FB Twitter Instagram YouTube Google+
Bonns Kyle Weems im Playoff-Interview: „Es müssen eben auch mal 45 Minuten sein“

Bonns Kyle Weems im Playoff-Interview: „Es müssen eben auch mal 45 Minuten sein“

Die Playoffs sind die spannendste Zeit des Jahres. Zum 15. Mal in 17 Erstligajahren stehen die Telekom Baskets Bonn in der Meisterschaftsrunde, in der es aktuell gegen die EWE Baskets Oldenburg geht. Nach der 66:78-Niederlage im ersten Viertelfinale sieht Bonns Combo-Forward Kyle Weems aber noch alle Chancen für sein Team:

Ein kurzer Blick zurück: Was sind aus deiner Sicht die Knackpunkte für die Niederlage gewesen?
Zuerst muss ich sagen, dass wir wirklich bis zum Ende gekämpft und uns nie aufgegeben haben. Ich denke, dass wir ihnen durch einige unnötige Turnover ein paar zusätzliche Ballbesitze zu viel gestattet haben. Das hat in wichtigen Phasen leider dazu geführt, dass sie sich mit einigen „Big Shots“ ein wenig absetzen konnten. Besonders weh hat uns getan, dass sie nach einigen Offensiv-Rebound Dreier getroffen haben. Wir wissen, was wir korrigieren müssen, um am Ende des zweiten Spiels als Sieger vom Feld zu gehen.

Es wurde viel darüber gesprochen, dass die Mannschaften sich durch die fünf bisherigen Saison-Duelle sehr gut kennen. Siehst du das als Vorteil oder Nachteil an?
Ein bisschen was von beidem. Einerseits wissen wir eine ganze Menge über ihr Team, auf der anderen Seite haben auch sie viel Zeit damit verbracht uns zu analysieren. Ich persönlich sehe es so, dass es dir immer einen Vorteil verschafft, wenn du oft gegen jemanden gespielt hast - du musst es aber auch entsprechend auf dem Feld umgesetzt bekommen.

Wenn so viel vom Gegner bekannt ist …
… geht es schlichtweg darum, wer den Sieg mehr will und mehr Kraft hat, alles dafür zu investieren. Wir wissen, dass sie eine etwas tiefere Bank haben als wir, aber die Jungs machen trotz der Ausfälle hier einen tollen Job und kommen mit ihren veränderten Rollen immer besser zurecht. Fabian Thülig kommt beispielsweise gegen München aufs Feld und versenkt am Ende einen vorentscheidenden Dreier - und wir alle glauben daran, dass er auch in Zukunft wichtige Würfe für uns treffen kann.

Es geht also nicht so sehr um die berühmten „X‘s“ und „O‘s“ auf dem Taktikbrett?
Nein. Es geht um die Bereitschaft, 40 Minuten lang Vollgas zu geben und mehr zu investieren als der Gegner. Sollte es wie gegen München in eine Verlängerung gehen, dann müssen es eben auch mal 45 Minuten sein. Es gilt das Spiel gemeinsam durchzustehen und immer an einem Strang zu ziehen.


Du hast bereits die verkürzte Rotation angesprochen. Wie wichtig ist es diesbezüglich, das Tempo des Spiels zu kontrollieren?
Das ist enorm wichtig, keine Frage. Wir haben es hier mit einem Team zu tun, das in der Transition zwar nicht bedingungslos Gas gibt, aber nach einem Rebound oder gegnerischen Ballverlust sehr schnell nach vorne geht und so Druck macht. Sie versuchen davon zu profitieren, dass sich die Verteidigung erst orientieren muss, wodurch sich offene Würfe ergeben. Gleichzeitig ist genau das aber auch ein gutes Mittel, um sie auf dem falschen Fuß zu erwischen. Es geht für uns darum, klug zu entscheiden, wann wir das Tempo anziehen oder lieber im Setplay unsere Optionen suchen. Wir haben personell alles, was es für diese Mischung braucht.

Wo siehst du positionsbezogen Vorteile für Bonn?
Unabhängig davon, gegen wen wir spielen, haben wir meiner Meinung nach in Brettnähe immer einiges zu bieten, das uns hilft. Chris Ensminger, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Jamel McLean spielen alle unterschiedlich, sind aber sehr wertvoll für uns und können aus dem Lowpost heraus agieren, ziehen dort Fouls und erarbeiten uns so Bonus-Punkte an der Freiwurflinie. Das gibt uns zusätzlich die Möglichkeit, uns kurz zu erholen und durchzuatmen, während die Uhr angehalten wird. Nicht nur sie selbst strahlen Gefahr aus, auch die kleineren Spieler auf dem Flügel bekommen freie Würfe, wenn die Verteidigung absinken muss. Das macht es für uns umso wichtiger, sie immer wieder zu suchen und ins Spiel zu bringen. Unsere Playoff-Serie macht es dadurch nochmals spannender, da ich jetzt mehr auf den Flügel ausweichen muss und wir fast nur noch Matchups haben, die von der Körperlänge her sehr ausgeglichen sind. Dru Joyce ist ein guter Point Guard, aber wir haben mit Jared Jordan den besten Einser der Liga, der es unheimlich gut versteht, seine Mitspieler entweder direkt zu finden oder über eine weitere Passstation aus dem System heraus gute Würfe initiiert.

Du hast das Jahr über viel auf der Vier gespielt, bist jetzt aber mehr auf die Drei gerückt. Wie sehr hast du dein Spiel deswegen umstellen müssen?
Coach Koch und Jared nehmen mich mehr in die Pflicht. Dem versuche ich nachzukommen. Gegen andere Flügelspieler habe ich im Rebound einen Vorteil und muss versuchen, damit unsere lange Garde zu unterstützen. Von außen ist die Sicht auf die Arbeit am Zonenrand anders, und es wird einem nochmals richtig bewusst, dass es da unten richtig zur Sache geht. Ich muss viel aggressiver spielen und auch im Angriff durch meine Drives Druck auf die Verteidigung machen oder dadurch Optionen für die anderen schaffen. Das ist eine Herausforderung, die ich gerne annehme und auf die ich gut vorbereitet bin. Während des vergangenen Monats habe ich zusätzliche Ausdauer-Einheiten geschoben, um mich für die Playoffs fit zu machen. Im März hatte ich zwischendurch ein richtiges „Rookie-Loch“, aus dem ich jetzt aber wieder raus bin.

Telekombasketball.de

Alle Spiele LIVE und in HD!

easyCredit Telekom TipBet Spalding Ranko Kinder plus Sport