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EWE Baskets Oldenburg – Telekom Baskets Bonn: Die Unsichtbaren gegen die Dezimierten

EWE Baskets Oldenburg – Telekom Baskets Bonn: Die Unsichtbaren gegen die Dezimierten

Wir beleuchten zum Start der Playoffs die vier Viertelfinalserien. Diesmal Oldenburg gegen Bonn. Die EWE Baskets sind trotz überragender Saison beim Thema Titelkandidaten in der Öffentlichkeit derart unter dem Radar gelaufen, dass es schon unheimlich war. Bei den Telekom Baskets herrscht große Freude über das Erreichen der Playoffs, alles Weitere ist Zugabe. Aber weil mit so einer Einstellung auch locker aufgespielt werden kann, muss die Serie zwischen dem Zweiten und dem Siebten der Hauptrunde kein Selbstläufer für Oldenburg werden.

Depth-Chart der Rotationsspieler (Oldenburg/Bonn:

Point Guard: Dru Joyce, Mustafa Abdul-Hamid, Kevin Smit
Shooting Guard: Chris Kramer, Julius Jenkins, Dominik Bahiense de Mello
Small Forward: Rickey Paulding
Power Forward: Ronald Burrell, Konrad Wysocki
Center: Adam Chubb, Robin Smeulders, Jannik Freese
*Einer der sieben ausländischen Profis muss immer aussetzen, in der Regel war das bisher Abdul-Hamid

Point Guard: Jared Jordan
Shooting Guard: Benas Veikalas, David McCray
Small Forward: Kyle Weems, Fabian Thülig
Power Forward: Jamel McLean
Center: Chris Ensminger, Jonas Wohlfarth-Bottermann


Die Saison der beiden Klubs:

EWE Baskets Oldenburg: In der regulären Saison nicht einmal zwei Spiele in Serie verloren. Jeweils zwei Siege gegen München, Berlin und Artland. Zweiter Platz nach der regulären Saison. Sebastian Machowski als Trainer des Jahres geehrt. In der EuroChallenge ins Final Four gekommen. Abgesehen von der Derby-Niederlage gegen die Artland Dragons, welche die Teilnahme am Pokalwochenende kostete, hat der Meister von 2009 bis jetzt eine nahezu perfekte Saison gespielt und ist nach einen Jahr ohne Playoffs wieder zurück im Titelrennen. Schade nur, dass die Basketball-Gemeinde die Donnervögel nicht als ernsthaften Anwärter auf die Meisterschaft wahrnimmt.

Telekom Baskets Bonn: Von Anfang an war das Erreichen der Postseason das offizielle Ziel. Es gab große Siege: unter anderem zwei Mal gegen Ulm, gegen Bamberg und auch Oldenburg wurde im Hinspiel eine 90:57-Packung mit auf den Heimweg gegeben. Zwischendurch wurden Patrick Ewing Junior und Topscorer Robert Vaden aussortiert und am letzten Spieltag der Einzug in die Playoffs mittels eines grandiosen Overtime-Sieges gegen die Bayern eingetütet. Während Teams wie Würzburg, Bremerhaven, Bayreuth und Braunschweig dieses zu Saisonbeginn ausgegebene Ziel verpassten, ist in Bonn alles Weitere jetzt Zugabe.

Die bisherigen Duelle in dieser Saison:

23.09.2012 - Testspiel beim Maritim-Cup in Bonn: 101:95 für Bonn
03.11.2012 – Hinspiel in Bonn (Video unten):
23.01.2013 - EuroChallenge in Bonn: 82:65 für Oldenburg
10.02.2013 - EuroChallenge in Oldenburg: 92:88 für Bonn
20.04.2013 - Rückspiel in Oldenburg:


Duell im Fokus: Dru Joyce und Jared Jordan

Dass zwei klassische Floor Generals, die erst auf den Pass und dann auf den eigenen Abschluss schauen, in einer Serie aufeinandertreffen, ist heute eher die Ausnahme … schließlich sind im modernen Basketball eher Scorer und Slasher die Regel auf der Eins. Deshalb wirkt das Duell zwischen Dru Joyce (3,9 APG) und Jared Jordan (8,0) irgendwie aus der Zeit gefallen, aber gleichzeitig auch zeitlos schön. Zwei Aufbauspieler, die sich vorne in erster Linie drum kümmern, dass die Offense rund läuft und heiße Hände gefüttert werden, können nur gut für die Attraktivität des Spiels sein. Gleichzeitig wird es ein Schlüssel für Oldenburg sein, mittels Joyces giftiger Defense die Kreise des besten Vorlagengebers der Liga (nach Jordans und seinen 8,0 Assist im Schnitt, kommt an zweiter Stelle Münchens Tyrese Rice mit 4,6) einzuengen.


Wichtigster Spieler der Serie: David McCray

David McCray ist vor der Saison aus Ludwigsburg gekommen und hat eine solide Saison gespielt (7,7 PPG, 45,7 FG%). Seit den Verletzungen von Benas Veikalas und Robert Vaden aber spielt der 26-Jährige groß auf, legte als Topscorer gegen Hagen 23 Punkte und gegen München 21 auf. Wenn Bonn eine Chance gegen Oldenburg haben möchte, wäre der deutsche Combo-Guard der richtige Mann, um die fehlenden Punkte von Vaden zu kompensieren. Zudem wird McCray auch gefragt sein, mit dem früheren MVP Julius Jenkins Oldenburgs besten Scorer von der Bank zu kontrollieren.

Wer in der Crunchtime den Ball haben sollte: Rickey Paulding und Jared Jordan

Rickey Paulding spielt eine fette Saison und darf sich zu Recht Go-to-Guy nennen, aber wenn aus beiden Kadern ein Spieler ausgesucht werden müsste, in dessen Händen man als Trainer den Ball für den eigenen entscheidenden Angriff am liebsten sehen würde, dann ist das Assistkönig Jared Jordan!

Zahlenspiele – die interessante Statistik:

Während Bonn – wie der große Rest der Liga – auch einiges an Ausfällen zu verkraften hatte, hatte Oldenburg in dieser Hinsicht eine gesegnete Saison. Abgesehen von Chris Kramer (25 von 34 Spielen) hat jeder Rotationsspieler des Teams von Machowski mindestens 31 Partien absolviert. Und das trotz Doppelbelastung durch die EuroChallenge. Die EWE Baskets gehen perfekt eingespielt in die Playoffs.

Die Storyline der Serie:

Im letzten Heimspiel der regulären Saison (übrigens gegen Bonn, Video unten) wurde in Oldenburg die neue Arena eingeweiht. Anstatt 3000 peitschen nun 6000 Zuschauer die Oldenburger nach vorne. Was das an zusätzlichem Aufwind geben kann, hat der aktuelle Gegner 2008 erlebt: Bonn weihte damals während der Playoffs den T-Dome ein und surfte auf der daraus entstandenen Euphoriewelle bis in die Finals (Update: kleiner Fehler: der T-Dome wurde erst zumFinale eingeweiht, Dank an den Twitterer Tilolinho für den Hinweis).


Darauf freuen wir uns besonders:

Diese Serie ist ein Stelldichein der ligatreuen Legionäre. Rickey Paulding spielt bereits das sechste Jahr in Oldenburg, Julius Jenkins und Adam Chubb absolvieren gerade jeweils ihre siebte Saison in der Beko BBL und Dru Joyce seine fünfte. Auf der anderen Seite gibt es diesbezüglich nur Chris Ensminger, aber dafür hält Ense-Sense bereits im 14. Jahr seine Knochen in unserer Liga hin.

Was keine Rolle spielen wird:

„Die schon wieder“, lautet die Überschrift auf der Homepage der EWE Baskets bezüglich des Viertelfinales gegen Bonn. Verständlich, denn Oldenburg und Bonn haben diese Saison bereits fünf Mal gegeneinander gespielt. Zwei Ligaspiele, zwei Mal in der EuroChallenge und ein Freundschaftsspiel in der Vorbereitung. Bilanz: 3:2 für Bonn. Aber für die anstehende Serie hat das kaum Relevanz. Das Testspiel aus der Vorbereitung liegt sieben Monate zurück, beim Rückspiel in Oldenburg lief Bonn arg dezimiert auf und beim Europapokal-Sieg der Telekom Baskets waren die Donnervögel bereits für die nächste Runde qualifiziert. Der Erkenntnisgewinn für die folgenden Playoff-Partien hält sich also in Grenzen.

Was die gegnerischen Fans sagen werden:

Da Ense-Sense in Reihen der Gegner steht, wird der Oldenburger Fanblock zwangsläufig irgendwann „Ensminger raus“ anstimmen. Zudem wird es jede Menge hämische Verweise auf die Finals von 2009 geben. Damals hatte Bonn im fünften Finale den Titel als ewiger Zweiter bereits ad acta gelegt, um dann mit zwei Ballverlusten in den letzten Sekunden doch noch zu scheitern und zum fünften Mal Vizemeister zu werden. Diesem schmerzhaften Hier-ist-das-Salz-wo-ist-die-Wunde-Ansatz können die Bonner Anhänger nichts Adäquates entgegensetzen, weswegen sie sich eher aufs Unterstützen des eigenen Teams konzentrieren könnten … und das sollte den Bonner Choreo-Experten ein Leichtes sein:


Der kranke Link:

Die Niederlage der Telekom Baskets von 2009 mit dem Fehlpass von Johannes Strasser und dem Steal von Je’Kel Foster war aus Bonner Sicht an Schmerz nicht mehr zu überbieten. Deshalb diesmal in dieser Rubrik auch keine Anleihe aus Musik- oder Filmgeschichte, sondern ein Video zur Sache. Im Jahr zuvor im Finale an Berlin gescheitert, in der Folge auch das Pokalfinale gegen die Albatrosse verloren, dann endlich Berlin aus den Playoffs geworfen, um aufgrund eines Blackouts in der Crunchtime des fünften Finales doch wieder nur als Zweiter über die Ziellinie zu gehen. Bewegte Bilder davon würden zu viele post-traumatische Stressreaktionen in der früheren Hauptstadt hervorrufen, deshalb nur ein Radiomitschnitt mit Fotos einiger trauriger Menschen in magenta:


Aktueller Aggregatzustand:

Oldenburg hat vergangenes Wochenende das Final Four der EuroChallenge im türkischen Izmir gespielt, aber die Belastung spielt am kommenden Wochenende keine Rolle mehr. In der Liga gab es aus den letzten zehn Spielen acht Siege. Alle Spieler sind soweit am Start. Das sieht bei Bonn ganz anders aus: Robert Vaden wurde entlassen und Andrei Mangold ist verletzt, zuletzt gab es eine Bilanz von 5-5. Dennoch herrscht Euphorie bei den Telekom Baskets, da im letzten Saisonspiel durch den Overtime-Sieg gegen die Bayern die Playoffs gesichert wurden.

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