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BIG - Basketball in Deutschland
Berlins Schnellschütze David Logan im BIG-Interview: „Musste mich entscheiden: Bei den Miami Heat...

Berlins Schnellschütze David Logan im BIG-Interview: „Musste mich entscheiden: Bei den Miami Heat...

Mit Berlins David Logan muss die Liga-Konkurrenz rechnen. Der US-Guard könnte einer der Stars in der Beko BBL werden. Einmal in Fahrt, ist der Shooter kaum zu stoppen. Er lässt Schweres leicht aussehen und soll das junge Team aus der Hauptstadt führen. BIG sprach mit ihm über den langen Weg zu Europas Top-Klubs, seine Rolle in Berlin und sein liebstes Sandwich:

Mr. Logan, Sie haben gesagt, es war die härteste Vorbereitung, die Sie in Ihrer Karriere je erlebt haben …

Es war schon sehr hart, verglichen mit dem letzten Jahr bei Maccabi Tel Aviv. Da ging es mehr um Basketball, mehr als um alles andere. Aber ich wusste, was mich erwartet, als ich hierherkam. Ich hatte mit Coach Obradovic einige Gespräche im Vorfeld.

Kann man die beiden Obradovics vergleichen. Zeljko, der Ihr Trainer bei Panathinaikos war, und nun Sasa?

Es gibt Ähnlichkeiten, einen ähnlichen Stil. Sie stammen beide aus Serbien, haben beide einen ähnlichen Ansatz des Coachings. Sasa Obradovic will jeden Tag dazulernen, sein Coaching verbessern. Und das tut er auch. Ich habe das erste Mal mit ihm gesprochen, als er noch in der Ukraine tätig war. Seitdem ist er definitiv ein besserer Coach geworden. Man kann in jedem Fall sagen, dass es bei den beiden Obradovics Parallelen gibt.

Auch was die emotionale Seite betrifft?

Oh ja, beide ähneln sich im Coaching und eigentlich in allem. Beide nutzen bestimmte Ausdrücke und werden auch manchmal laut, um ihren Standpunkt klarzumachen. Wenn es funktioniert, ist es okay.

Sasa Obradovic äußerte neulich, diese emotionalen Ausbrüche seien quasi nur für ihn, die Spieler sollten gar nicht darauf achten. Wie geht das?

Ich bin das gewöhnt. Ich habe ja bereits unter einem Serben, Zeljko Obradovic, gespielt. Sasa Obradovic lässt nun mal alles raus, um erfolgreich zu sein. Es geht nicht darum, die Spieler runterzumachen. Das ist okay.

Wie gewöhnungsbedürftig ist dieser Stil?

Hätte ich als Rookie so einen, also einen serbischen Trainer gehabt, wäre das garantiert ein Schock für mich gewesen, gerade wenn man die Atmosphäre vom College gewöhnt ist. Es kommt immer darauf an, wie man damit umgeht.

Sie kamen von Indianapolis, einem College der zweiten Division, zu Pallacanestro Pavia, einem italienischen Zweitligisten. Ein harter Weg …

Das kann man sagen! Ich musste mich zunächst im College beweisen, dann in den NBA-Camps und der Summer League. Ich war glücklich, meinen ersten Vertrag in Italien zu bekommen. Es war eine kleinere Liga, aber ich habe gutes Geld verdient. Ich war glücklich.

Aber Sie dachten anfangs nicht daran, in Europa in der zweiten Liga Italiens zu spielen?

Das war eine gute Story. Ich spielte in der Summer League und Miami lud mich zu einem kleinen Workout ein. Sie sagten, sie würden sich bei der Besetzung des dritten Point Guards zwischen mir und einem anderen Spieler entscheiden. Mein Agent sagte, es gehe darum, eine Entscheidung zu treffen: Entweder in Miami bleiben und um den Platz kämpfen oder nach Detroit fliegen und das Visum für Italien besorgen. Mir blieben zwei Tage für die Entscheidung. Ich entschied mich, zu gehen. Der andere Typ war etwas älter, hatte etwas NBA-Erfahrung. Ich dachte mir: Geh und nimm das Geld in Italien. Ich hatte für Zweitliga-Verhältnisse ein gutes Angebot und dachte: Vergiss die Heat, geh nach Italien. Der andere Typ, Gerald Fitch, bekam den Job bei den Heat und nach einem halben Jahr war er wieder draußen.

Ihr Weg führte von Italien über Polen bis hin zu Top-Teams wie Tau Vitoria, Panathinaikos Athen und Maccabi Tel Aviv. Macht Sie das stolz, diesen weiten Weg gekommen zu sein?

Auf jeden Fall. Es war ein guter Weg. Ich würde keine Entscheidung, keinen Wechsel zu einem Verein im Nachhinein ändern wollen. Ich schätze, was ich gelernt habe und was die Trainer mir mitgegeben haben.

Hatte die Tatsache, dass Sie bei Alba eine Führungsrolle übernehmen können, Einfluss auf Ihre Entscheidung, nach Berlin zu kommen?

Absolut. Das habe ich auch mit dem Coach besprochen und er sagte mir,  dass das ein Teil meiner Rolle wäre. Ich wollte das. Es haben sich auch andere Klubs gemeldet, die mir mehr Geld geboten haben.

Welche?

Budivelnyk aus der Ukraine, St. Petersburg und noch ein paar weitere Teams. Ich habe bei der Entscheidung aber auch an meine Familie gedacht, und bisher ist alles gut.

Und hier können Sie mit den jungen Spielern im Team so etwas wie Erfahrung als Trainer sammeln. Akeem Vargas sagte, Sie hängen sich da sehr rein.

Das versuche ich. Ich rede viel mit ihm und auch mit Bar Timor. Er hat eine Menge Talent. Ich will ihm helfen, sich weiterzuentwickeln und besser zu werden.

Von wem haben Sie gelernt?

Viele wichtige Erfahrungen machst du in den Spielen. Bei Panathinaikos habe ich viel von Dimitrios Diamantidis gelernt. Er ist ein großer Spieler und Anführer. Er hat nie einen Mitspieler scharf oder laut kritisiert, wenn er einen Fehler gemacht hatte. Diamantidis nahm die Schuld auf sich und machte einfach weiter.

Was fühlt sich besser an: Ein perfekter Dreier von außen oder eine Situation, in der Sie wie zum Beispiel im Supercup gegen Bamberg in der letzten Szene zum Korb ziehen (siehe Video, die Redaktion)?

Es ist ganz klar der Dreier. Ich werfe lieber von außen. Aber wenn das nicht geht, muss ich andere Wege finden. Ganz klar. Der Hang zum Dreier kommt auch von der Art meines Spiels. In den ersten Jahren in Europa ging es für mich nur um Dreier. Ich musste aber Wege finden, mein Spiel besser und breiter zu machen, um dem Team zu helfen.

Haben Sie gemerkt, wie gut es allen in der O2 World getan hat, dass Bamberg im Supercup geschlagen wurde?

Das kann man sagen. Ich weiß um die Rivalität zu Bamberg. Auch wenn es kein Meisterschaftsspiel war, wollten wir den Fans zeigen, dass wir es ernst nehmen und wir mit dem nötigen Respekt ins Spiel gehen. Das war ein Sieg für die Fans.

Wie wird der deutsche Basketball in Europa gesehen? Man sagt, die Beko BBL wird attraktiver und entwickelt sich gut. Sehen Sie, sieht der Rest Europas das auch so?

Absolut. Die Beko BBL war aber auch schon eine gute Liga, als ich noch in Polen spielte. Wir hatten Oldenburg als Gegner in unserer Euroleague-Gruppe und sie konnten uns in unserer Halle besiegen. Ich habe auch mit Panathinaikos in Bamberg verloren. Der deutsche Basketball ist auf dem aufsteigenden Ast. Es sollte eine gute Bundesliga-Saison werden, es gibt viele starke Mannschaften, und auch die kleinen Teams verlangen dir immer alles ab. Es gibt keine leichten Spiele, schon gar nicht auswärts.

Sie hatten nie ernsthaft schwere Verletzungen, richtig?

Nein, nichts. Nichts an meinen Knien und auch sonst nichts. Nur kleinere Sachen. Ich kann mich kaum daran erinnern, ein Spiel in Europa verpasst zu haben. Ich glaube, das war nur einmal der Fall – wegen einer Erkältung.

Und nach dem Basketball?

Ich habe zwei Ideen im Kopf. Die eine ist, zurück an mein altes College zu gehen und Trainer zu werden. Mein alter Co-Trainer am College in Indianapolis ist mittlerweile der Chefcoach. Er macht einen guten Job. Ich hoffe, er behält ihn noch eine Weile. Dann könnte ich sein Assistent werden. Die andere Idee ist, ein paar Subway-Filialen aufzumachen. Ich habe da ein paar gute Kontakte in den USA. Die Leute können mir sagen, worauf es ankommt, was bei so einem Geschäft wichtig ist.

Ihr Lieblings-Sub?

Ich denke, das Italian BMT.

Mit vielen Soßen?

(lacht) Nicht so viel. Aber ich bin schon dreimal die Woche bei Subway. Es gibt einen Laden gleich bei mir um die Ecke. Die Mitarbeiter da kennen mich bereits. Ich habe auch eine Bonuskarte. Das muss sein.


Das komplette Interview könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

- Interview: Bundestrainer Frank Menz über die EM und die Zukunft des Nationalteams
- Heiko Schaffartzik: Wie viel Einfluss darf ein Spieler nehmen?
- Johannes Lischka: Seine Abrechnung mit dem Bundestrainer
- Interview: Bambergs Headcoach Chris Fleming über seine "Big Three"
- Walter Simon: MBC-Profi zwischen Basketball und Studium
- Richie Williams: Der RASTA-Aufbau ist der effektivste Profi der Beko BBL
- Hagens Bernd Kruel: Der Storch auf Abschiedstournee
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