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29. Spieltag: Ulm lässt Berlin keine Chance, Bamberg und Bremerhaven ballern sich aus der Krise

29. Spieltag: Ulm lässt Berlin keine Chance, Bamberg und Bremerhaven ballern sich aus der Krise

Am 29. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga nimmt ratiopharm ulm erfolgreich Revanche für das verlorene Pokal-Finale gegen ALBA BERLIN (92:73). Zwei Teams knackten außerdem die 100-Punkte-Marke: Die Eisbären Bremerhaven schossen die TBB Trier aus der Halle (105:73) und die Brose Baskets fertigen Gießen ab (105:54). Wichtige Punkte im Playoff-Rennen sammelten auch die EWE Baskets Oldenburg mit einem 88:79-Erfolg über die Neckar RIESEN Ludwigsburg.
Von: Joshua Wiedmann

Die Ergebnisse im Überblick:
Eisbären Bremerhaven – TBB Trier 105:73
Brose Baskets – LTi GIESSEN 46ers 105:54
EWE Baskets Oldenburg – Neckar RIESEN Ludwigsburg 88:79
ratiopharm ulm – ALBA BERLIN 92:73


Eisbären Bremerhaven – TBB Trier


Was gibt es in Krisenzeiten heilsameres, als sich den Frust einmal ordentlich von der Seele zu spielen? Die Eisbären Bremerhaven landeten nach nur zwei Siegen aus den vorigen neun Spielen gegen die TBB Trier einen Start-Ziel-Sieg. Vor 3520 Zuschauern in der Stadthalle Bremerhaven schossen die Hausherren mit einem 13:0-Lauf aus den Startlöchern, der offenbar das nötige Selbstvertrauen freisetzte: Mit einer beeindruckenden Treffsicherheit aus dem Feld (66,7 Prozent) und einer erstickender Verteidigungsleistung hatte Bremerhaven seinen Vorsprung nach 14 Minuten bereits auf 30 Zähler hochgeschraubt (44:14). Vor allem direkt am Korb netzte die Spradley-Mannschaft über den kompletten Spielverlauf mit traumwandlerischer Sicherheit ein (82 Prozent). Trier kam im Laufe des zweiten Viertels zwar besser ins Spiel, hatte aber dem starken Teamplay der Eisbären (30 Assists) um die Topscorer Stefan Jackson (24 Punkte, 6 Assists) und Andrew Drevo (20 Punkte) nur wenig entgegenzusetzen. Bester Werfer im TBB-Dress war Shooting Guard Barry Stewart mit 15 Zählern.


Doug Spradley (Headcoach Bremerhaven):
„Ich bin stolz auf diese Leistung. Meine Mannschaft hat sich die Trierer als Vorbereitung auf das heutige Spiel live in Oldenburg angesehen. Von daher wussten wir, dass die TBB immer Gas gibt und die nötige Intensität an den Tag legt. Meine Jungs sind mit der richtigen Einstellung ins Spiel gegangen und haben sich heute als echtes Team präsentiert. 30 Assists sind der beste Beweis dafür. Ich will nicht sagen, dass dieser Sieg ein Befreiungsschlag war. Aber wenn wir immer so spielen wie gegen Trier, werden wir noch einige Partien mehr gewinnen.“

Henrik Rödl (Headcoach Trier):
„Das war die schlechteste Vorstellung, seit ich Trainer in Trier bin. Diese Leistung meiner Mannschaft war in dieser Form nicht in Ordnung, auch wenn die Eisbären hervorragend gespielt und hoch verdient gewonnen haben. Dieser Auftritt bedarf einer gründlichen Aufarbeitung. Die schwache Leistung hat mich total unvorbereitet getroffen, denn es gibt keinen Grund dafür. Wir waren die ganze Woche zusammen und haben zuletzt in Oldenburg stark gespielt. Von daher ist mir der heutige Einbruch total unerklärlich.“

Brose Baskets – LTi GIESSEN 46ers


Nach zuletzt acht Pflichtspielniederlagen in Folge schien den Brose Baskets die Partie gegen das Tabellenschlusslicht Gießen gelegen zu kommen. Und nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (22:17) legte die Offensivmaschinerie des Serienmeisters dann auch los – bis zur Halbzeit wuchs der Bamberger Vorsprung auf 18 Zähler an (50:32). Die 46ers hatten der Bamberger Präsenz am Brett (die sich in 18 Offensivrebounds und einer 68-prozentigen Nahdistanzquote niederschlug) kaum etwas entgegenzusetzen und verzettelten sich ihrerseits im Angriff immer wieder (27 Ballverluste). In Abwesenheit des an der Hand verletzten Maik Zirbes sorgten Philipp Neumann mit einer Karrierebestwert (24 Punkte) und A.J. Ogilvy (19, 10 Rebounds) für die Hoheit an den Körben. Die beiden Center waren aber nur zwei von sieben Bambergern, die mindestens acht Zähler erzielten; insgesamt 29 Assists zeugen von einer starken Mannschaftsleistung. Ein Lichtblick auf Gießener Seite war der Auftritt von Jonas Weiser: Der 20-jährige Guard glänzte im Duell mit dem Bamberger Backcourt mit 11 Punkten.


Chris Fleming (Headcoach Bamberg):
„Es ist eine schwierige Situation für Gießen und ich weiß, wie professionell Mathias Fischer arbeitet und wie frustrierend es sein muss, wenn man nicht die Mittel hat. Die 46ers haben viel gezeigt und gut gekämpft, sie haben uns sogar ein wenig geärgert. Nach der Anfangsphase haben wir uns heute sehr stabil präsentiert. Wir haben den Ball besser gegen die Zone bewegt und mehr Selbstvertrauen beim Wurf gezeigt. Alex Renfroe wird uns sicherlich noch sehr helfen. A.J. Ogilvy war heute wieder sehr, sehr gut, Phillip Neumann ebenso. Den Erfolg heute haben wir gebraucht, das Erfolgsgefühl war für uns sehr wichtig.“

Mathias Fischer (Headcoach Gießen):
„Herzlichen Glückwunsch zum überaus verdienten Sieg. Es ist nicht leicht in Bamberg zu spielen, hier ist eine laute und gute Stimmung und natürlich eine gute Mannschaft als Gegner. Wir sind unter dem großen Druck zusammengebrochen. Dennoch haben wir einige Minuten gut gespielt und schöne Szenen gehabt. Gegen den Druck sind uns ein paar schöne Backdoor-Möglichkeiten gelungen. Anschließend war Bamberg zu stark und kam zu vielen einfachen Punkten. Ich hoffe, meine jungen Spieler nehmen viel aus dem Spiel mit, damit sie lernen, wie man gut verteidigt und welchen Körper sie brauchen, um erfolgreich zu werden.“

Courtsider-Dame Eva Kaiserberichtete für euch live aus der Stechert Arena:




EWE Baskets Oldenburg – Neckar RIESEN Ludwigsburg


Die EWE Baskets Oldenburg bleiben weiter auf Erfolgskurs: Gegen Ludwigsburg gewannen die Niedersachsen das sechste ihrer letzten sieben Spiele – wenngleich das Duell zwischen Tabellenzweitem und –vorletztem nicht so eindeutig war, wie es die Ausgangslage hätte erwarten lassen. Auch wenn die „Donnervögel“ nahezu über die komplette Spieldauer in Front lagen, gaben die Gäste aus Schwaben nie klein bei und blieben bis zum Schluss auf Schlagdistanz. Die hohe Treffsicherheit der EWE Baskets von „downtown“ (42 Prozent Dreier) trug letztlich aber genauso zum leichten Übergewicht der Oldenburger bei wie die vielen vergebenen Ludwigsburger Freiwürfe (10/20). Insbesondere Rickey Paulding (20 Punkte, 6/8 Dreier) streute immer, wenn nötig, Punkte von außen ein und erhielt am Korb Unterstützung von Konrad Wysocki (14, 8 Rebounds) und Ronnie Burrell (13, 9). Marqus Blakely erzielte bei seiner Rückkehr in die Lineup der Neckar RIESEN 19 Punkte, konnte die dritte Ludwigsburger Pleite in Serie aber auch nicht verhindern.


Sebastian Machowski (Headcoach Oldenburg):
„Wir haben hier heute ein Spiel gewonnen, bei dem wir eigentlich nur verlieren konnten. Zudem mussten wir gegen eine Mannschaft antreten, die alles versucht hat, um hier zu gewinnen. Gut gefallen hat mir daher, dass mein Team über weite Strecken der Partie sehr fokussiert war. Das hatte ich ja in den vergangenen Partien ein wenig vermisst. Für uns ist wichtig, dass wir auch solche Spiele gewinnen, um den zweiten Tabellenplatz, den wir uns jetzt erarbeitet haben, bis zum Ende der Saison zu verteidigen.“

John Patrick (Headcoach Ludwigsburg):
„Ich muss Sebastian zu diesem verdienten Sieg gratulieren. Ich bin froh darüber, dass wir hier besser als noch letzte Woche gegen den MBC gespielt haben. Aber wir wussten vorher, dass es sehr schwer sein würde, in Oldenburg zu gewinnen. Nichtsdestotrotz bin ich im Hinblick auf den Einsatz, mit dem meine Mannschaft hier zu Werke gegangen ist, stolz. Am Ende haben wir aber nicht gut genug gereboundet und auch auf Rickey Paulding, der ein überragendes Spiel gemacht hat, hatten wir keine passende Antwort.“

ratiopharm ulm – ALBA BERLIN


Der Spielplan hatte es gut mit den deutschen Basketball-Fans gemeint, und so kam es schon eine Woche nach dem TOP FOUR zur Neuauflage des Pokalfinales – nur eben in Ulm statt Berlin. Vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften ratiopharm arena ließen die Gastgeber von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie auf Revanche sinnten: Der Vizemeister schoss in der ersten Hälfte, besonders von außen (10 Dreier), aus allen Rohren und führte mit bis zu 22 Punkten (56:34, 20. Minute). Speziell die „zweite Garde“ der Ulmer, die auf insgesamt 33 Punkte kam, wusste in dieser Phase zu gefallen. Doch der Schlusspunkt war damit noch nicht hinter das Spitzenspiel gesetzt. Viele zweite Wurfchancen (14 Offensivrebounds) und eine verbesserte Defensive ließen ALBA im Schlussviertel bis auf zehn Zähler (76:66) herankommen. Doch ein erneuter Distanztreffer des überragenden Allan Ray (21 Punkte, 5/6 Dreier) zum 84:68 sorgte für die Vorentscheidung. Ulm rückt mit dem dritten Sieg in Folge auf Tabellenrang drei vor, während Berlin das vierte Auswärtsspiel nacheinander und den direkten Vergleich gegen die Schwaben verliert.


Thorsten Leibenath (Headcoach Ulm):
„Ich bin sehr beeindruckt, mit welcher Moral wir hier heute angetreten sind. Es ist nicht selbstverständlich, dass man nach einer so bitteren Niederlage wie im Pokalfinale mit diesem Willen und Ehrgeiz zurückkommt. Dass wir ausgeruht waren und eine Woche Zeit hatten, um uns auf das Spiel vorzubereiten, war natürlich ein Vorteil. Der Sieg war ein beeindruckender, zu dem alle Spieler ihren Teil beigetragen haben. Außerdem war es ein ‚Big Point’: Gegen Berlin haben wir nun den direkten Vergleich; hinzu kommt, dass München verloren hat.“

Sasa Obradovic (Headcoach Berlin):
„Gratulation an die Ulmer, sie haben verdient gewonnen. Wir haben das Spiel verloren, weil wir physisch nicht bereit genug waren. Wir stecken nach dem Pokalsieg physisch und auch mental in einem Loch. Von Beginn an hat Ulm das ausgenützt und sich mit einfachen Punkten Selbstbewusstsein geholt. Es gibt eine Reihe von Entschuldigungen – so zum Beispiel, dass vor dem Spiel aufgrund eines Virus‘ fast kein Spieler trainieren konnte. Aber am Ende haben wir einfach auch zu viele taktische und individuelle Fehler gemacht.“

Videos zum Spieltag gibt es in Kürze bei Beko-BBL.tv.
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