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3. Halbfinale: Ulm ohne Günther in Oldenburg / Bamberg mit Gavel gegen München / Heimvorteil...

3. Halbfinale: Ulm ohne Günther in Oldenburg / Bamberg mit Gavel gegen München / Heimvorteil...

Vier Spiele (je zwei pro Paarung) sind in den Halbfinals der Beko BBL um die Deutsche Meisterschaft gespielt, aber eine Entscheidung zeichnet sich weder zwischen den EWE Baskets Oldenburg und ratiopharm ulm noch zwischen den Brose Baskets und dem FC Bayern München ab. Die Tatsache, dass es in beiden Serien nur Auswärtssiege ab, deutet vielmehr darauf hin, dass auch in den restlichen Begegnungen noch einige Überraschungen warten.

Die nächsten TV-Termine:

Mi, 20.00 Uhr: EWE Baskets Oldenburg – ratiopharm ulm (Spiel 3)
live auf SPORT1, kostenfreier Livestream auf Beko-BBL.de

Do, 16.00 Uhr: Brose Baskets - FC Bayern München (Spiel 3)
live auf SPORT1, kostenfreier Livestream auf Beko-BBL.de

Wie viel Spielraum in diesen beiden Paarungen steckt, wird auch deutlich, wenn man sich die Protagonisten anschaut, die dem Halbfinale bislang ihren Stempel aufgedrückt haben. Während die herausragenden Akteure des Viertelfinales – John Bryant, Sharrod Ford und Tyrese Rice – am vergangenen Wochenende keine große Rolle spielten, rückten andere ins Rampenlicht: Für die Bamberger ergriffen neben Anton Gavel auch Alex Renfroe und Casey Jacobsen die Initiative, bei den Bayern werden Yotam Halperin und Lawrence Roberts von Spiel zu Spiel stärker (was vor allem Ford in einer Szene schmerzlich vor Augen geführt wurde). Der mit Abstand effektivste Spieler des Halbfinales trägt indes das Trikot der EWE Baskets: Julius Jenkins ist mit jeweils 21 Punkten der Topscorer des Halbfinales und hat mit seinen Oldenburgern in dieser Saison offenbar noch viel vor.

Mi, 20.15 Uhr: EWE Baskets Oldenburg – ratiopharm ulm





Diesen Julius Jenkins (und seinen kongenialen Partner Rickey Paulding) zu stoppen, wird dann wohl auch die erste Aufgabe sein, die die Ulmer am Mittwoch in Oldenburg lösen müssen, wenn sie in der Serie nicht in Rückstand geraten wollen. Enorm erschwert wird das natürlich durch den Ausfall von Spielmacher Per Günther. Neben den Punkten des Nationalspielers (immerhin 19,0 pro Spiel im Viertelfinale) fehlen vor allem seine Anspiele auf Center John Bryant, der bei der Ulmer 60:72-Heimniederlage nur sieben Würfe nahm, lediglich zwei davon traf und mit nur fünf Punkten und sieben Rebounds unter dem Korb „verhungerte“ wie selten in dieser Saison. Vom Muskelfaserriss ihres Point Guards total auf dem falschen Fuß erwischt, hatten die Ulmer jetzt drei Tage Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen. Dabei darf man vom MVP John Bryant sicher erwarten, dass er auch ohne die Anspiele seines Lieblings-Spielmachers mehr als fünf Punkte auflegt.


Aber nicht nur der Ulmer Center enttäuschte im zweiten Spiel. Auch Allan Ray blieb vieles schuldig. Hinten gelang es dem US-Guard nicht, Jenkins zu stoppen und vorne erwischte Ulms Viertelfinal-Topscorer (19,0 Punkte pro Spiel) mit einem von zehn Würfen erst recht einen rabenschwarzen Tag. Auch ohne Per Günther gibt es im Ulmer Spiel deshalb vor dem dritten Spiel viel Luft nach oben. Im Spielaufbau könnte Trainer Thorsten Leibenath neben Lance Jeter auch Ray auf die Eins stellen. Vor allem aber wird der junge Till-Joschka Jönke sich schnell freischwimmen müssen. Am Samstag machte der Aufbau-Jüngling seine Sache gar nicht einmal so schlecht, aber Oldenburgs Trainer Sebastian Machowski wird seine ohnehin eher defensiv-orientierten Spielmacher Dru Joyce und Chris Kramer umso mehr auf Jönke vorbereiten. Selbst Steven Esterkamp und Philipp Schwethelm, die am Samstag zu den Lichtblicken auf Ulmer Seite zählten, werden ihren Aufbauspielern deshalb unter die Arme greifen müssen. Hilfreich könnte die Erinnerung an das Eurocup-Heimspiel gegen Zagreb sein, damals wurde ohne Günther und Bryant mit 83:68 gewonnen.

Auch die Oldenburger gehen mit einem Handicap ins Spiel, nachdem ihr Power Forward Ronald Burrell von der Spielleitung der Beko BBL wegen seines disqualifizierenden Fouls an Keaton Nankivil für das dritte Spiel gesperrt worden ist. Das dadurch in den Oldenburger Frontcourt gerissene Loch scheint aber für die EWE Baskets leichter zu stopfen als das Ulmer Loch auf der Eins – nicht zuletzt, weil Burrell in den bisherigen Playoffs mit nur 5,6 Punkten und 3,9 Rebounds weit hinter seinem Saisonschnitt (10,3 Punkte und 4,3 Rebounds) zurückgeblieben ist. Mit Robin Smeulders und Konrad Wysocki finden sich im tiefen Kader gleich zwei Akteure, die hier einspringen können. Zudem scheint den Ulmer Vierern, dem angeschlagenen Keaton Nankivil und dem jungen Daniel Theis, derzeit das Pech an den Fingern zu kleben (zusammen 2/13 Würfe im zweiten Spiel). Solche Quoten fallen allerdings nicht vom Himmel, sondern sind sicher auch der guten Oldenburger Verteidigung geschuldet.

Do, 16.05 Uhr: Brose Baskets – FC Bayern München





Auch diese Serie nahm im zweiten Spiel eine unverhoffte Wendung, weil ein in den bisherigen Playoffs nicht aufzuhaltender Go-to-Guy plötzlich doch ins Grübeln kam. So wie die Oldenburger den Ulmer MVP John Bryant ausbremsten, gelang das den Bambergern mit Tyrese Rice, den viele schon als kommenden Playoff-MVP auf ihrem Zettel hatten. Weder im Viertelfinale von ALBA BERLIN, noch im ersten Halbfinalspiel in Bamberg von den Brose Baskets zu stoppen, wurde der Bayern-Spielmacher zuletzt in die Schranken verwiesen. Verantwortlich dafür war Rückkehrer Anton Gavel, der bei seinem Comeback mal wieder demonstrierte, warum er als bester Verteidiger der Liga ausgezeichnet worden ist. Gegen Gavels Defensivkünste kam der mit seinem schnellen Antritt bisher gleichermaßen souverän und eiskalt wirkende Bayern-Spielmacher nach nur drei Punkten in den ersten 30 Minuten erst im Schlussviertel in Schwung.


Da war es aber schon zu spät, zumal auch Gavel nun aus seiner erfolgreichen Verteidigung genug Selbstvertrauen getankt hatte, um in der Offensive mit präzisen Anspielen und eigenen Punkten heißzulaufen. Von dem Combo-Guard und dem ebenfalls aufdrehenden Alex Renfroe (beide je sieben Assists) in Szene gesetzt, kam sogar A. J. Ogilvy den in der Innenverteidigung zu nachlässig agierenden Jared Homan und Chevon Troutman zuvor. Der australische Center kompensierte damit das Bamberger Handicap, Sharrod Ford nach frühen Foulproblemen kaum zur Verfügung zu haben. Um am Donnerstag erneut einen Auswärtssieg zu landen, werden die Bayern vor allem die Kontrolle über das Geschehen unter den Körben zurückgewinnen müssen. In München trafen die Bamberger aus der Nahdistanz 68 Prozent und gewannen das Reboundduell mit 33:27. Vier Tage zuvor hatten die Schützlinge von Chris Fleming in eigener Halle aus der Nahdistanz nur 52 Prozent getroffen und den Kampf um die Abpraller mit 32:36 verloren.

Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil werden nämlich auch Playoff-Spiele eher selten an der Dreierlinie gewonnen, was sich auch sehr gut am Duell Bamberg – Bayern ablesen lässt. Die Bamberger Dreier-Ausbeute war nämlich bei der Auftaktniederlage (11/28) und beim Sieg in München (11/23) vergleichbar. Dasselbe Bild gab es auch bei den Münchenern: 7/18 in Bamberg und 6/19 in München. Den Unterschied machte in beiden Spielen vielmehr das bessere Inside-Game aus, das in Bamberg der FC Bayern und in München die Brose Baskets aufs Parkett brachten. Entsprechend sorgenvoll wird Svetislav Pesic am Mittwoch den Leistungsabfall von Jared Homan und Chevon Troutman (zusammen nur drei Rebounds) registriert haben. Umso mehr Hoffnung wird Bayerns Headcoach auf die steigende Form von Lawrence Roberts (6/7 Würfe und sieben Rebounds) setzen. Roberts wird es aber am Donnerstag mit einem Sharrod Ford zu tun bekommen, der sich nicht noch einmal so schnell mit frühen Fouls aus dem Spiel nehmen lassen wird.

Zum Abschluss die Top Ten der ersten beiden Halbfinal-Spieltage als Appetithäppchen für die dritten Partien:

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