FB Twitter Instagram YouTube Google+
BIG - Basketball in Deutschland
Artland-Aufbau Demond Mallet im BIG-Interview: „Ich habe in meiner Karriere genügend Geld verdient“

Artland-Aufbau Demond Mallet im BIG-Interview: „Ich habe in meiner Karriere genügend Geld verdient“

Demond Mallet kehrte im Sommer in die Beko BBL zurück. Der erfahrene Spielmacher soll die Artland Dragons an die Spitze führen. Im BIG-Interview spricht er über die Vorurteile nach seiner Verpflichtung, die Qualität der Bundesliga und seinen Cousin Shaquille O’Neal.

Herr Mallet, Sie haben bereits in Deutschland, Spanien und Belgien die Meisterschaft gewonnen. Was treibt Sie noch?
Ich bin ein Winner-Typ. Ich will meiner Mannschaft helfen, einen Titel zu holen. Einige Leute haben gesagt: „Der Mallet kommt mit seinen 34 Jahren nur nach Deutschland, um noch ein bisschen Geld abzustauben.“ Das ist völliger Blödsinn! Diesen Leuten kann ich nur sagen, dass ich während meiner Karriere schon genügend Geld verdient habe. Das Einzige, was mich antreibt, ist sportlicher Erfolg.

Aktuell stehen Sie allerdings nicht in der Starting Five, sondern mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen. Sind Sie damit unzufrieden?
Egal ob Starting Five oder nicht: Das spielt für mich keine Rolle. Unser Trainer Stefan Koch hat das mit mir so besprochen. Er sagte, dass wir mehr Firepower von der Bank brauchen. Deshalb sitze ich genau wie Petar Popovic zunächst draußen. Die vergangenen Spiele haben gezeigt, dass diese Taktik aufgeht.

Kratzt es denn nicht am Ego eines so erfahrenen Spielers, wenn man „nur“ von der Bank kommen darf?
Überhaupt nicht. In meinem Alter kann ich damit ganz locker umgehen. Für einen jüngeren Spieler könnte das etwas schwieriger sein – in jungen Jahren ist man nämlich etwas eitler, wenn es um die Starting Five geht. Doch mittlerweile finde ich: Entscheidend ist nur, wer am Ende des Spiels auf dem Parkett steht.

Bevor Sie nach Quakenbrück kamen, spielten Sie in vielen großen Städten Europas. Wie groß war die Umstellung, plötzlich in einer Mini-Stadt mit 13 000 Einwohnern zu leben?
Ich muss zugeben: Das war ein enormer Kulturschock! Außer Basketball gibt es hier kaum etwas, um sich die Zeit zu vertreiben. Da ich nicht verheiratet bin und keine Familie um mich herum habe, war das eine schwierige Umstellung. Andererseits hat das den großen Vorteil, dass man sich noch besser auf Basketball konzentrieren kann. Ich stehe derzeit länger in der Trainingshalle als jemals zuvor.

Wie empfinden Sie die Basketball-Euphorie in der Stadt?
Das ist enorm. Die Leute hier leben für den Basketball! Wenn man ein schlechtes Spiel abliefert, wird man im Supermarkt auch mal schief angeguckt. Aber das finde ich völlig in Ordnung. Das motiviert mich noch mehr, erfolgreich zu sein.


Sie sind nun 34 Jahre alt. Wie lange wollen Sie eigentlich noch Basketball auf Topniveau spielen?
Wenn ich momentan in meinen Körper hineinhorche, würde ich auf vier weitere Jahre tippen. Wenn möglich, gerne alle vier in Deutschland!

Sie haben bereits angesprochen, dass der Erfolg Sie antreibt. Ist der Titelgewinn in dieser Saison realistisch?
Ich glaube schon. In unserer Mannschaft steckt unheimlich viel Potenzial. Entscheidend ist, dass jetzt endlich alle fit bleiben und wir im Laufe der Rückrunde noch besser zusammenfinden. In der Endabrechnung wollen wir zu den besten drei oder vier gehören, um in den Playoffs Heimrecht zu haben. Am Ende gilt es wohl, Bamberg zu schlagen. Der große Vorteil der Baskets ist, dass das Gerüst der Mannschaft seit Jahren zusammenspielt. Deshalb hatten die Bamberger kaum Probleme, auch diese Saison ihren Rhythmus zu finden. Doch was das Talent betrifft, können wir ihnen auf jeden Fall Paroli bieten.

2005 gewannen Sie in Bamberg die deutsche Meisterschaft. Welche Erinnerungen haben Sie daran?
Diese Momente werde ich nie in meinem Leben vergessen. Die Finalserie gegen Frankfurt lief über fünf Spiele, am Ende haben wir hauchdünn gewonnen. Ein großartiges Erlebnis! In der folgenden Saison standen wir in der Euroleague unter den Top 16. Diese Erfolge haben meiner Karriere einen enormen Schub gegeben. Dafür bin ich Bamberg für immer und ewig dankbar. „Freak City“ ist einfach genial!

Stehen Sie mit ehemaligen Bamberger Teamkollegen noch in Kontakt?
Ja, mit vielen sogar. Zum Beispiel Steffen Hamann, Koko Archibong oder Chris Ensminger. Das sind Freundschaften für die Ewigkeit. Wir sprechen und schreiben uns häufig.

Von 2007 bis 2009 spielten Sie zusammen mit Jan Jagla in Spanien bei Joventut Badalona. Ihr Partner im Backcourt war Ricky Rubio, der mittlerweile bei den Minnesota Timberwolves spielt.
Ricky ist ein aufregender Spieler, wahrscheinlich das größte Talent des europäischen Basketballs. Wir haben beide viel voneinander gelernt und stehen immer noch in Kontakt. Für einige Familienmitglieder von mir hat er sogar schon mal ein paar NBA-Tickets besorgt.

Apropos Familie. Ihr Cousin ist kein Geringerer als die NBA-Legende Shaquille O’Neal.
Das stimmt. Shaq ist ein cooler Typ. In der Sommerzeit sehen wir uns regelmäßig. Mein anderer Cousin, Derrick Mallet, ist sein persönlicher Assistent.

Es gibt das Gerücht, dass Sie Shaq in die belgische Liga lotsen wollten, als Sie 2011 bei Spirou BC Charleroi spielten?
Genau. Das waren konkrete Pläne. Shaq hatte im Sommer 2011 seine NBA-Karriere bei den Boston Celtics beendet. Daraufhin kamen wir in Charleroi auf die Idee, ihn für ein paar Spiele unter Vertrag zu nehmen. Es ging für uns nämlich um die Qualifikation zur Euroleague. Shaq hatte bereits gute Gespräche mit dem General Manager geführt. Doch eine kurzfristige Operation hat sein Engagement in letzter Sekunde verhindert. Schade!

Spielten Sie damals nicht gegen Alba Berlin um die Euroleague-Qualifikation?
Richtig! Um ein Haar hätte Shaq in der Berliner O2-World gespielt. Aber auch ohne ihn haben wir Alba besiegt. Wer weiß, wie es mit Shaq gelaufen wäre … (lacht)


Das komplette Interview gibt es in der aktuellen Ausgabe der BIG (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten) und außerdem noch folgende Themen:

- Das große Ranking: Die 50 besten deutschen Basketballer aller Zeiten
- Im Interview: Der neue Bundestrainer Frank Menz
- Report: Svetislav Pesic bei den Bayern
- Im Interview: Ulms Nationalspieler Philipp Schwethelm
- Report: Warum Patrick Ewing junior in Bonn gehen musste
- Portrait: Frankfurts deutsches Trio - Barthel, Klein und Voigtmann
- Im Interview: Milos Teodosic - der beste Point Guard des Kontinents
- Portrait: Wölfe-Aufbau Hördur Vilhjalmsson
- Im Interview: Berlins Yassin Idbihi über den Traum von der Strandbar in Marokko
- Report: Gehen bei den LTi GIESSEN 46ers endgültig die Lichter aus?
- Im Interview: Niels Giffey über UConn und die Nationalmannschaft
- Joes Ecke - Herber geht's nicht!
- Mein Leben ist Basketball, aber ich lebe nicht davon
-ProA, ProB, DBBL, Player Check, Spiel des Monats, Big Business, Undundund

easyCredit Telekom TipBet Spalding Ranko Simba Dickie Group Kinder plus Sport