPORT SKYLINERS


Auswärts gingen die letzten drei Spiele verloren, doch in den eigenen vier Wänden bleibt ratiopharm ulm eine Macht: In der wie gewohnt ausverkauften ratiopharm arena (6000 Zuschauer) sicherte sich der Vizemeister einen 74:66-Erfolg über die FRAPORT SKYLINERS und stoppt damit die jüngste Siegesserie der Mainstädter. Dabei begannen beide Teams so, wie sie zuletzt gespielt hatten: Ulm unkonzentriert, Frankfurt selbstbewusst und treffsicher – nach 20 Spielminuten führten die Gäste mit 31:41. Dass sich das Blatt nach dem Seitenwechsel wendete, hatte vor allem zwei Gründe: Zum einen bekam Ulm SKYLINERS-Guard Dawan Robinson (18 von 21 Punkten in der ersten Hälfte) nun besser in den Griff, zum anderen konnten die Schwaben ihre Fehler im Spielaufbau (14 Ballverluste) reduzieren. Per Günther (insgesamt 18 Punkte) und Daniel Theis nahmen das Zepter im Schlussabschnitt mit je sechs Zählern in die Hand und sorgten damit für Entlastung für MVP John Bryant, der sein Team mit einem Double-Double (19, 12 Rebounds) über weite Strecken getragen hatte. Die SKYLINERS machten sich ihre Siegchance insbesondere mit einer schwachen Dreier-Quote (3/16) zunichte.


Thorsten Leibenath (Headcoach Ulm):
„Es gab viele positive Aspekte, die ich aus diesem Spiele ziehe – der wichtigste ist natürlich der Sieg. Aber auch darüber hinaus haben wir einige unserer Vorgaben erfüllt. Wir haben das Reboundduell gewonnen, Frankfurt unter seinem Punkteschnitt gehalten und weitestgehend die Fastbreaks der SKYLINERS unterbunden. Es hat allerdings einige Zeit gedauert, bis wir uns an die Frankfurter Spielweise gewöhnt und vor allem Lösungen gefunden haben. Allan Ray hat heute so kurz gespielt, weil ihn ein Virusinfekt geschwächt hat.“

Muli Katzurin (Headcoach Frankfurt):
„Ich habe meinen Spielern gesagt, dass es in der zweiten Halbzeit bei null losgeht (31:41) – trotzdem haben wir jeden Fehler gemacht, den man nur machen kann. Wir haben Ulm zu viele Offensivrebounds gestattet, haben schlecht gegen Bryant verteidigt und auch den Dreipunkteschützen zu viel Platz gelassen. Die Spieler wollten, hatten aber wohl nicht die nötige Energie.“

Courtsider Felix Brüningberichtete für euch live vom Spiel des Vize-Meisters:





Neckar RIESEN Ludwigsburg – Eisbären Bremerhaven


Ludwigsburg – das ist für die Eisbären Bremerhaven auch weiterhin keine Reise wert! Auch beim achten Gastspiel in der Barockstadt blieb den Nordlichtern ein Erfolgserlebnis verwehrt. Einem ausgeglichenen Anfangsviertel (24:22) folgte eine dreißigminütige Ludwigsburger Offensiv-Demonstration, die vor allem drei Väter hatte: Joshua Jackson (20 Punkte) stellte mit sechs Dreiern den Saisonrekord von „downtown“ ein; John Turek (20, 7 Rebounds) und Eric Coleman (18) bildeten unter dem Korb ein schlagkräftiges Tandem. Die Eisbären schafften es zu keiner Zeit, die Ludwigsburger Angriffsmaschinerie zu stoppen (60 Prozent Wurfquote) – vor allem die gefährlichen Schützen der Schwaben (10/19 Dreier) bereiteten den Gästen große Probleme. Da half es letztlich auch wenig, dass die Mannschaft von Doug Spradley die Hoheit über die Bretter hatte (24:32 Rebounds). Die Neckar RIESEN können im Abstiegskampf einen weiteren wichtigen Erfolg – den fünften aus den letzten sieben Spielen – landen und mit Selbstvertrauen in die Endphase der Saison gehen.


John Patrick (Headcoach Ludwigsburg):
„Wir waren etwas nervös vor diesem Spiel, haben die Energie aber genutzt, um gut ins Spiel zu kommen. Wir haben von Anfang an sehr gut als Team zusammengespielt und fast immer den offenen Mann unter dem Korb gefunden, darauf bin ich sehr stolz. Besonders unsere Guards Jackson, Zimmerman und Bernard haben sich heute ein großes Lob verdient.“

Doug Spradley (Headcoach Bremerhaven):
„Ludwigsburg hat heute verdient gewonnen. Die Neckar RIESEN haben wirklich sehr gut getroffen und mit hoher Intensität gespielt. Uns hingegen hat heute das gewisse Etwas gefehlt, wir hatten nicht diese ‚Alles oder nichts‘-Einstellung, die man in so einem Spiel braucht. Diese Haltung müssen wir in den nächsten Spielen wieder finden.“

Courtsider Darijan Briskiberichtete für euch live aus seinem Wohnzimmer der MHP Arena Ludwigsburg:





TBB Trier – Telekom Baskets Bonn


Nach zweimonatiger Durststrecke konnten die Fans in der ARENA Trier wieder über ein Erfolgserlebnis ihrer TBB Trier jubeln. In einem nervenaufreibenden Derby gegen die Telekom Baskets Bonn erlöste aber erst ein Layup von Nate Linhart wenige Sekunden vor Schluss die Anhänger des Gastgebers: Nach einem Offensivrebound legte der Forward den Ball kurz vor Ablauf der Spieluhr zum Trierer Sieg in den Korb. Der anschließende, letzte Wurfversuch der Bonner verfehlte sein Ziel. Dabei hatte es lange nicht danach ausgesehen, als könnte es überhaupt noch einmal so eng werden, doch ein Bonner 11:3-Lauf im Schlussviertel brachte den sicher geglaubten TBB-Erfolg noch einmal in Bedrängnis. Schlussendlich machte die Übermacht eines Duos den Unterschied: 45 der 70 Trierer Punkte gingen auf das Konto von Nate Linhart (27 Punkte, 9 Rebounds) und Brian Harper (18 Punkte). Für Bonn erzielte Jamel McLean ein Double-Double (16 Punkte, 10 Rebounds); Jared Jordan konnten die Trierer dagegen besser in Schach halten als im Hinspiel, als das Bonner Passwunder 16 Dimes an seine Teamkollegen verteilt hatte.


Henrik Rödl (Headcoach Trier):
„Danke für die Glückwünsche, für uns war das ein Riesensieg, der auch bitter nötig war. Ich wünsche den beiden Bonner Verletzten gute Genesung. Es war ein unglaublicher Kampf. Wir haben so hart trainiert in den letzten Wochen, das musste sich irgendwann auch mal zeigen. Meine Mannschaft hat defensiv das Tempo diktiert gegen eine Bonner Mannschaft, die zurzeit sehr gut spielt. Umso wertvoller ist dieser Sieg. Man muss heute Abend Nate Linhart lobend erwähnen, der sehr viel Verantwortung übernommen hat, sowohl defensiv als auch offensiv; auch Brian Harper hat sehr gut gespielt, nicht nur gemessen an den Punktzahlen. Insgesamt bin ich aber sehr stolz auf die komplette Mannschaft, die den Kampf angenommen und dieses sehr wichtige Spiel gewonnen hat. Ich bin sehr froh, dass der Ball heute in unsere Richtung gesprungen ist. Für die weiteren Aufgaben ist das ein Riesenschub nach vorn.“

Michael Koch (Headcoach Bonn):
„Glückwunsch an Henrik und Trier zu dem Sieg heute Abend im letzten verbliebenen "fast-rheinischen Derby". Das Spiel Trier gegen Bonn ist immer etwas Besonderes, so war das auch heute. Für uns war es eine bittere Niederlage, die zustande kam, weil Trier 35 Minuten lang das Spiel diktiert hat und wir keinen Hebel gefunden haben, um das Spiel zu drehen. Die letzten fünf Minuten haben wir aufgrund der Verletzungen von Veikalas und McLean mit einer kleinen Aufstellung gespielt und den Kampf angenommen, da hatten wir die Chance das Spiel zu gewinnen. In so einer Situation kann der Ball in die eine oder die andere Richtung springen, heute ist er wie im letzten Jahr in die Trierer Richtung gesprungen. Wir sind diese Saison schon durch schwere Zeiten gegangen, das wird uns also nicht umwerfen. Die Trierer haben am Ende verdient gewonnen, weil sie das Spiel über einen großen Zeitraum beherrscht haben – für uns hat es heute nicht gereicht.“

LTi GIESSEN 46ers – Mitteldeutscher BC


Das „wichtigste Spiel des Jahres“ – die Bezeichnung, die der Mitteldeutsche BC im Vorfeld der Begegnung mit den LTi GIESSEN 46ers gewählt hatte, machte den Stellenwert des Gastspiels beim abgeschlagenen Tabellenletzten klar. Und mit dem entsprechenden Fokus starteten die Wölfe auch in die Partie: schon nach zwei Minuten sahen sich die 46ers mit einem 0:10-Rückstand konfrontiert. Eine weitere Drangphase im dritten Viertel (14:25) reichte dem MBC zu einem letztlich klaren Erfolg gegen Gießener, die sich über weite Strecken als ebenbürtige Gegner präsentierten. In der Defensive entblößten die Mittelhessen aber zu viele Lücken und gestatteten dem MBC eine 63-prozentige Wurfquote. Hördur Vilhjalmsson (16 Punkte, 10 Assists) führte einmal mehr überragend Regie im Spielaufbau der Gäste und fand in Devin Uskoski (19 Punkte) und Center Philipp Heyden (15 Punkte; Karrierebestwert) immer wieder dankbare Abnehmer in Korbnähe. Auf der Gegenseite markierte der frühere Wolf Sharaud Curry 18 Punkte; 37 Zähler gingen außerdem auf das Konto der deutschen Spieler im 46ers-Dress.


Mathias Fischer (Headcoach Gießen):
„Der MBC hat den Ball gut bewegt und clever gespielt. Wir wollten die Dreier, vor allem von Devin Uskoski, unterbinden. Das ist uns jedoch nicht gut gelungen. In den letzten sieben Spielminuten hat die Mannschaft aber gezeigt, welchen Charakter sie hat. Trotz der Niederlage bin ich mit der Leistung einiger Spieler zufrieden.“

Silvano Poropat (Headcoach MBC):
„Wir haben heute das gemacht, was wir uns vorgenommen haben. Nur die letzten Spielminuten wollen wir schnellstmöglich vergessen, da kam Gießen plötzlich ins Spiel. Mein Team arbeitet jeden Tag sehr hart. Wir zollen aber auch Gießen großen Respekt. Dennoch haben wir in einem Spiel, in dem wir nur verlieren konnten, einen verdienten Sieg geholt.“

Courtsider Tobias Schlegelberichtete für euch live vom Spiel des MBC:





WALTER Tigers Tübingen – FC Bayern München


Zwei Wochen nach der 74:72-Niederlage in Bremerhaven musste der FC Bayern München eine weitere bittere Auswärtspleite hinnehmen. 3132 Zuschauer in der ausverkauften Tübinger Paul Horn-Arena sowie ein nationales TV-Publikum sahen eine intensive Partie, in der die Bayern-Basketballer den besseren Auftakt erwischten (25:32) und bis zur Halbzeit Kontrolle über das Geschehen hatten. Den längeren Atmen hatten aber die Tigers: Allen voran Johannes Lischka (21 Punkte) drehte nach dem Pausentee auf und sprang für Tigers-Topscorer Vaughn Duggins in die Bresche, der über weite Strecken von der Münchener Verteidigung abgemeldet war. Kenny Frease, der eine beeindruckende Allround-Leistung bot (12 Punkte, 8 Rebounds, 7 Assists), verhalf den Tübingern in der Schlussphase außerdem immer wieder zu zweiten Wurfgelegenheiten. Tyrese Rice (19 Punkte) und Jan Jagla (14, 8 Rebounds) hießen die Konstanten im Angriffsspiel der Bayern, die sich aber in der kritischen Phase des Spiels zu viele Fehler leisteten. Tübingen bleibt mit dem Sieg ein Kandidat für die Playoffs, während die Bayern das erste Mal in der Ära Pesic eine kleine Schwächephase durchmachen.


Igor Perovic (Headcoach Tübingen):
„Danke für die Glückwünsche. Wir haben heute einen großen Sieg erlebt. Für mich sind die Bayern das im Moment beste Team in der Liga. Wir wussten, dass wir in der Offensive gut spielen müssen, um eine Chance zu haben. Dies ist zu Beginn überhaupt nicht gelungen. Das Spiel der Bayern war sehr schnell und sie haben hochprozentig getroffen. Dazu haben sie elf Offensiv-Rebounds in der ersten Halbzeit erzielt, wir dagegen nur zehn Rebounds insgesamt. Nach dem Seitenwechsel sind wir besser ins Spiel gekommen und haben die Bretter mehr und mehr dominiert. Keine Frage, wir haben wichtige Würfe getroffen. Außerdem hatten wir einen tollen Center in Kenny Frease, der oft den freien Mann gefunden und sieben Assists erzielt hat. Dazu kam Robert Oehle mit zwei Assists. Ich bin mächtig stolz auf meine Spieler, das ist ein großer Tag für uns.“

Svetislav Pesic (Headcoach München):
„Es war ein gutes Spiel für die Zuschauer in der Halle und im Fernsehen. Tübingen hat exzellent gespielt und am Ende verdient gewonnen. Ich bin im Moment etwas sprachlos, da ich mehr mit meiner Mannschaft beschäftigt bin. Wir hatten einen guten Plan, die Tübinger Reggie Redding und Vaughn Duggins gut zu verteidigen. Das haben wir auch gut umgesetzt. Leider haben meine restlichen Spieler nicht zugehört, wie sie spielen sollen. Wir haben eine katastrophale Defensive gespielt. Unseren Rhythmus hatten wir nur zu Beginn, dann haben wir diesen verloren. Das Spiel haben wir nicht in den letzten zehn Minuten verloren, schon davor. Die Tigers haben gezeigt, dass sie ein Team sind und nicht nur von zwei Spielern leben. Hier hatten wir Probleme, und dann wird es schwer in dieser Halle zu gewinnen. “

In 140 Zeichen haben die Nutzer auf Twitter zum Sammelbegriff"Courtsider"berichtetet, wie sie das Live-Spiel erlebt haben:






Videos zum Spieltag gibt es in Kürze bei Beko-BBL.tv.
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