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Magic Moments - Halbfinale 2006: Köln enttrohnt Meister Bamberg /

Magic Moments - Halbfinale 2006: Köln enttrohnt Meister Bamberg / "Hier werden Helden geboren!"

Aus aktuellem Anlass geht der Blick in die Historie unserer Liga diesmal zurück ins Jahr 2006. Damals verlor Bamberg als amtierender Meister in eigener Halle das entscheidende fünfte Halbfinale. Kölns Aleksandar Nadjfeji traf bei zwei Punkten Rückstand mit der Schlusssirene einen Dreier zum Sensationssieg für sein Team. Wo der aktuelle Anlass versteckt ist? Nun ja, am Donnerstag wird eben dieser Nadjfeji beim Entscheidungsspiel zwischen den Brose Baskets und dem FC Bayern München auch am Start sein - mit seinen 36 Jahren und als siebter Ausländer der Bayern allerdings wohl nur in zivil auf der Bank.
Bevor es zum Video geht, eine kurze Einordnung der damaligen Situation innerhalb der Liga. Bambergs Headcoach Dirk Bauermann war im Jahr zuvor endlich mit einer anderen Mannschaft als Leverkusen Champion geworden, in Bamberg war nach zwei verlorenen Finals gegen Berlin und Frankfurt die erste Meisterschaft unter Dach und Fach und die Euphorie groß. Der amtierende Meister hatte eine beinharte Truppe mit Profis wie Chris Ensminger aka „Ense-Sense“, Uvis Helmanis, Mike Nahar, „Terrier“ Rick Stafford und Ausnahmeverteidiger Koko Archibong.

Köln dagegen war im Jahr zuvor mit einer erfahrenen Truppe (Sasa Obradovic, Marko Pesic, Marvin Willoughby, Bill Edwards und Elvir Ovcina) überraschend in der ersten Runde an Gießen gescheitert. Danach beendete Obradovic seine Karriere und wurde in Köln zum Headcoach ernannt. Der frühere Weltmeister strukturierte das Team um und setzte neben Nadjfeji, Immanuel McElroy und Michael Jordan auf damals unbekanntere Akteure wie Marcin Gortat, Janar Talts, Glen McGowan, Titus Ivory, Mladjen Sljivancanin, Guido Grünheid und Johannes Strasser. Zusammengefasst: Köln war ohne den angeschlagenen "I-Mac" der klare Außenseiter für ein fünftes Spiel in „Freak City“.

Trotzdem entwickelte sich ein Krimi mit sechs Führungswechseln in der Crunchtime, die Premiere-Kommentator Markus Krawinkel und Experte Stefan Koch Puls und Stimme in die Höhe trieben. Überragender Spieler der Partie war Robert Garrett. Bambergs Flügelspieler erzielte als Topscorer 20 Punkte, traf dabei sieben seiner acht Würfe und erzielte die letzten sieben Zähler Bambergs. Nach seinem Dreier zum 68:66 bei 7,7 Sekunden stand "Robse" im Drehbuch quasi schon als Matchwinner fest ... anscheinend hatte Nadjfeji das Script aber nicht gelesen und holte mit seinem letzten Wurf den 69:68-Sieg für Köln. Wir steigen ein bei 03:21 Minuten verbleibender Spielzeit und einer 62:59-Führung für die Gäste (Und bevor die Frage aufkommt: Nein, wir wissen auch nicht, was genau Nadjfeji am Ende imInterview mitteilen möchte):



Anbei noch ein Interview, dass Nadjfeji vor einigen Jahren zu diesem Wurf gab:

An was erinnerst Du dich als erstes, wenn Du an den Wurf zurückdenkst?
Aleksandar Nadjfeji: „Ein junges Team mit Obradovic in seinem ersten Jahr als Trainer und dann ein Sieg im entscheidenden Spiel beim amtierenden Meister … da ist es gar nicht einfach, mein Gefühl von damals in Worte zu fassen. Als der Ball durchs Netz fiel, blieb die Zeit stehen. Ich wusste zuerst überhaupt nicht, was eigentlich passiert war. Haben wir wirklich gewonnen? Stehen wir echt im Finale? Erst als meine Mitspieler alle auf mich drauf sprangen und mich unter sich begruben, habe ich es richtig realisiert. In der Halle in Bamberg war es bis zu meinem Wurf fast unerträglich laut gewesen, aber auf einmal war es sehr leise, nur die kleine Gruppe unserer Fans war am Feiern.“

Was war die Ansage von Obradovic in der Auszeit?
Aleksandar Nadjfeji: „Robert Garrett hatte kurz zuvor diesen unglaublichen Dreier aus der Ecke getroffen – und wir lagen zwei Punkte hinten, aber wir sollten nicht zwingend auf einen Dreier zum Sieg gehen. Titus Ivory sollte oben den Ball bekommen und mit mir Pick-and-Roll spielen, allerdings eher, damit er sich aus dem Dribbling einen Wurf erarbeiten kann. Er war schließlich unser bester Crunchtime-Schütze. Ein Dreier für mich war überhaupt nicht vorgesehen, aber dann blieb Mike Nahar als mein Verteidiger an seiner Seite, ich rollte nach draußen ab und war ganz frei. Als ich den Ball bekam, dachte ich nicht viel über Konsequenzen oder ähnliches nach. Die Uhr tickte runter – und ich musste werfen, ungeachtet der Tatsache, dass ich bis dahin in dem Spiel zwei Dreier vergeben hatte. Der Rest ist Geschichte.

Bis heute der wichtigste Wurf Deiner Karriere?
Aleksandar Nadjfeji: „Auf jeden Fall, wenngleich ich zugeben muss, dass viel Glück dabei war. Das war der erste große Game-Winner in meiner Karriere. Selbst wenn ich jetzt länger darüber nachdenke, fällt mir kein Wurf ein, der so groß war. Um ehrlich zu sein, möchte ich es nicht mal ausschließen, dass es der einzige echte Game-Winner mit der Sirene in meiner Profikarriere war. Angesprochen werde ich darauf nur selten, am ehesten, wenn ich mal in Bamberg spiele von den dortigen Fans. Ich glaube, die hassen mich deswegen noch immer, aber wer will es ihnen verdenken.

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