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Europapokal-Vorberichte
Halbfinale EL-Quali gegen Vilnius: Sebastian Machowski vs. Dirkas Bauermannas

Halbfinale EL-Quali gegen Vilnius: Sebastian Machowski vs. Dirkas Bauermannas

Den ersten von drei notwendigen Siegen für den Sprung in die Turkish Airlines Euroleague haben die EWE Baskets Oldenburg geschafft. Der 79:74-Erfolg über Cimberio Varese hat den deutschen Vizemeister ins Halbfinale geführt. Dort wartet am Donnerstag der litauische Vizemeister Lietuvos rytas Vilnius jedoch eine noch schwierigere Aufgabe. Die Litauer haben als Gastgeber des Turniers bis zu 10.000 Zuschauer im Rücken und mit Dirk Bauermann einen Trainer, der die Oldenburger besser kennt als jeder andere gegnerische Trainer in Vilnius.

Euroleague-Qualifikation in Vilnius:

Cimberio Varese – EWE Baskets Oldenburg 74:79

Lietuvos rytas Vilnius – VEF Riga 80:71

Do, 17.00 Uhr: EWE Baskets Oldbg. – L. rytas Vilnius

Do, 19.30 Uhr: Khimki/Oostende – Nymburk/Banvit

Fr, 19.30 Uhr: Finale

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Lietuvos rytas Vilnius auf acht Positionen neu besetzt

Lietuvos rytas erreichte das Halbfinale mit einem 80:71-Sieg über VEF Riga. Spätestens als am Montag bekannt wurde, dass VEF Riga nicht nur ohne seinen verletzten Nationalcenter Kaspars Berzins in die Euroleague-Qualifikation gehen musste, sondern auch ohne den nach einem Streit am Wochenende vor die Tür gesetzten nigerianischen Center Gani Lawal angereist war, mochte kaum noch jemand einen Pfifferling auf die Letten setzen. Gleichwohl tat sich Lietuvos rytas lange schwer, seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. „Wir machen noch Fehler, die wir in einem Monat nicht mehr machen werden“, entschuldigte Dirk Bauermann das mit dem Hinweis auf den Umstand, dass sein Team auf vielen Positionen neu besetzt ist und sich entsprechend erst noch finden muss.

Gleich mehrmals im Spiel verpasste Lietuvos rytas die Chance, den vor allem am Brett arg dezimierten Gegner vorentscheidend zu distanzieren und ließ stattdessen die ihr Heil in Dreiern und Zonenverteidigung suchenden Letten immer wieder bedrohlich heran kommen. So schmolz eine fünf Minuten vor Schluss erspielte 73:62-Führung auf 73:69, ehe der überragende Renaldas Seibutis (23 Punkte) mit einem Korbleger die letzten Zweifel am Sieg des Gastgebers beseitigte. „Um Oldenburg zu schlagen, werden wir besser und vor allem konstanter spielen müssen“, forderte Bauermann und warnte eindringlich vor der Ausgeglichenheit und der Homogenität der „Donnervögel“: „Das ist ein sehr starker Gegner. Die sind nicht zufällig deutscher Vizemeister geworden!“

Seibutis nach nur einer Woche schon Topscorer

Auch wenn – oder gerade weil – die Oldenburger international nach erst zwei unauffälligen Auftritten in Euroleague (1:9 Siege 2009/10) und Eurocup (1:5 Siege 2010/11) noch nicht so renommiert sind, begann Dirk Bauermann gleich nach dem Sieg gegen Riga dafür zu sorgen, dass kein litauischer Journalist und natürlich auch keiner seiner Spieler den in Litauen vergleichsweise unbekannten Gegner unterschätzt. Lietuvos rytas ist hingegen in den vergangenen zehn Jahren nicht nur mit fünf litauischen Meistertiteln aus dem Schatten des Serienmeisters Zalgiris Kaunas herausgetreten, sondern sorgt auch in Europa regelmäßig für Furore. 2005 und 2009 gewann man den ULEB Cup beziehungsweise den Eurocup. 2006, 2008 und 2010 erreichte der von der Tageszeitung „Lietuvos rytas“ (Litauischer Morgen) gesponserte Klub die Euroleague-TOP16. In der zurückliegenden Spielzeit fehlte den Litauern in der Euroleague nur ein Sieg, um anstelle der Brose Baskets die TOP16 zu erreichen.

Erst im März als neuer Headcoach engagiert, hat „Dirkas Bauermannas“, wie der deutsche Trainer den litauischen Sprachgewohnheiten zufolge jetzt heißt, sein Team im Sommer nach seinen Vorstellungen umgebaut. Im aktuellen Team findet man jetzt nur noch vier Spieler aus dem letztjährigen Aufgebot, wobei Shooting Guard Renaldas Seibutis der einzig verbliebene Starter ist. Der Nationalspieler unterstrich im Spiel gegen Riga nicht nur mit 23 Punkten, sondern auch mit vier Assists, dass er ein Führungsspieler ist. Seine Leistung ist umso höher zu bewerten, da der Shooting Guard nach der Europameisterschaft in Slowenien, wo er mit im Schnitt 8,5 Punkten und 2,4 Assists großen Anteil an der litauischen Silbermedaille hatte, erst vor einer Woche zum Team gestoßen war.

Im Team wimmelt es vor gefährlichen Schützen

Die spektakulärste Neuverpflichtung im Team ist der vom italienischen Europaligisten Mailand nach Vilnius gekommene US-Spielmacher Omar Cook, der vor allem als starker Verteidiger und Regisseur gilt und seltener den eigenen Wurf sucht (im Schnitt 7,3 Punkte und 5,0 Assists in der letzen Euroleague-Saison). Gleichwohl scheut er sich aber nicht, in der Crunch-Time selber seine Korbgefährlichkeit aufblitzen zu lassen. So erlöste er sein Team zu Beginn des letzten Viertels gegen Riga mit einem schwierigen Dreier zum 78:71, als die Letten einmal wieder bedrohlich nahe gekommen waren.

Nicht zum Werfen ermuntert werden muss Combo Guard Martynas Gecevicius, der nach zwei unauffälligen Jahren bei Olympiakos Piräus im Sommer nach Vilnius zurückgekehrt ist und dort als Topscorer der Preseason (16,3 Punkte pro Spiel) sofort wieder mit großem Erfolg in seine Rolle als Schütze schlüpfte. Überhaupt darf man im Team des litauischen Vizemeisters höchstens die Center Andreas Glyniadakis und Tautvydas Lydeka an der Dreierlinie alleine lassen. Letztlich wurde Rigas Zonenverteidigung von sechs verschiedenen Dreierschützen geknackt. Cook, Gecevicius, Seibutis, der serbische Combo Guard Milenko Tepic (zuletzt Sevilla/Spanien) und die beiden Power Forwards, der Kolumbianer Juan Palacios (kommt vom französischen Meister Nanterre) und der Serbe Stevan Jelovac (zuletzt Caserta/Italien), markierten zusammen 8/20 Dreier – Riga traf aus der Distanz nur 28 Prozent.

Lietuvos rytas Vilnius im Stenogramm:

Guards: Omar Cook (31, 186, USA/MNE, 7 Punkte und 7 Assists gegen Riga), Martynas Gecevicius (25, 193, LTU, 11 Punkte und 8 Rebounds gegen Riga), Milenko Tepic (26, 202, SRB), Deividas Dulkys (25, 196, LTU).

Forwards: Renaldas Seibutis (28, 196, LTU, 23 Punkte gegen Riga), Steponas Babrauskas (29, 297, LTU), Eimantas Bendzius (23, 204, LTU), Gediminas Orelik (23, 200, LTU).

Center: Juan Palacios (28, 203, COL, 10 Punkte und 8 Rebounds gegen Riga), Andreas Glyniadakis (22, 215, GRE), Stevan Jelovac (24, 208, SRB), Tautvydas Lydeka (29, 208, LTU).

Headcoach: Dirk Bauermann (56, GER, zweite Saison in Vilnius)

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