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Final Four der EuroChallenge in Izmir/Türkei: Die EWE Baskets auf den Spuren der BG Göttingen?

Final Four der EuroChallenge in Izmir/Türkei: Die EWE Baskets auf den Spuren der BG Göttingen?

Zwei Wochen nach dem Finale im Eurocup (Loko-Kuban Krasnodar schlug Uxue Bilbao) und zwei Wochen vor dem Final Four der Euroleague in London wird am kommenden Wochenende im türkischen Izmir der Gewinner des dritten europäischen Wettbewerbs, der EuroChallenge, ermittelt. Neben dem Gastgeber Pinar Karsiyaka Izmir, BCM Gravelines-Dunkerque (Frankreich) und Krasnye Krylia Samara (Russland) haben sich auch die EWE Baskets für dieses Finalturnier qualifiziert. Oldenburg wandelt damit auf den Spuren der BG Göttingen, die 2010 als erstes deutsches Team diesen Wettbewerb gewann.
Das Final Four in bewegten Bildern:

Fr, 16.30 Uhr: BCM Gravelines – Krasnye Krylia Samara
Fr, 19.00 Uhr: Karsiyaka Izmir – EWE Baskets Oldenburg
So, 15.30 Uhr: Spiel um Platz 3
So, 18.00 Uhr: Finale

Auf FIBA-TV wird es kostenpflichtige Livestreams geben, über eine Übertragung im deutschen Fernsehen ist noch nicht abschließend entschieden worden.

Geschichte und Zukunft der EuroChallenge


Die EuroChallenge ist der dritthöchste europäische Wettbewerb und wird im Unterschied zu Euroleague und Eurocup nicht von der Euroleague organisiert, sondern von FIBA Europe, der europäischen Sektion des Weltverbandes. Erstmals ausgespielt wurde dieser Wettbewerb – wenn auch noch unter einem anderen Namen – in der Saison 2002/03. Die europäischen Topclubs hatten damals unter dem Dach der ULEB (Union der Europäischen Basketball Ligen) ihre eigene „Euroleague“, sowie deren Unterbau, den „ULEB Cup“ (heute Eurocup) aus dem Boden gestampft. FIBA Europa setzte diesen neuen „wilden“ Ligen einen eigenen Top-Wettbewerb entgegen, der in der ersten Saison „FIBA Europe Champions Cup“ und ab 2003 „FIBA Europe League“ hieß

Die in der Euroleague federführenden Ligen aus Spanien und Italien boykottierten den FIBA-Wettbewerb zunächst, dessen Schwerpunkt sich damit nach Osteuropa verlagerte. Entspannung gab es erst 2005, als Euroleague und FIBA Europa sich auf eine Hierarchie der europäischen Wettbewerbe einigten. Der höchste FIBA-Wettbewerb ist seitdem der offiziell dritte Wettbewerb und erhielt zunächst den Namen „EuroCup“. 2008 verständigten sich Euroleague und FIBA Europa auf neutralere Bezeichnungen: Aus dem ULEB Cup wurde der „Eurocup“, aus dem EuroCup der FIBA wurde die „EuroChallenge“. Die beiden Finalisten der EuroChallenge steigen in den Eurocup auf, der Eurocup-Gewinner verdient sich einen Startplatz in der Euroleague.

Historie des Final Fours der EuroChallenge

(Legende: Jahr, Ausrichter, Sieger, bester deutscher Teilnehmer)

2003 (in Saloniki): Aris Saloniki (kein deutscher Teilnehmer)
2004 (in Kazan): Unics Kazan (Bamberg im Achtelfinale)
2005 (in Istanbul): Dyn. St. Petersburg (Braunschweig in der Vorrunde)
2006 (in Kiev): Joventut Badalona (RE Köln im Viertelfinale)
2007 (in Girona): Akasvayu Girona (kein deutscher Teilnehmer)
2008 (in Limassol): Barons Riga (kein deutscher Teilnehmer)
2009 (in Bologna): Virtus Bologna (Artland in Last16)
2010 (in Göttingen): BG Göttingen (Artland in Last16)
2011 (in Oostende): Krka Novo Mesto (Frankfurt u. Bonn in der Vorrunde)
2012 (in Debrecen): Besiktas Istanbul (Artland in Last16)

Eine kurze Rückschau auf den Sensationserfolg der Göttinger von 2010 in eigener Halle und Chris McNaughtons starken Auftritt im Finale. Dazu gibt es am Ende Interviews mit dem deutschen Center und Headcoach John Patrick:


Als drittklassiger Wettbewerb hat die EuroChallenge in der Öffentlichkeit einen schweren Stand. Die Zuschauerresonanz ist in vielen Standorten bescheiden und längst nicht mehr jeder Club nimmt sein sportlich erkämpftes Startrecht wahr, sondern verzichtet – wie aus der Beko BBL in dieser Saison der FC Bayern München - bei einer Nichtqualifikation für Eurolegaue und Eurocup lieber ganz auf einen europäischen Auftritt. Euroleague-Commissioner Jordi Bertomeu forderte deshalb bereits im letzten Jahr die komplette Streichung der EuroChallenge, was allerdings verständlicherweise bei FIBA Europa auf wenig Gegenliebe stößt.

Vier Kandidaten kämpfen um ihren ersten europäischen Titel


Gleichwohl ist das sportliche Niveau in der EuroChallenge zumindest ab den Playoffs besser als sein Ruf. Am Teilnehmerfeld des diesjährigen Final Fours kann man ablesen, dass dabei weniger die Meister kleinerer Länder, sondern vor allem die Teilnehmer aus den europäischen Top-Ligen das Niveau vorgeben. Die EWE Baskets, die als Zehnter der Beko BBL mit einer Wild Card in die EuroChallenge starteten, sind aktuell Zweiter in der Bundesliga. BCM Gravelines (Fünfter der letzten Saison) ist aktuell Tabellenführer in Frankreich, Krasnye Krylia Samara (Achter der letzten Saison) ist aktuell Siebter in Russland und Karsiyaka Izmir (Sechster der letzten Saison) ist heute Fünfter in der Türkei. Clubs aus Spanien und Italien blieben auch in dieser Saison der EuroChallenge fern.

Keiner der vier auch in finanzieller Hinsicht ungefähr auf Augenhöhe antretenden diejährigen Final-Four-Teilnehmer hat schon einmal einen europäischen Titel gewonnen. Der Meistertitel 2009 und die Euroleague-Teilnahme in der folgenden Saison markiert das bisherige Highlight der Oldenburger Vereinsgeschichte. Samara stand 2010 im Finale der EuroChallenge (und unterlag dort der BG Göttingen). Gravelines erreichte in der letzten Saison die Last16 des Eurocups und für Karsiyaka Izmir stellt das Erreichen des Final Fours schon jetzt den größten Erfolg der Vereinsgeschichte seit dem Gewinn der türkischen Meisterschaft 1987 dar. Umso größer ist der Hunger auf den Gewinn der EuroChallenge, der auch für die Oldenburger ein toller Erfolg und zugleich ein weiteres Indiz für die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der Beko BBL in Europa wäre.

Nach diesem Artikel über die Geschichte der EuroChallenge gibt es am Donnerstag natürlich auch noch die obligatorische Vorschau auf das diesjährige Final Four und die Stärken und Schwächen der vier Clubs. Dabei werden auch die Chancen der EWE Baskets Oldenburg auf den ersten Europapokal-Triumph der Vereinsgeschichte beleuchtet.

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