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BIG - Basketball in Deutschland
Karsten Tadda - Bambergs Kettenhund im BIG-Portrait: „Ich kann auch offensiv Akzente setzen!“

Karsten Tadda - Bambergs Kettenhund im BIG-Portrait: „Ich kann auch offensiv Akzente setzen!“

Bambergs Nationalspieler Karsten Tadda tritt heute in seiner Heimatstadt mit der DBB-Auswahl zum letzten Testspiel gegen Schweden an. Vorher musste noch einer der 13 Spieler aus dem Kader gestrichen werden. Nach der EM-Vorbereitung sagte das Gefühl: Für Tadda wird es eng! Aber er überstand auch den letzten Cut vor dem Abflug nach Slowenien am Montag. Grund genug, ein Portrait über den Wadenbeißer des Deutschen Meisters aus der aktuellen Ausgabe der BIG zu bringen:

Der Rekord, aufgestellt von Henrik Rödl, ist nicht in Gefahr. Noch nicht. Siebenmal in Folge gewann der heutige Trainer des TBB Trier mit ALBA Berlin die Deutsche Meisterschaft und ist damit der einzige Deutsche, dem dieses Kunststück bisher gelang. Seit vier Jahren sind die Brose Baskets in der Beko BBL das Maß der Dinge, und auch Karsten Tadda hatte seinen Anteil an den vier Titeln der Franken. Zunächst als Rollenspieler mit dem Auftrag, als Kettenhund dem Topscorer des Gegners lästig zu werden, zuletzt auch mit immer größerer Verantwortung in der Offensive.

„Mein schönster Titel war der erste“, blickt Tadda zurück. „Als Bamberg 2005 und 2007 die Meisterschaft holte, stand ich als Fan auf den Rängen. Dann 2010 selbst Teil der Meistermannschaft zu sein, noch dazu in meiner Heimatstadt, war ein unglaubliches Gefühl.“ 21 Jahre war Tadda damals alt, vorher hatte er alle Stationen des Bamberger Jugendprogramms „Franken 1st“ durchlaufen. „Mein großes Vorbild war Steffen Hamann, der es ja auch als Bamberger Junge zu den Profis geschafft hat.“ Und da ist es, dieses Etikett, das nach Hamann nun automatisch auch Tadda angeheftet wurde. Eines, das vom gebürtigen Gundelsheimer selbstverständlich mit Stolz getragen werden sollte, schließlich ist es ein Etikett mit Wohlfühlfaktor. Den Status „Publikumsliebling“ im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt bekommen, erfreute sich „unser Karsten“ immer eines gestiegenen Dezibelpegels in der Arena, wenn er als Einwechselspieler das Parkett betrat. Das war er früher, das ist er heute, wenngleich sich seine Rolle beim viermaligen nationalen Champion geändert hat. Sie ist größer geworden, Coach Chris Fleming erwartet nun, dass Tadda die Handschellen für seinen Gegenspieler auch mal beiseitelegt, um stattdessen den Dreier aus der Ecke einzunetzen. „Natürlich ist Verteidigung meine Spezialität, aber ich kann auch offensiv Akzente setzen.“

Die Jahre beim Meister haben Tadda, der sich anders als die viel gepriesenen Talente Tim Ohlbrecht und Sajmen Hauer, mit denen er 2007 im NBBL-TOP4 stand, in Franken durchgesetzt hat, selbstbewusst gemacht. Selbstbewusst genug, dass er sich, inzwischen 24 Jahre alt, mit dem Status des Propheten im eigenen Land auch kritisch auseinandersetzt. „Mir ist schon klar, dass ich hier immer der Bamberger Junge bleiben werde. Wahrscheinlich muss ich weggehen, um als Mann nach Bamberg zurückkommen zu können.“

Hier ein Interview beim Beko BBL ALLSTAR Day 2012 in Ludwigsburg - Karsten Tadda über seine Rolle als Kettenhund und das Gefühl, Meister mit der Heimatstadt zu werden:


Taddas Vertrag läuft 2014 aus; die ideale Gelegenheit, sich neu zu orientieren? So weit will der Shooting Guard nicht denken, aus mehreren Gründen. Das Eigengewächs-Image ist natürlich per se kein schlechtes, denn „ich kann Vorbild für unsere anderen jungen Spieler sein, die den gleichen Weg wie ich gehen. Es ist schön, ihnen Tipps geben zu können“, sagt Tadda mit Blick auf Philipp Neumann oder Daniel Schmidt, die ebenfalls im Bamberger Nachwuchsprogramm groß geworden sind. Teil des erfolgreichsten nationalen Programms der vergangenen Jahre zu sein, ist ebenfalls keine üble Sache. Dass hier auch der local hero vor öffentlicher Kritik nicht gefeit ist, bewies die Halbfinal-Serie gegen den FC Bayern München. Brose-Manager Wolfgang Heyder, der sich Wochen zuvor bereits Center Maik Zirbes vorgeknöpft hatte, nahm sich nun Tadda zur Brust. Mehr Leidenschaft und Opferbereitschaft müsse dieser zeigen, kritisierte Heyder nach dem verlorenen ersten Spiel der Serie, hatte gar ein Phlegma bei dem Nationalspieler ausgemacht. „Ich weiß selbst, dass ich nicht gut gespielt habe. Es ist halt die Art des Managers, uns zu motivieren, und im Endeffekt hat es ja auch funktioniert: Wir haben die Serie gewonnen“, lächelt Tadda.

Bei der Europameisterschaft im September will Karsten Tadda nun das ausbauen, was er bei den Brose Baskets begonnen hat: Verantwortung übernehmen, defensiv wie offensiv. „Bei der Nationalmannschaft habe ich den Ball öfter in den Händen, daraus will ich was machen“, unterstreicht Tadda selbstbewusst. Mit 24 Jahren schon einer der Älteren im Team, dazu in diversen Schlachten auf nationalem und internationalem Parkett gestählt; keine Frage, der Bamberger will und soll Führungsspieler in der nationalen Auswahl sein. „Wir wollen die Gruppenphase überstehen und dann sehen wir weiter“, blickt Tadda der EM in Slowenien mit Vorfreude entgegen – auch weil er im Kreise der Nationalmannschaft schon der Mann ist, der er in Bamberg noch werden muss.

Karsten Tadda im Interview mit Frederik Koch von DBB TV nach der ersten Niederlage beim Supercup in Ulm:


Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe der BIG (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), und außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

- Interview: Frank Menz vor seiner ersten Europameisterschaft als Bundestrainer
- EM-Vorschau: Frank Buschmann analysiert die Gegner des deutschen Teams
- Portrait: Franreichs Tony Parker
- Report: Münchens Manager Marko Pesic über sein neues Team
- Reportage: Die Akte Querkopf - Heiko Schaffartzik
- Analyse: Markus Krawinkel über die Chancen von Elias Harris und Dennis Schröder in der NBA
- Report: Denis Wucherer in Gießen
- Reportage: Warum Bonns Fabian Thülig mit nur 24 Jahren als Profi kürzer tritt
- Nowitzki-Watch
- Joes Ecke - Herber geht's nicht!
- Mein Leben ist Basketball, aber ich lebe nicht davon
- ProA, ProB, DBBL, Player Check, Big Business, undundund

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