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Final Four der EuroChallenge: Oldenburg muss am Freitag in der „Kaf-Kaf“-Hölle von Izmir gewinnen

Final Four der EuroChallenge: Oldenburg muss am Freitag in der „Kaf-Kaf“-Hölle von Izmir gewinnen

An diesem Wochenende greifen die EWE Baskets Oldenburg nach ihrem ersten internationalen Titel und eifern dabei der BG Göttingen nach, die die EuroChallenge vor drei Jahren gewann. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: Während die Göttinger damals die entscheidenden Spiele in ihrer heimischen Lokhalle spielten, bestreiten die Oldenburger das Final Four der EuroChallenge fernab der Heimat in Izmir (Türkei). Gleich im Halbfinale am Freitag wird das Team von Trainer Sebastian Machowski dieses nicht zu unterschätzende Handicap spüren, denn die Oldenburger treffen dort auf den Gastgeber Pinar Karsiyaka Izmir.

Das Final Four in bewegten Bildern:

Fr, 16.30 Uhr: BCM Gravelines – Krasnye Krylia Samara
Fr, 19.00 Uhr: Karsiyaka Izmir – EWE Baskets Oldenburg
So, 15.30 Uhr: Spiel um Platz 3
So, 18.00 Uhr: Finale

Auf FIBA-TV wird es kostenpflichtige Livestreams geben, über eine Übertragung im deutschen Fernsehen ist noch nicht abschließend entschieden worden.

Die Oldenburger erwartet die „Kaf-Kaf“-Hölle von Izmir


Auf dem Papier vom Personal her kaum stärker als die anderen Gegner beim Final Four, wird Pinar Karsiyaka dabei von einem „sechsten Mann“ unterstützt, der es in sich hat. Mit im Schnitt 4.500 Zuschauern verzeichneten die Türken in der diesjährigen EuroChallenge nicht nur die meisten Zuschauer. Die Fans in Izmir präsentieren sich auch als stimmgewaltige Truppe, die sich mit einem knackigen Schlachtruf, der sich vortrefflich für Wechselgesänge eignet, in Stimmung bringt: „Kaf-Kaf-Kaf Sin-Sin-Sin Kaf-Sin-Kaf-Sin-Kaf!“ Der Schlachtruf, der sich auf die Abkürzung des Vereinsnamens KSK (Karsiyaka Spor Kulubu) bezieht, ist in der Türkei so geläufig, dass der Club im Fanjargon oft einfach „Kaf-Kaf“ genannt wird.


So ähnlich wird das auch am Freitag in der 5.000 Zuschauer fassenden Karsiyaka Arena von Izmir klingen, wenn die EWE Baskets Oldenburg den Gastgeber herausfordern, der sich mit 2:1 Siegen über Paris-Levallois für das Final Four qualifizierte. Im ersten Spiel entwickelte sich der Heimvorteil aber erst einmal zum Bumerang für die Türken, denn sie fühlten sich angesichts eines 70:61-Vorsprungs vier Minuten vor Schluss schon zu sicher, vernachlässigten ihre größte Stärke, die Defensive, und verloren trotz 25 Punkten und zehn Rebounds von Power Forward Will Thomas das Auftaktspiel noch 74:76 gegen die Franzosen. Mit einer erneut starken Vorstellung unter den Körben (Will Thomas und Center Abdul Aminu waren mit zusammen 21 Treffern bei 26 Würfen in Paris nicht zu stoppen) korrigierte Karsiyaka den Fehler aber im Rückspiel und machte im dritten Spiel mit 85:69 (21:8 im ersten Viertel) kurzen Prozess mit den Franzosen.


Neben dem Innen-Duo Thomas (22+10) und Aminu (10+3) drehten in diesem entscheidenden dritten Spiel auch US-Spielmacher Robert Dixon (22 Punkte und sechs Assists) auf. Damit sind auch schon die drei Topscorer genannt, welche die Oldenburger Verteidigung besonders im Auge haben muss. Komplettiert wird das Ausländer-Quartett durch den erst vor sechs Wochen verpflichteten US-Forward Melvin Sanders und den nach längeren Verletzungsproblemen zuletzt wieder aufsteigende Form zeigenden Shooting Guard Jon Diebler. Türkische Nationalspieler nach Izmir zu locken, ist für Karsiyaka schwer, aber mit Spielmacher Soner Sentürk, dem talentierten Can Mutaf, dem gefährlichen Dreierschützen Evren Büker und dem routinierten Umit Sonkol stehen Trainer Ufuk Sarica einige Akteure zur Verfügung, die immerhin zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft zählen.

Während alle anderen Final-Four-Teilnehmer in den letzten Wochen ein volles Spielprogramm hatten, geht der Gastgeber am Freitag ausgeruht (lies: eingerostet?) an den Start. Das am letzten Wochenende angesetzte Ligaspiel gegen Efes Istanbul wurde abgesagt, damit der Europaligist sich voll auf seine Playoff-Serie gegen Olympiakos Piräus konzentrieren kann. Das am Mittwoch angesetzte Ligaspiel in Edirne hat Karsiyaka selber abgesagt, um sich auf die EuroChallenge vorbereiten zu können. Das letzte Karsiyaka-Pflichtspiel beim Lokalrivalen Aliaga Petkim ist somit schon zwei Wochen her. Karsiyaka bezwang den Tabellenzehnten um den letztjährigen Berliner Center Torin Francis mit 16 Punkten von Will Thomas und 15 durch Robert Dixon 80:75. Jon Diebler setzte mit 18 Punkten (4/8 Dreier) seine aufsteigende Form fort (Highlights auf Youtube)

Pinar Karsiyaka im Stenogramm:
Guards: Robert Dixon (30, 178, USA, 31 mpg, 18 ppg, 5 apg), Soner Sentürk (26, 190, TUR, 16 mpg, 3 ppg, 3 apg), Can Mutaf (22, 196, TUR, 19 mpg, 7 ppg), Serkan Mentese (22, 185, TUR, 11 mpg, 2 ppg).
Forwards: John Diebler (24, 192, USA, 23 mpg, 10 ppg, 1 spg), Melvin Sanders (32, 196, US/GEO, 26 mpg, 6 ppg, 7 rpg, 3 apg), Evren Büker (27, 195, TUR, 22 mpg, 5 ppg), Caner Topaloglu (28, 198, TUR, 17 mpg, 4 ppg),
Center: Will Thomas (26, 204, US/GEO, 28 mpg, 15 ppg, 8 rpg), Abdul Aminu (25, 210, NGR, 24 mpg, 12 ppg, 5 rpg, 1 spg, 1 bpg), Ümit Sonkol (30, 206, TUR, 16 mpg, 7 ppg), Bora Pacun (25, 210, TUR, 10 mpg, 3 ppg).
Headcoach: Ufuk Sarica (40, TUR, erste Saison bei Pinar Karsiyaka).

Das andere Halbfinale: Samara - Gravelines


Im anderen Halbfinale treffen vorher am Freitag zwei Clubs aufeinander, deren Namen man sich wohl merken muss. So pirscht sich Krasnye Krylia Samara in Russland immer näher an die etablierten Topclubs heran. Vor einer Woche hat Krasyne Krylia wie schon im Vorjahr den russischen Pokal gewonnen, was einen achtbaren Erfolg darstellt, auch wenn viele russische Topclubs auf die Teilnahme an diesem in Russland noch neuen Wettbewerb verzichteten. Beim Final Four in Vladivostok bezwang Samara den Gastgeber Spartak Primorje und im 86:80 gewonnenen Finale den Eurocup-Viertelfinalisten Spartak St. Petersburg. MVP des Final Fours wurde Samaras US-Spielmacher Aaron Miles.

Auf dem Weg ins Final Four der EuroChallenge hat Krasnye Krylia noch kein einziges Spiel verloren. Am knappsten schrammten die Russen m Playoff-Viertelfinale an einer Niederlage vorbei, als sie das zweite Spiel der Serie best-of-three bei den Telekom Baskets Bonn mit 95:85 erst in der Verlängerung gewannen. Als Generalprobe für das Final Four von Izmir nutzte Krasnye Krylia am Sonntag das Punktspiel der russischen Liga gegen ZSKA Moskau, in dem der Favorit der EuroChallenge den Favoriten der Eurolegaue an der Wolga hart für seinen glücklichen 68:66-Sieg arbeiten ließ (mit dem die Moskauer schon am vorletzten Spieltag den Gewinn der russischen Meisterschaft perfekt machten):


Krasyne Krylia Samara im Stenogramm:
Guards: Aaron Miles (30, 186, USA, 30 mpg, 9 ppg, 7 apg, 2 spg), DeJuan Collins (36, 188, USA, seit März im Team), Dmitry Kulagin (20, 197, RUS, 17 mpg, 5 ppg), Viktor Zaryazhko (20, 194, RUS, 12 mpg, 3 ppg).
Forwards: Evgeni Kolesnikov (27, 195, RUS, Nationalspieler, 19 mpg, 10 ppg, 1 spg), Chester Simmons (30, 196, USA, 26 mpg, 15 ppg, 1 spg), Omar Thomas (31, 196, USA, 23 mpg, 12 ppg), Lamayn Wilson (32, 203, USA, seit März im Team).
Center: Andre Smith (28, 203, USA, 27 mpg, 14 ppg, 6 rpg), Nikita Balashov (21, 207, RUS, 22 mpg, 9 ppg, 5 rpg), Juri Vasiliev (32, 207, RUS, 19 mpg, 5 ppg, 1 bpg), Anton Pushkov (24, 208, RUS, 13 mpg, 5 ppg).
Headcoach: Sergej Bazarevich (48, RUS, zweite Saison in Samara).

Der im nur knapp 12.Einwohner zählenden Gravelines an der französischen Kanalküste beheimatete BC Maritime ist das Quakenbrück der französischen Liga. Die „Nordlichter“ mischen seit Jahren vorne mit und gewannen in der letzten Saison sogar die Punktrunde, um dann jedoch gleich in der ersten Playoff-Runde auszuscheiden. Auch in dieser Saison steuert Gravelines wieder auf den Gewinn der Punktrunde zu, wird aber selbst beim Gewinn der Meisterschaft mangels einer tauglichen Spielstätte wohl kaum in der Euroleague spielen können. Das muss bis 2015 warten, wenn BCM in die größere Nachbarstadt Dunkerque umziehen will, wo in Kürze mit dem Bau einer 10.000 Zuschauer fassenden neuen Großarena begonnen wird.

Für diesen Umzug nach Dunkerque (Dünkirchen) möchte der BCM natürlich mit sportlichen Erfolgen Werbung in eigener Sache machen. Das französische Pokal-Final8 hat Gravelines, angeführt von seinem überragenden US-Spielmacher Dwight Buycks, ein Kandidat auf den MVP-Titel in Frankreich, im Februar in Paris schon gewonnen. Jetzt soll in Izmir der Gewinn der EuroChallenge folgen. Im Playoff-Viertelfinale gegen Joensuun Kataja (Finnland) nicht wirklich gefordert, verpatzte Gravelines zwar seine Generalprobe für das Final Four am Freitag mit einer 65:67-Niederlage in der französischen Liga in Villeurbanne, aber als Frankreichs Tabellenführer muss sich der BC Maritime in Izmir sicher nicht verstecken.


BCM Gravelines im Stenogramm:
Guards: Dwight Buycks (24, 191, USA, 30 mpg, 15 ppg, 4 apg, 1 spg), Yannick Bokolo (27, 188, FRA, Nationalspieler, 26 mpg, 7 ppg, 4 apg), Aldo Curti (26, 180, FRA, 13 mpg, 4 ppg), Abdoulaye Mbaye (24, 189, FRA, 19 mpg, 9 ppg).
Forwards: Kennedy Winston (28, 196, USA, 27 mpg, 10 ppg), Juby Johnson (31, 198, USA, 18 mpg, 9 ppg), Jimmy Djimrabaye (21, 202, FRA), Mathieu Wojciechowski (20, 203, FRA)
Center: Cyril Akpomedah (33, 203, FRA, 21 mpg, 5 ppg, 1 bpg), Ludovic Vaty (24, 206, FRA, 17 mpg, 12 ppg, 5 rpg), J. K. Edwards (30, 202, USA, 24 mpg, 8 ppg), Sarra Camara (23, 206, FRA, 19 mpg, 6 ppg, 7 rpg).
Headcoach: Christian Monschau (54, FRA, fünfte Saison in Gravelines).

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