FB Twitter Instagram YouTube Google+
Europa: Meisterschampus für Lou Campbell, Karl-Heinz und den Schlachter-Markus?

Europa: Meisterschampus für Lou Campbell, Karl-Heinz und den Schlachter-Markus?

Nicht nur in der Beko BBL, sondern auch in den anderen großen europäischen Ligen halten derzeit die Playoffs die Fans in Atem. Ganz besonders in Frankreich, wo das in den letzten Jahren in einem Endspiel entschiedene Finale endlich wieder einer richtigen Playoff-Serie gewichen ist. Dabei bahnt sich ein großes Basketballmärchen an, denn das Überraschungsteam Nanterre führt gegen SIG Strasbourg mit 2:1 und kann schon am Samstag mit einem Heimsieg zum ersten Mal Meister werden.
Erst vor zwei Jahren aufgestiegen, dümpelte der Außenseiter mit dem zweitniedrigsten Budget der Liga (2,7 Millionen) in dieser Saison mehr oder wenig unauffällig im Mittelfeld der Liga herum und feierte schon das glückliche Erreichen der Playoffs als Achter (über einen Vierervergleich) wie einen Titelgewinn. Das war aber erst der Anfang für die Mannschaft um die beiden Ex-Göttinger Trent Meacham und Chris Oliver (fällt mit einer Knöchelverletzung für den Rest der Saison aus), denn das Team aus der Pariser Vorstadt schaltete sensationell im Viertelfinale den Punktrundensieger Gravelines und im Halbfinale den Titelverteidiger Chalon aus.

Im Finale verlor Nanterre zwar die Auftaktpartie in Strasbourg (um den letztjährigen Tübinger Louis Campbell, davor auch schon in Oldenburg, Bremerhaven und Gießen aktiv) klar 55:89, schlug aber nur zwei Tage später – ebenfalls in Strasbourg – mit 84:79 zurück. Hier die Zusammenfassung des Spiels, das in Campbell (20 Punkte und 4 Assists) und Meacham (26 Punkte, 6/9 Dreier und 4 Assists) seine Topscorer hatte:


Für die folgenden zwei Heimspiele musste Nanterre auf Druck der Liga aus seiner nicht TV-gerechten Turnhalle in die 3.800 Zuschauer fassende Halle des Stadtrivalen Levallois umziehen, die aber innerhalb weniger Stunden ausverkauft war. Angesichts von über 10.000 Anfragen könnte Nanterre wahrscheinlich jetzt sogar den Sportpalast von Paris-Bercy füllen, denn dem frechen Außenseiter fliegen die Herzen der von Spitzenbasketball nicht gerade verwöhnten Pariser zu. Zumindest Trent Meacham fühlte sich zumindest in Spiel drei in Levallois pudelwohl, was kein Wunder ist, denn in der letzten Saison spielte er für Paris-Leavallois. Mit 13 Punkten durch Meacham (Campbell kam nur auf neun) gewann Nanterre auch Spiel drei 70:60.

Italien: Marcus Slaughter im spanischen Finale, Kyle Hines im griechischen


Keine Überraschungen gibt es unterdessen in Spanien und Griechenland. In Spanien läuft alles auf ein erneutes Duell der Erzrivalen Real Madrid und FC Barcelona hinaus. Während die Madrilenen um den Ex-Bamberger Marcus Slaughter nach einem 3:0 über Zaragoza bereits im Finale stehen, fehlt den Katalanen (mit dem Ex-Bremerhavener Judson Wallace) beim Stand von 2:0 noch ein Sieg über Gran Canaria (Spiel drei dort am heutigen Mittwoch Abend). In Griechenland haben sich ebenfalls die beiden alten Rivalen Panathinaikos (3:0 über Panionios) und Olympiakos (3:0 über Rethymno) für das Finale qualifiziert. Kyle Hines kann es sicher kaum erwarten, es auch dort so krachen zu lassen wie im Halbfinale:


Auch in der Türkei und in Italien können ehemalige Bundesligaspieler vom Titelgewinn träumen. In der Türkei stehen sich der Ex-Bamberger Boniface N’Dong (mit Galatasaray Istanbul) und der Ex-Berliner Kenan Bajramovic (mit Banvit Bandirma) in der heute beginnenden Finalserie gegenüber. In Italien ist die Finalpaarung noch offen. Zwischen Rom (mit Bryan Bailey) und Cantu (mit Marko Scekic) steht es nach sechs Spielen 3:3, im anderen Halbfinale führt Titelverteidiger Siena gegen Varese mit 3:2 (Spiel sechs heute Abend). Siena lebt auch in dieser Serie von den spektakulären Offensivkünsten des letztjährigen Beko BBL-Topscorers Bobby Brown (27 Punkte in Spiel 4 und 25 in Spiel 5). Aber auf Seiten von Varese versteht es auch der Ex-Kölner Janar Talts, Highlights zu setzen:


Chad Prewitt Georgischer Meister mit der Polizeischule

In den meisten kleineren europäischen Ligen ist die Saison bereits zu Ende – in Tschechien sogar früher als erwartet, denn der vom Verletzungspech gebeutelte Finalist BC Prostejov warf in der Serie best-of-7 gegen den Serienmeister Nymburk beim Stand von 0:3 das Handtuch und gab vorzeitig auf. Durchgehalten hat unterdessen der Ex-Quakenbrücker Chad Prewitt, der in Georgien mit dem Team der Polizei-Akademie Meister wurde. Zwar erwischte der Rotschopf im entscheidenden fünften Spiel mit null von fünf Dreiern und fünf Fouls nicht seinen besten Tag, aber die anderen „Polizisten“ machten den 76:71-Sieg bei Olimpi Tiflis trotzdem klar.

Auch andere ehemalige Bundesligaspieler haben ihre Meisterfeier bereits hinter sich: In Rumänien verteidigte Ploiesti mit dem Ex-Hagener Catalin Burlacu und dem Ex-Paderborner Alhaji Mohammed (38 Punkte im sechsten, 83:76 gewonnenen Finalspiel) seinen Meistertitel mit 4:2 gegen Targu Mures. In Finnland verteidigten die Nilon Bisons aus Loima (mit dem Ex-Bremerhavener Jeb Ivey und dem früheren Frankfurter Kimmo Muurinen) ihren Meistertitel mit einem 3:2 über Kotka.


In Estland überrollte Kalev/Cramo Tallinn (mit dem Ex-Bremerhavener Frank Elegar) im Finale Tartu mit 4:0, und in Bosnien-Herzegowina setzte sich Igokea Alaksandrovac (mit dem einstigen Braunschweiger Branko Jorovic) die Krone mit einem 3:2 über Siroki Brijeg auf.


Polen: Oliver Stevic mit Zielona Gora in die Europaliga

Für frischen Wind in Polen sorgt Stelmet Zielona Gora (Grünberg), das sich im Finale gegen den schlesischen Rivalen Turow Zgorzelec mit 4:0 keine Blöße gab und zum ersten Mal Meister wurde. Drittbester Scorer und bester Rebounder des neuen Meisters ist der frühere Oldenburger Center Oliver Stevic, der sich jetzt mit seinen Teamkollegen auf die Euroleague-Teilnahme freut. Nicht mehr dabei sein wird aber wohl Walter Hodge. Zielona Goras überragender US-Spielmacher hängt laut spanischen Pressemeldungen schon an der Angel von Laboral Kutxa Vitoria und wird deshalb in der nächsten Saison nicht mehr Oliver Stevic, sondern Tibor Pleiß mit seinen genialen Anspielen bedienen. Hier die Zusammenfassung des vierten Finalspiels.

easyCredit Telekom TipBet Spalding Ranko Kinder plus Sport