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Europapokal-Vorberichte
Berlin mit WoBo in Bonn? / Oldenburg und Ulm mit Heimspielen / Artland nach Italien

Berlin mit WoBo in Bonn? / Oldenburg und Ulm mit Heimspielen / Artland nach Italien

Die Losfee hat es so gewollt: Zum Auftakt gibt es gleich ein deutsches Derby: Die Telekom Baskets Bonn erwarten am Dienstag um 19.30 Uhr in der Gruppe D den alten Rivalen ALBA BERLIN. Die anderen drei deutschen Vertreter in diesem zweithöchsten europäischen Wettbewerb treffen einen Tag später am Mittwoch auf internationale Gegner: ratiopharm ulm empfängt in der Gruppe C um 19.30 Uhr ASVEL Lyon-Villeurbanne (Frankreich), die EWE Baskets Oldenburg spielen ebenfalls in eigener Halle um 20 Uhr in der Gruppe B gegen Dinamo Sassari (Italien), während die Artland Dragons um 20.30 Uhr in Italien bei FoxTown Cantu antreten.

Neuer Modus und auch neue Regeln in Euroleague und Eurocup

An den Gegnern wird eine wesentliche Neuerung im Eurocup sichtbar: Das auf 48 Teilnehmer ausgeweitete Starterfeld wurde in der Vorrunde nach geografischen Gesichtspunkten in zwei Conferences (West und Ost) aufgeteilt, was den deutschen Vertretern zumindest in der Vorrunde schon einmal die gefürchteten Reisen in Richtung Sibirien erspart. Die ersten drei aus jeder der vier Sechsergruppen erreichen die „Eurocup Last32“, in der eine weitere Neuerung in Kraft tritt. Das Eurocup-Teilnehmerfeld wird dann ab Januar nämlich um die acht in der Euroleague ausgeschiedenen Clubs erweitert, was die Konkurrenz im ohnehin schon stark besetzten zweiten Wettbewerb noch weiter aufwertet. Speziell die vier West-Gruppen präsentieren sich schon in der Vorrunde sehr ausgeglichen und unberechenbar, was sehr spannend werden könnte. Je nach Tagesform erscheint für alle fünf deutschen Vertreter in ihren Gruppen von Platz 1 bis 6 alles möglich.

Neu sind in Euroleague und Eurocup in dieser Saison auch einige Regel-Modifizierungen. Zum einen wurde der „besitzanzeigende Pfeil“ abgeschafft: Das Spiel beginnt wie gehabt mit einem Sprungball, der Gewinner erhält auch zu Beginn des Schlussviertels den Einwurf. Der Verlierer des ersten Sprungballs eröffnet hingegen das zweite und dritte Viertel. Ein technisches Foul wird jetzt nur noch mit einem Freiwurf plus Ballbesitz bestraft. Außerdem werden die Auszeiten kürzer: In der ersten Habzeit hat jedes Team nur noch eine 60 Sekunden und eine 30 Sekunden dauernde Auszeit zur Verfügung, in der zweiten Halbzeit zwei 60 Sekunden und eine 30 Sekunden lange. Dabei dürfen in den letzten zwei Spielminuten nur noch maximal eine 60-Sekunden- und eine 30-Sekunden-Auszeit genommen werden. Die Viertelpausen sind ebenfalls kürzer geworden und dauern jetzt nur noch 90 Sekunden.


Dienstag, 19.30 Uhr: Telekom Baskets Bonn – ALBA BERLIN

Die 61. Auflage des Klassikers zwischen Bonn und Berlin (in der Bundesliga führen die Berliner 36:22, im Pokal steht es 1:1) ist das erste deutsche Duell in der Geschichte des Eurocups. Beide Clubs sammelten aber in der letzten Saison schon in anderen europäischen Wettbewerben Derby-Erfahrung: ALBA bezwang in der Eurolegaue-TOP16 zweimal die Brose Baskets, die Bonner teilten sich in der Last16 der EuroChallenge Sieg und Niederlage mit Oldenburg. Die Generalprobe für das Eurocup-Derby gestalteten beide Teams am Wochenende in der Beko BBL erfolgreich: Während die Bonner im Ulm einen glücklichen 77:74-Sieg über die Ziellinie retteten, fegten die Berliner Ludwigsburg mit 83:52 aus der Halle. Wer auf die Topscorer in dem Derby wetten will, kommt wohl kaum um David Logan und Benas Veikalas herum. Beide Guards haben sich in den ersten Bundesliga-Begegnungen schon klar als Topscorer ihrer Teams herauskristallisiert.

Mit auf die Reise nach Bonn gehen kann bei den Berlinern womöglich auch der im Sommer vom Rhein an die Spree gewechselte Jonas Wohlfarth-Bottermann, über dessen Comeback nach seiner Fußverletzung aber noch ein Fragezeichen steht. Der Center selber brennt selbstredend darauf im ALBA-Trikot an alter Wirkungsstätte aufzulaufen, genauso wie der andere Ex-Bonner Alex King:


Mittwoch, 19.30 Uhr: ratiopharm ulm – ASVEL Villeurbanne (FRA)

Mit NBA-Star Tony Parker als Hauptaktionär im Rücken plant ASVEL Lyon-Villeurbanne schon seit längerem den Angriff auf Europas Spitze. Aber so richtig kommt das Projekt nicht ins Rollen, wobei vor allem der Bau der dafür notwendigen Großarena sehr zum Missfallen von Parker nicht in Gang kommt. Auch sportlich liest sich die jüngste Geschichte des Clubs aus der Doppelstadt Lyon-Villeurbanne als eine Serie von Rückschlägen. Nachdem 2012 sogar die französischen Playoffs verpasst wurden, spielte ASVEL in der letzten Saison erstmals seit Jahrzehnten gar nicht europäisch.

In dieser Saison kehrt Trainer Pierre Vincent aber als Dritter der letztjährigen französischen Playoffs in den Eurocup zurück und ASVEL wird mit einem konsolidierten Team auch in Frankreich wieder zum engeren Favoritenkreis gezählt. Zum Saisonauftakt gab es aber mit Niederlagen gegen den Vizemeister Strasbourg (82:86) und beim Außenseiter Pau-Orthez (77:89 nach Verlängerung) gleich zwei herbe Enttäuschungen, die vor allem in Pau von schwachen Wurfquoten geprägt waren. Einzig Ex-Nationalspieler Edwin Jackson (23 Punkte gegen Strasbourg und 25 in Pau) hat sein Visier offenbar schon korrekt eingerichtet.

ASVEL Villeurbanne im Stenogramm

Guards: Chris Wright (23, 185, USA), Edwin Jackson (24, 190, FRA), Paccelis Morlende (32, 188, FRA), Artur Rozenfeld (18, 178, FRA).

Forwards: Marko Keselj (25, 206, SRB), Amara Sy (32, 204, FRA), Travis Leslie (23, 193, USA), Thomas Larrouquis (28, 198, FRA).

Center: Uche Nsonwu (35, 208, NGR), Georgi Joseph (30, 198, US/FRA), Alexandre Chassang (18, 204, Stanislas Heili (20, 213, FRA).

Headcoach: Pierre Vincent (FRAU, dritte Saison in Villeurbanne),


Mittwoch, 20.00 Uhr: EWE Baskets Oldenburg – Dinamo Sassari (ITA)

Die Oldenburger bekommen es zum Auftakt gleich mit einem Emporkömmling zu tun, der in Italien schon in der letzten Saison als Zweiter der Punktrunde für viel Aufsehen sorgte. Nachdem Trainer Romeo Sacchetti im Sommer nicht nur die bärenstarken von vielen Konkurrenten gejagten US-Cousins Drake und Travis Diener halten konnte, sondern sein Team um drei richtig teure US-Stars (Marques Green, Omar Thomas, Linton Johnson) noch weiter verstärkt hat, sehen die italienischen Experten in dieser Saison in den neureichen Sardiniern den schärfsten Konkurrenten von Mailand im Kampf um den Titel.

Auf dem Parkett begann die Saison für Sassari aber mit einem 88:98 in Bologna. 18 Ballverluste verdeutlichten dabei, dass im dem neu zusammengestellten Team noch längst nicht alles zusammenpasst. Vor allem Marques Green enttäuschte mit fünf Turnovern und nur zwei Zählern und auch der Ex-Trierer Caleb Green agierte unglücklich und sah nach frühen Fouls nicht viel Spielzeit. Als Topscorer glänzten bezeichnenderweise mit Drake Diener (20) und Trainersohn Brian Sacchetti (16) zwei alteingesessene Akteure. US-Forward Omar Thomas kam ebenfalls auf 16 Zähler und war damit der beste Neuzugang.

Dinamo Sassari im Stenogramm

Guards: Travis Diener (31, 185, US/ITA), Drake Diener (31, 196, USA), Marques Green (31, 165, US/MAZ), Juan Fernandez (23, 193, ARG/ITA).

Forwards: Omar Thomas (31, 195, USA), Caleb Green (28, 203), Brian Sacchetti (27, 200, ITA), Manuel Vanuzzo (38, 203), Giacomo Devecchi (28, 196, ITA).

Center: Linton Johnson (33, 203, USA), Amedeo Tessitori (19, 208, ITA).

Headcoach: Romeo Sacchetti (ITA, fünfte Saison in Sassari).


Mittwoch, 20.30 Uhr: FoxTown Cantu – Artland Dragons

Die Artland Dragons starten auswärts in den Eurocup, wo sie in der 4.000 Zuschauer fassenden Mapooro Arena von Cantu aber keineswegs chancenlos sein müssen. Der Vierte der letzten Saison in Italien, der in den letzten beiden Jahren in der Euroleague startete, muss nach finanziellen Einbußen den Gürtel nämlich in dieser Saison deutlich enger schnallen. Nicht nur Erfolgstrainer Andrea Trinchieri hat dem Club deshalb den Rücken zugekehrt, sondern auch wichtige Leistungsträger wie Center Alex Tyus, Spielmacher Jonathan Tabu oder Nationalspieler Stefano Mancinelli.

Umso mehr wird der neue Trainer Stefano Sacripanti auf die verbliebenen Stars Joe Ragland, Pietro Aradori und Marten Leunen setzen. Am ersten Spieltag der italienischen Liga klappte das beim 87:77 über den Außenseiter Pistoia schon einmal gut, obwohl Nationalcenter Marco Cusin mit einer Knöchelverletzung pausieren musste. Spielmacher Joe Ragland war mit 25 Punkten und sieben Assists nicht zu stoppen. Neben Nationalspieler Pietro Aradori (15) überraschte vor allem Neuzugang Michael Jenkins. Der ehemalige Tübinger markierte 19 Zähler bei nur zwei Fehlwürfen.

FoxTown Cantu im Stenogramm

Guards: Joe Ragland (23, 182, USA), Michael Jenkins (27, 191), Stefano Gentile (24, 191, ITA), Roberto Rullo (23, 192, ITA).

Forwards: Pietro Aradori (24, 194, ITA), Marten Leunen (28, 206, USA), Marcel Jones (28, 203, US/NZL), Awudu Abass (20, 198, ITA),

Center: Adrian Uter (28, 200, US/JAM), Marco Cusin (28, 211, ITA).

Headcoach: Stefano Sacripanti (ITA, neu in Cantu).

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